Leitantrag der CDU Saar - Weil es besser geht. Das Saarland wirtscha8lich wieder nach vorne bringen.
Weil es besser geht.
Das Saarland wirtscha4lich wieder nach vorne bringen.
Leitantrag der CDU Saar beschlossen am Landesausschuss in Quierschied am 18.06.2026.
Die wirtscha-liche Stärke des Saarlandes entscheidet darüber, ob unser Land auch kün-ig
ein a;rak<ver Lebens-, Arbeits- und Wirtscha-sstandort bleibt. Doch momentan steckt das
Saarland in einer <efen strukturellen Wirtscha-skrise. Es hat sich langfris<g deutlich
schwächer entwickelt als die anderen Bundesländer:
• Beim Wirtscha)swachstum liegt das Saarland seit mehreren Jahren auf dem letzten
Platz aller Bundesländer. Seit 2010 ist die Saar-Wirtscha- nur ein Sechstel des
Bundesdurchschni;s gewachsen.
• Die Beschä)igungsentwicklung ist anhaltend deutlich schlechter als der
Bundesschni;; vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Handel verzeichnet das
Saarland einen deutlichen Beschä-igungsrückgang, während es Zuwächse lediglich
im öffentlichen Dienst und verwandten Bereichen gibt.
• Mit einem nega4ven Gründungssaldo in den letzten Jahren übersteigt die Zahl der
Liquida<onen die Zahl der Existenzgründungen. Laut IHK ein Trend, „der auf eine
schleichende Erosion des Unternehmensbestandes hindeutet.“
• Bis zu 5.000 Arbeitsplätze stehen in den nächsten Jahren im Saarland auf dem Spiel,
wenn Unternehmensnachfolgen scheitern, warnt die HTW Saar.
Seit 2012 führt die SPD durchgehend sowohl das Wirtscha-s- als auch das
Arbeitsministerium. In der aktuellen Legislaturperiode ist der Strukturwandel angeblich von
besonderer Priorität auch in der Staatskanzlei. Wer über mehr als ein Jahrzehnt hinweg die
zentralen Stellschrauben der Arbeitsmarkt- und Wirtscha-spoli<k des Landes in der Hand
hält, trägt auch maßgeblich die Verantwortung für die Ergebnisse. Und diese Ergebnisse
zeigen klar: Das Saarland fällt immer weiter zurück. Schon heute steht fest: Am Ende dieser
Legislaturperiode wird das Saarland in zentralen wirtscha-spoli<schen Bereichen deutlich
schlechter dastehen als zu deren Beginn. Die Regierung Rehlinger regiert unser Land unter
Wert.
Wir als CDU Saar wollen es besser machen: Manches, was früher gut funk<oniert hat,
funk<oniert heute nicht mehr. Daraus müssen wir die rich<gen Konsequenzen ziehen. Wir
müssen an den Stärken ansetzen, die wir haben, und unser Potenzial konsequent nutzen.
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Das Saarland hat sich schon mehrfach neu erfunden: Das Saarland 1.0 war geprägt von Kohle
und Stahl. Das Saarland 2.0 stand für den Abschied vom Bergbau und die Entwicklung zur
Automobil- und Stahlregion. Jetzt brauchen wir das Saarland 3.0: ein digitalisiertes,
hochmodernes Innova<onsland. Für uns gilt dabei der Grundsatz: Innova<on vor Subven<on.
Öffentliche Mi;el sollen nicht dauerha- Strukturen künstlich erhalten, sondern private
Inves<<onen auslösen, Transfer beschleunigen und neue Wertschöpfung ermöglichen.
Unser Grundsatz ist: Poli<k soll Unternehmen nicht vorschreiben, wie sie zu arbeiten haben.
Poli<k muss die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen, damit Wirtscha- sich
endalten kann. Das ist die Kernaufgabe, auf die wir uns strategisch ausrichten.
Die folgenden Vorschläge gehen wir nicht erst nach der Wahl an: Wo immer es möglich ist,
werden wir sie schon jetzt parlamentarisch und poli<sch vorantreiben. Zugleich sind sie eine
wich<ge Grundlage für unser Regierungsprogramm, das wir nach der Wahl in
Regierungsverantwortung konsequent umsetzen werden.
