Im Herzen von Europa: Die Special Olympics Nationalen
Spiele 2026 im Saarland werden grenzübergreifend aus-
gerichtet
Einige Athlet*innen der Bunten Sportgemeinschaft (BSG) Neckarsulm waren noch nie in Frank-
reich. „Deshalb waren wir gestern mal in Forbach zum Einkaufen“, sagte BSG-Schwimmtrainerin
Angela Pim, „damit sie mal sehen, wie es so ist in einem anderen Land.“ Die Schwimm-Wett-
kämpfe der Special Olympics Nationalen Spiele 2026 im Saarland werden im Schwimmbad im
französischen Forbach, dem „Piscine Olympique Communautaire Jean-Éric Bousch“, ausgetragen,
gerade mal gut zehn Kilometer von Saarbrücken entfernt.
Die diesjährigen Gastgeber der Special Olympics Nationalen Spiele sind die ersten, die einen
Wettbewerb in einer der 27 Sportarten im Ausland ausrichten. „Das hatten wir noch nie“, sagte
Christiane Krajewski, die Präsidentin von Special Olympics Deutschland, die diese Spiele in ihrer
saarländischen Heimat ganz besonders genießt. „Das Besondere ist eben der Ort und die Region.
Wir sind hier im Herzen von Europa.“ Was für Special Olympics neu ist, ist deshalb für Saarländer
und die grenznah wohnenden Franzosen in Lothringen ganz normal. Sie arbeiten in vielen Berei-
chen und Themen grenzübergreifend zusammen. Und natürlich gehören die Franzosen auch zu
den zwölf Delegationen, die neben den Teams aus den deutschen Bundesländern an den Spielen
teilnehmen.
„Für uns war es keine Frage, dass wir das Schwimmbad für Special Olympics zur Verfügung stel-
len“, sagte dann auch Jean-Claude Hehn, der Präsident des Gemeindeverbands Forbach Porte de
France. „Aber auf jeden Fall ist es ein schönes Beispiel für grenzübergreifende Zusammenarbeit.
Es spiegelt unsere Freundschaft und Solidarität für eine wichtige Sache wider, die Inklusion im
Sport.“ Deshalb kommen die Schwimmer*innen bei den Spielen nun in den Genuss, ihre Wett-
kämpfe im hoch modernen „Piscine Olympique“ zu bestreiten, in dem die französische National-
mannschaft ihre Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2024 in Paris absolviert hat.
Auch für Isabel Hohneck, die fließend französisch spricht und bei den Spielen als Volunteer in
Forbach eingesetzt ist, ist es völlig normal, grenzübergreifend zu denken und zu handeln. Im
Hauptberuf ist sie Dolmetscherin und Übersetzerin, sie arbeitet allerdings auch als Trainerin im
deutschen Schießsport und weiß, dass die Grenze bei den Schützen so gut wie gar nicht vorhan-
den ist. In ihrem Zweitliga-Team aus Püttlingen stehen fünf französische Athleten, genauso wird
umgekehrt bei französischen Mannschaften verfahren. Selbst bei französischen Meisterschaften
sind deutsche Schützen zugelassen.
Hohneck, die im Saarland in Grenznähe aufgewachsen und nach 13 Jahren im Ausland wieder in
ihre Heimat zurückgekehrt ist, berichtet auch von enger wirtschaftlicher Zusammenarbeit und
dem generellen Bewusstsein, dass in Forbach und Umgebung die Grenze eigentlich gar nicht
existiert. Grundsätzlich ist französisch in der Schule die erste Fremdsprache, auch in vielen Kin-
dergärten wird bereits eine erste Grundlage gelegt. Bei den älteren Saarländern auf der einen
und Lothringern auf der anderen Seite haben sich die Sprachen zu einem fast gemeinsamen Dia-
lekt vermischt, der allerdings eher im Verschwinden ist. Natürlich wird nach wie vor hüben wie
drüben eingekauft, um von beiden Ländern jeweils das Beste zu genießen. Wie es ja auch die Ath-
let*innen der BSG Neckarsulm gemacht haben.
Durch ihr einzigartiges Konzept nutzen die Gastgeber der Special Olympics Nationalen Spiele
2026 ihre räumliche Nähe zu Frankreich, ihre politischen Kontakte und die alltäglichen Gegeben-
heiten perfekt. So setzen sie nicht nur im ganzen Bundesland, sondern auch über Ländergrenzen
hinweg ein Zeichen für Begegnung, Zusammenarbeit und Inklusion.
Text: Ulrike Spitz
Wettkämpfe finden erstmals in Forbach, nahe Saarbrücken, statt
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