FDP Saar: Hohe Pflegeheimkosten im Saarland sind Ergebnis politischer Untätigkeit
Zu den erneut hohen Eigenanteilen für Pflegeheimbewohner im Saarland erklärt Dr. Helmut Isringhaus, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP Saar:
„Das Saarland gehört bei den Pflegeheimkosten erneut zur Spitzengruppe in Deutschland. Wer im ersten Jahr im Pflegeheim durchschnittlich fast 3.700 Euro im Monat zahlen muss, steht vor einer existenziellen Belastung. Das ist für viele Rentner und Familien schlicht nicht mehr zu stemmen.“
Die FDP Saar kritisiert, dass die Landesregierung die Entwicklung seit Jahren beklagt, aber zu wenig gegensteuert. Ein Teil der Kosten entsteht durch bundespolitische Fehlentscheidungen, insbesondere bei der Finanzierung der Pflegeversicherung. Doch auch das Land trägt Verantwortung: Investitionskosten und Ausbildungskosten werden weiterhin auf Pflegebedürftige abgewälzt.
Pflegebedürftigkeit darf nicht zum Armutsrisiko und nicht zur schleichenden Enteignung werden“, so Isringhaus.
Die steigenden Personalkosten seien nicht das Problem, sondern Ausdruck notwendiger besserer Bezahlung in der Pflege. Das Problem sei, dass diese Kostensteigerungen fast ungefiltert bei den Bewohnern landen. Hinzu kommen hohe Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen und Ausbildung. Die Eigenbeteiligung umfasst Pflege- und Betreuungskosten, Unterkunft und Verpflegung, Investitionen sowie Ausbildungskosten.
Die FDP Saar fordert deshalb einen Pflegekosten-Plan für das Saarland. Investitionskosten müssen schrittweise aus dem Landeshaushalt übernommen werden. Ausbildungskosten gehören nicht auf die Heimrechnung der Pflegebedürftigen. Gleichzeitig braucht es mehr Transparenz über die Kostenbestandteile jeder Einrichtung.
„Die Landesregierung darf nicht länger nur nach Berlin zeigen. Wer Pflegebedürftige wirklich entlasten will, muss im Saarland handeln. Investitionen in Pflegeeinrichtungen sind Aufgabe des Landes, nicht der Heimbewohner“, erklärt Isringhaus.
Isringhaus abschließend: „Pflegepolitik darf nicht erst beginnen, wenn Menschen ihr Erspartes aufgebraucht haben und Hilfe zur Pflege beantragen müssen. Das Saarland braucht eine Strategie, die Pflegebedürftige entlastet, Angehörige stärkt und Kosten transparent macht. Alles andere ist Wegsehen auf dem Rücken pflegebedürftiger Menschen.“
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