Mehr Vertrauen und schnellere Verfahren sind echte Standortvorteile
Ein a;rak<ver und moderner Wirtscha-sstandort entscheidet sich weniger über einzelne
Förderprogramme als über Rahmenbedingungen wie Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und
klare Zuständigkeiten. Zu viele bürokra<sche Regelungen folgen dem Prinzip Misstrauen sta;
Verantwortung. Für uns als CDU Saar ist der Staat Partner der Betriebe sowie der
Bürgerinnen und Bürger und nicht deren Gegner. Wir werden daher die „Innova<onsbremse“
Bürokra<e lösen, unter anderem mit folgenden Maßnahmen:
• Saarländisches Effizienzgesetz: Berichts-, Dokumenta<ons- und
Aufewahrungspflichten müssen systema<sch befristet, überprü- und abgebaut
werden. Die Begründungspflicht muss umgedreht werden: Nicht der Abbau von
Bürokra<e muss begründet werden, sondern ihr Fortbestand. Dazu werden wir ein
Effizienzgesetz vorlegen, nach dem bestehende Pflichten zum 31. Dezember 2027
auslaufen, sofern ihre Beibehaltung nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt wird.
• Kommunales Regelungsbefreiungsgesetz: Wir setzen die Forderung des
Saarländischen Städte- und Gemeindetages für ein kommunales
Regelungsbefreiungsgesetz um. Dieses eröffnet Gemeinden, Landkreisen und
Zweckverbänden die Möglichkeit, auf Antrag von landesrechtlichen Regelungen
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abzuweichen, die für die Erfüllung der Aufgaben der Gemeinden und Landkreise und
der Aufgaben der unteren Verwaltungsbehörden erlassen wurden. Auf diese Weise
sollen jeweils im Einzelfall über einen bes<mmten Zeitraum neue Formen der
Aufgabenerledigung oder des Aufgabenverzichts erprobt werden können.
Erfolgreiche Erprobungen können in der Folge gegebenenfalls landesweit und
dauerha- umgesetzt werden.
• Genehmigungsfik4on als Regelfall: Wenn Behörden innerhalb festgelegter Fristen
nicht entscheiden, gilt ein Antrag in standardisierten Verfahren als genehmigt. Wo
keine komplexen Abwägungsentscheidungen oder Rechte Dri;er entgegenstehen,
wollen wir dies umsetzen. In geeigneten Fällen wird die Genehmigungsfik<on mit
einer Vollständigkeitsfik<on kombiniert, damit Fristen klar und verbindlich zu laufen
beginnen.
• Keine Übererfüllung von EU-Vorgaben: EU- und Bundesrecht darf im Saarland nicht
unnö<g übererfüllt werden. Abweichungen müssen kün-ig besonders begründet
werden. Bereits bestehendes Gold-Pla<ng (Übererfüllung) werden wir anlassbezogen
überprüfen und wo möglich abschaffen.
• Konsequenter Digital- und Praxis-Check: Jedes neue Gesetz und jedes
Förderprogramm muss digitaltauglich, praxistauglich und befristet sein. Programme,
die ihre Ziele verfehlen, dürfen nicht s<llschweigend weiterlaufen. Zudem wollen wir
ein Digitalisierungs-Ressort mit Vetorecht am Kabine;s<sch einführen: Bei wich<gen
IT- und Digitalisierungsentscheidungen innerhalb der Landesverwaltung soll dieses
Ressort verbindlich mitentscheiden können. Nach dem Vorbild der Bundesregierung
soll es ein Vetorecht geben, wenn zentrale Digitalvorhaben nicht ausreichend
abges<mmt, technisch nicht tragfähig oder strategisch falsch aufgesetzt sind. So
sorgen wir dafür, dass Digitalisierung nicht nebenbei läu-, sondern bei allen
wich<gen Entscheidungen von Anfang an mitgedacht wird.
• Tari)reuegesetz reformieren und bürokra4eärmer ausgestalten: Das Ziel des
saarländischen Tari-reuegesetzes ist die Stärkung der Tarifindung im Saarland. Die
jüngste Evalua<on hat jedoch gezeigt, dass dieses Ziel bislang nicht erreicht wird.
Sta;dessen bestehen erhebliche Datenlücken, und im Ergebnis sind vor allem die
Bürokra<elasten für die Unternehmen ges<egen. Faire Löhne und hohe Tarifindung
sind rich<ge Ziele, für die wir als CDU uns einsetzen. Aber diese entstehen nicht durch
staatliche Kontroll- und Verhinderungsbürokra<e, sondern vor allem durch starke
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Sozialpartner und praxistaugliche Rahmenbedingungen. Nicht zielführend ist daher,
dass mit der seit dem 1. Mai 2026 geltende Rechtsverordnung für das Baugewerbe
der Anwendungsbereich des Gesetzes erheblich erweitert wird, ohne zugleich die
bestehenden Vollzugsdefizite, Datenlücken und bürokra<schen Hürden konsequent
gelöst sind. Allein das Personal in der Prüfehörde aufzustocken, ist aus unserer Sicht
der falsche Ansatz. Das nährt nur den Eindruck, dass die SPD alle Unternehmen unter
Generalverdacht stellen will. Wir brauchen keinen wachsenden Kontrollapparat,
sondern einen praxistauglichen Vollzug, möglichst mit S<chproben und Sank<onen
bei nachgewiesenen Verstößen. Soziale Marktwirtscha- braucht keine
Misstrauensbürokra<e – sie braucht Vertrauen in die Betriebe und verlässliche
Rahmenbedingungen. Dafür setzen wir als CDU Saar uns weiter ein.
Zukun)sbranchen: Exzellenz ausbauen, Forschung und Unternehmen enger verzahnen
Das Saarland verfügt über starke bis exzellente wissenscha-liche und technologische
Grundlagen. Diese Stärke muss jedoch schneller und effizienter in Wertschöpfung übersetzt
werden. Forschung, Start-ups, Mi;elstand und etablierte Industrie wollen wir noch stärker
miteinander verzahnen, unter anderem mit folgenden Maßnahmen:
• Stärken durch Clusterbildung bündeln: Neben Cybersicherheit und KI eröffnet vor
allem der Pharma- und Healthcare-Bereich große Chancen für das Saarland. Daher
muss es unser Anspruch sein, die wissenscha-liche Stärke unseres Landes noch enger
mit regionaler Industrie und Mi;elstand zu verzahnen, um neue Projekte und
Förderkonsor<en zu entwickeln und gezielt Gründungen sowie KMU zu unterstützen.
Dabei braucht es einen stärkeren Fokus auf konkrete Verwertungsprojekte, um
Forschung schneller in industrielle Anwendung zu überführen.
• Vertrauenswürdige KI (Trustworthy AI) als Standortprofil des Saarlandes: Künstliche
Intelligenz zählt heute zu den wich<gsten Zukun-stechnologien unserer Zeit. Es
kommt jetzt im Saarland darauf an, wie wir die Chancen der Künstlichen Intelligenz
nutzen, ohne die Risiken aus den Augen zu verlieren. Wir wollen Industriestandort
bleiben und neue Akzente setzen. Unser Ziel ist es, das Saarland als Modellregion für
vertrauenswürdige KI zu etablieren – eine Region, in der Innova<on, Sicherheit und
europäische Werte Hand in Hand gehen. Vertrauenswürdige KI ist dabei der
Schlüsselbegriff: Nur wenn Technologien verlässlich, transparent und
datenschutzkonform sind, wird das Vertrauen der Menschen wachsen und die
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Akzeptanz zunehmen. Cybersicherheit bekommt im Zusammenhang mit KI eine neue
Bedeutung, Cyberabwehr wird mehr und mehr zur hoheitlichen Aufgabe.
• In Kreisläufen denken: Die weltweiten linearen Lieferke;en mit billigen Rohstoffen
für unsere Industrie und Exportgüter gehören immer mehr der Vergangenheit an.
Daher müssen wir technologisch konsequent in Kreisläufen denken und neue
Technologien und Geschä-smodelle für ein erfolgreiches zirkuläres Produktdesign mit
kreislauffähigen Hochleistungswerkstoffen entwickeln. Das Saarland hat in den
entscheidenden Schlüsseltechnologien Informa<k, Werkstoffe und Bio-Tech beste
Voraussetzungen für den Bereich der Kreislaufwirtscha-. Mit „Circular Saar“ ist ein
Kompetenzzentrum im Aufau, das wissenscha-liche Exper<se mit industrieller
Erfahrung verknüp-. Diese Ini<a<ve bildet einen Startpunkt, muss aber schneller,
größer und anwendungsorien<erter werden, um wirtscha-liche Wirkung zu endalten
und die Kreislaufwirtscha- zu einem zentralen Innova<ons- und Transferprojekt im
Saarland werden zu lassen.
• Raumfahrt und Verteidigung als Zukun)sbranchen verstehen: Die ganze Welt
befindet sich mi;en in einem epochalen Wandel. Daraus erwachsen zugleich auch
wirtscha-liche Chancen für technologisch starke Regionen. Dual-Use-Technologien
verbinden Raumfahrt und Verteidigung. Das Saarland bringt industrielle Kompetenz,
hochpräzise Fer<gung, exzellente Forschung in Informa<k, KI, Cybersicherheit,
Materialwissenscha-en und Biomedizin sowie einen leistungsfähigen Mi;elstand ein.
Diese Stärken in Forschung und Wirtscha- stärker zu bündeln, ist unser Ziel. Unser
Fokus liegt nicht auf Großsystemen, sondern auf den Bereichen, in denen das
Saarland realis<sche Stärken hat: sichere So-ware, KI-Anwendungen, Sensorik,
Werkstoffe, Präzisionsfer<gung, Cyberabwehr und Dual-Use-Transfer.
Familienunternehmen, Handwerk und KMU ins Zentrum
Die Wirtscha-spoli<k der Saar-SPD war lange viel zu einsei<g auf einzelne industrielle
Großansiedlungen fixiert. Das Scheitern von Ford, Wolfspeed oder SVolt hat gezeigt, wie
fragil eine solche Strategie ist. Die Regierung Rehlinger ist damit die wahrscheinlich
erfolgloseste Landesregierung in der Geschichte des Saarlandes. Die Ansiedlung von Ve;er
ist ein Lichtblick, ersetzt aber keine belastbare, systema<sche Ansiedlungsstrategie.
Inzwischen hat das Wirtscha-sministerium mehrere kleinteilige Förderprogramme und
Gesprächskreise für KMU ini<iert, die jedoch vorwiegend PR-Charakter haben. Eine
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tragfähige Gesamtstrategie ist weiterhin nicht erkennbar. Wir als CDU Saar wissen: Das
Rückgrat der Saar-Wirtscha- sind Mi;elstand, Handwerk, familiengeführte Betriebe und
industrielle Zulieferer. Deshalb stehen wir für eine echte Wende hin zu einer stärkeren
Mi;elstandsorien<erung in der saarländischen Wirtscha-spoli<k, unter anderem mit
folgenden Maßnahmen:
• Mehr Erfolgskontrolle beim MiZelstandsfördergesetz: Wir werden das 2016 unter
SPD-Verantwortung letztmals novellierte Mi;elstandsfördergesetz einer
grundlegenden Revision unterziehen. Von zentraler Bedeutung ist dabei, von dem
bisherigen Sammelsurium vager Absichtserklärungen hin zu mehr Verbindlichkeit,
systema<scher Steuerung und messbaren Zielen sowie konkreten Instrumenten,
Zuständigkeiten und Mindeststandards zu kommen. Dazu gehört auch, dass der im
Gesetz vorgesehene regelmäßige Mi;elstandsbericht kün-ig eine klare Bewertung
vorzunehmen hat, ob die einzelnen Programme und Maßnahmen der
Landesregierung ihre Ziele, etwa hinsichtlich Arbeitsplätze oder Hebelwirkung von
Fördermi;eln, auch tatsächlich erreichen.
• Clearingstelle MiZelstand stärken: Wir setzen uns dafür ein, dass jedes
mi;elstandsrelevante Rechtssetzungsvorhaben der dafür eingerichteten, jedoch
bisher nahezu nicht wahrnehmbaren Clearingstelle auch tatsächlich vorgelegt wird.
Zudem soll die Clearingstelle dem Landtag regelmäßig einen Bürokra<ebericht
vorlegen, der als Grundlage zur weiteren Entbürokra<sierung dient. Auch hier setzen
wir auf mehr Verbindlichkeit sta; vager Absichtsbekundungen.
• Unternehmensnachfolgen gezielt fördern: Bestehende Betriebe zu erhalten ist
effek<ver, als auf neue zu hoffen. Bis zu 5.000 Arbeitsplätze stehen in den nächsten
Jahren im Saarland auf dem Spiel, wenn Unternehmensnachfolgen scheitern. Dies hat
eine Studie der HTW Saar ergeben, die auch konkrete Handlungswege aufzeigt. Wir
brauchen im Saarland ein eigenes Nachfolge-Programm, das Kaufpreise bei
Übernahmen finanzierbar macht und Nachfolgerinnen und Nachfolger in dieser Phase
bestmöglich unterstützt. Dazu gehört auch ein Bestandsschutz bei
Unternehmensübernahmen: bestehende Genehmigungen sollen für mindestens zwei
Jahre fortgelten. Wer einen Betrieb übernimmt, darf nicht durch gleichzei<g neue,
zusätzliche Anforderungen bei Brandschutz, Barrierefreiheit oder Energieeffizienz
abgeschreckt werden. Außerdem wollen wir Zusatzbelastungen abfedern, die bei
Unternehmensnachfolgen mit Immobilienbezug etwa durch die Grunderwerbsteuer
entstehen.
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Strategische Flächen- und Standortpoli4k – keine Zufallstreffer mehr, sondern System
Erfolgreiche Flächen- und Standortpoli<k braucht eine klare wirtscha-spoli<sche
Ausrichtung, verfügbare und vorbereitete Flächen sowie eine professionelle Begleitung von
Unternehmen entlang des gesamten Prozesses. Zufallstreffer können nicht darüber
hinwegtäuschen, dass die Regierung Rehlinger keine nachhal<ge Strategie verfolgt. Genau
hier greifen wir als CDU Saar die Bedarfe auf und setzen einen besonderen Schwerpunkt,
unter anderem mit folgenden Maßnahmen:
• Eingefahrene Strukturen kri4sch überprüfen: Bezeichnend für die SPD-
Wirtscha-spoli<k ist die Tendenz, für jedes neue Thema oder Problem eine neue
Agentur, einen neuen Beirat oder eine neue Strategie zu schaffen, ansta; die
bestehenden Strukturen zu stärken und effizient auszugestalten. Dadurch wächst vor
allem der administra<ve Überbau, während die Wirtscha- schrump-. Diesen Irrweg
werden wir stoppen: Wir werden sämtliche Netzwerkstrukturen und sons<gen
Maßnahmen einer kri<schen Überprüfung unterziehen und auf einen effek<ven Kern
zurückfahren. In diesem Zusammenhang fordern wir auch eine unabhängige und
schonungslose Evaluierung der Strukturholding Saar, insbesondere in den Bereichen
Ansiedlungsmanagement sowie Flächen- und Immobilienmanagement. Wir brauchen
eine offene Analyse, ob bestehende Strukturen, Prozesse und Entscheidungswege
tatsächlich zu einer nachhal<gen Standortentwicklung geführt haben oder ob es
effizientere Alterna<ven gibt.
• Landesweiter Flächenüberblick und unmiZelbare Handlungsfähigkeit: Der
Landesentwicklungsplan darf nicht zum Landesverhinderungsplan werden. Wenn die
IHK warnt, dass die wirtscha-liche Entwicklung unseres Landes durch den aktuellen
Entwurf der Regierung Rehlinger massiv gefährdet wird, weil darin zu wenig Industrie-
und Gewerbeflächen vorgesehen sind, müssen wir entschieden gegensteuern. Wir
brauchen im Saarland entwickelte, parzellierte und möglichst vorgeprü-e Industrie-
und Gewerbeflächen, die Unternehmen kurzfris<g nutzen können. Alle verfügbaren
Flächen, ihre technischen Merkmale und ihr Erschließungsgrad müssen tagesaktuell
an einer Stelle gebündelt und digital sichtbar gemacht werden. Die aktuellen
Strukturen im Flächen- und Vertriebsmanagement sind dahingehend zu reformieren,
dass eine Weiterentwicklung zu einem echten „One-Stop-Shop“ vom Erstkontakt bis
zum erfolgreichen Abschluss einer Inves<<on möglich wird.
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Fachkrä)egewinnung: mehr Anerkennung, stärkere berufliche Ausbildung, Zuwanderung
steuern
Wir müssen im Saarland Bildung, Ausbildung, Einwanderung in den Arbeitsmarkt sowie
allgemein Arbeitsmarktpoli<k stärker als Standortpoli<k verstehen. Deshalb setzen wir als
CDU Saar uns insbesondere dafür ein, mit einem zukun-sfähigen System die berufliche
Bildung a;rak<v zu gestalten, um so wieder alle Jugendlichen zu erreichen, die wachsenden
Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt nachhal<g zu lösen und die berufliche Aus-
und Weiterbildung auch kün-ig zum Aushängeschild Deutschlands zu machen. Wir brauchen
eine verbindliche Berufsorien<erung in der Schule, mehr Praxistage, engere Koopera<onen
zwischen Schulen und Betrieben sowie eine landesweite Strategie gegen
Ausbildungsabbrüche. Zur Sicherung des Bedarfs an Arbeitskrä-en verfolgen wir unter
anderem folgende Maßnahmen:
• Duale Ausbildung stärken: Wir als CDU Saar stehen für die Beibehaltung und die
nachhal<ge Stärkung der beruflichen Schulen in ihrer gesamten Angebotsstruktur mit
Abschlussmöglichkeiten vom Hauptschulabschluss bis zum Bachelor Professional. Die
berufliche Bildung braucht adäquate Rahmenbedingungen für eine gute
Unterrichtsgestaltung. Dies beginnt mit einer guten Aussta;ung an Lehrkrä-en.
• Kostenfreie Meisterausbildung: Als Beitrag zur Gleichwer<gkeit von beruflicher und
akademischer Bildung setzen wir uns für die finanzielle Unterstützung der
entsprechenden Aufs<egsfortbildungen mit dem saarländischen Aufs<egsbonus
(„Meisterbonus“) ein. Unser Ziel bleibt die kostenfreie Meisterausbildung im
Saarland.
• Interna4onale Arbeitskrä)e schneller in Arbeit bringen: In der Migra<onspoli<k
stehen wir für eine klare Trennung zwischen Asyl- und Arbeitsmigra<on. Dazu
brauchen wir eine zentrale Anlaufstelle in Saarbrücken speziell für interna<onale
Arbeitskrä-e. Dort sollen die entsprechenden Zuständigkeiten gebündelt werden, um
Anerkennungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, insbesondere die
Anerkennung ausländischer Berufsqualifika<onen. Vor diesem Hintergrund ist zu
prüfen, ob die im Koali<onsvertrag der Bundesregierung vereinbarte „Work-and-stay-
Agentur“ in Saarbrücken als Modellprojekt eingeführt wird.
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Kultur- und Krea4vwirtscha) als Wirtscha)sfaktor verstehen
Wir stehen für einen Paradigmenwechsel in der Kulturpoli<k: Kultur darf nicht länger vor
allem als Zuschussbereich betrachtet werden. Rich<g verstanden ist sie ein zentraler
Standordaktor, ein Wirtscha-sfaktor und ein Instrument moderner Landesentwicklung. Sie
stärkt Zusammenhalt und ist iden<tätss<-end, schav Sichtbarkeit nach außen, zieht
Besucherinnen und Besucher an, belebt Innenstädte, Hotellerie, Gastronomie und Handel
und kann privates Engagement sowie zusätzliche Fördermi;el mobilisieren. Die amtlichen
Zahlen belegen das Gewicht dieser Branche: Im Saarland zählt die Kultur- und
Krea<vwirtscha- laut IHK über 2.200 Unternehmen und mehr als 15.000 Beschä-igte. Ihr
Anteil am gesamtwirtscha-lichen Umsatz liegt im Saarland jedoch deutlich unter dem
Bundesdurchschni;. Würde das Saarland diesen Durchschni; erreichen, läge die
Wertschöpfung der Branche um mehrere hundert Millionen Euro jährlich höher als aktuell..
Wir als CDU Saar haben daher den Mut, größer zu denken: raus aus der bloßen Verwaltung
des Vorhandenen, hin zu einer Kulturpoli<k, die Potenziale erkennt, Chancen nutzt und
Projekte, auch interna<onale, beherzt umsetzt. Dazu setzen wir uns unter anderem für
folgende Maßnahmen ein:
• Potenziale erkennen und umsetzen: Wir als CDU Saar wollen eine Kulturpoli<k, die
Leuch;ürme ermöglicht, private Mi;el einbindet, wirtscha-liche Rückflüsse
systema<sch mitdenkt und Kultur, Tourismus, Wirtscha-, Bildung und
Stadtentwicklung stärker verzahnt. Dazu gehören Projekte, die über das Saarland
hinaus Aufmerksamkeit erzeugen, die ein breites Publikum anziehen und erhebliche
touris<sche Wertschöpfung auslösen. Solche Vorhaben können sich für das Saarland
auch wirtscha-lich auszahlen: durch Eintri;serlöse, zusätzliche Übernachtungen,
Gastronomie- und Handelsumsätze sowie regionale Kauwra-. Damit dieses Potenzial
gehoben wird, braucht es einen verlässlichen, professionellen Rahmen.
• Krea4vwirtscha) als Zukun)sbranche: Digitale Medien und Krea<vwirtscha- sind
längst keine Nischenthemen mehr. Sie gehören zu den dynamischsten
Zukun-sbranchen und verbinden Kultur, Technologie, Bildung, Design, Musik, Film,
Storytelling und wirtscha-liche Innova<on. Wir wollen Digitale Medien, Games und
Krea<vwirtscha- deshalb als eigenständigen Schwerpunkt saarländischer Kultur- und
Wirtscha-spoli<k etablieren. Dazu braucht es beispielsweise eine verlässliche Games-
Förderung im Saarland, die nicht nur einzelne Projekte unterstützt, sondern gezielt
Wachstum ermöglicht. Dies gilt auch für alle anderen Branchen der Krea<vwirtscha-.
Unser Ziel ist ein Saarland, das krea<ve Köpfe nicht verliert, sondern anzieht.
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• Alle Akteure sichtbar machen – auf gemeinsamer Grundlage: Wer nicht sichtbar ist,
wird poli<sch zu selten mitgedacht. Deshalb wollen wir die Kultur- und
Krea<vwirtscha- im Saarland systema<sch erfassen und das amtliche KKW-
Monitoring wieder aufnehmen. Grundlage dafür ist ein weiter Kulturbegriff auf Basis
der UNESCO-Kulturdeklara<on von 1982 als verbindliche Steuerungsgrundlage. Eine
vollständige Kar<erung schav Transparenz, zeigt wirtscha-liche Potenziale und
macht deutlich, wo Förderung, Vernetzung und Standortpoli<k gezielt ansetzen
müssen.
• Neue Saarlandhalle priorisieren: Im Saarland fehlt es seit Jahren an einer
zeitgemäßen Eventhalle, da die bestehende Saarlandhalle für moderne
Großproduk<onen nicht mehr ausreicht. Dadurch verliert das ganze Land als
Kulturstandort zunehmend an Strahlkra- und verschenkt zugleich messbare
Wertschöpfung. Daher müssen die Planungen zur Umsetzung einer neuen Eventhalle
als Nachfolgelösung für die Saarlandhalle dringend beschleunigt werden. Dieses
Projekt ist ein Vorhaben von landesweiter und überregionaler Bedeutung. Deshalb
braucht es deutlich mehr Ini<a<ve der Landesregierung hinsichtlich Planung,
Umsetzung und auch Finanzierung.
Besondere Herausforderungen anerkennen, Chancen nutzen
Das Saarland ist in seiner historischen Entwicklung ein Bundesland wie kein anderes. Unsere
Land ist geprägt von jahrzehntelangem Strukturwandel, einer schwierigen Finanzsitua<on,
kommunalen Altschulden und einem seit Jahren anhaltenden wirtscha-lichen Abs<eg.
Gerade deshalb braucht das Saarland eine Landesregierung, die diese besonderen
Herausforderungen mit Nachdruck auf die bundespoli<sche Agenda setzt und in Berlin
konkrete Lösungen durchsetzt, aber auch die besonderen Chancen unserer Lage im Herzen
Europas besser nutzt. Die Regierung Rehlinger bleibt hier hinter den Erwartungen zurück.
Sta; die bundespoli<sche Rolle des Saarlandes konsequent für konstruk<ve Verhandlungen
und belastbare Ergebnisse zu nutzen, erschöp- sich ihr Au-reten zu o- in PR-Terminen und
öffentlicher Kri<k am eigenen Koali<onspartner im Bund. Das löst keine saarländischen
Probleme. Wir als CDU Saar stehen für einen anderen Weg. Wir kämpfen dafür, dass der
Bund die besondere Rolle des Saarlandes im aktuellen Strukturwandel stärker berücksich<gt.
So wie wir bereits 2016 bei der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen Verantwortung
übernommen und für die Interessen unseres Landes gekämp- haben, werden wir auch jetzt
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mit klaren Vorschlägen, Verlässlichkeit und Verhandlungsstärke für das Saarland eintreten.
Maßstab ist dabei auch das im Grundgesetz verankerte Ziel gleichwer<ger
Lebensverhältnisse in ganz Deutschland. Dieses Versprechen darf für das Saarland nicht nur
auf dem Papier gelten. Hierzu verfolgen wir unter anderem folgende Maßnahmen:
• „Saarland-Agenda“ für die Bundespoli4k: Mit einer eigenen „Saarland-Agenda“
werden wir die zentralen Forderungen unseres Landes an den Bund bündeln: für
einen erfolgreichen Strukturwandel, tragfähige Landes- und Kommunalfinanzen, faire
Rahmenbedingungen für Industrie und Mi;elstand sowie echte Zukun-sperspek<ven
für die Menschen im Saarland.
• Die Lage im Dreiländereck wirtscha)lich konsequent nutzen: Die saarländische
Wirtscha-spoli<k muss sich stärker als Kern eines trina<onalen Wirtscha-sraums mit
Luxemburg und Frankreich verstehen und gezielt dahingehend ausrichten. Gerade die
Vorteile der Nähe zur wirtscha-lichen Boom-Region werden noch nicht konsequent
genug ausgeschöp-. Große Chancen sehen wir insbesondere in den Bereichen
Infrastrukturen, Mobilität sowie bei KI, Raumfahrt und Verteidigung. Von
herausgehobener Bedeutung ist dabei auch eine schnelle Direktverbindung auf der
Schiene zwischen dem Saarland und Luxemburg. Aus unseren engen Kontakten zur
CSV, der führenden Regierungspartei in Luxemburg, wissen wir: Auf luxemburgischer
Seite gibt es große Offenheit für eine stärkere Zusammenarbeit. Diese Chance
müssen wir poli<sch, wirtscha-lich und infrastrukturell konsequent nutzen. Dafür
stehen wir als CDU Saar.
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Fokus auf Innovation, Bürokratieabbau und neue Zukunftsbranchen
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