16.07.2026 – 23:21
Schiffweiler (ots)
Mehr als 120 Einsatzkräfte verhindern Ausbreitung auf Wald - sechs Feuerwehrangehörige leicht verletzt
Ein Großbrand hat am heutigen Vormittag einen umfangreichen Feuerwehreinsatz in der Gemeinde Schiffweiler ausgelöst. Um 11:43 Uhr wurden die Löschbezirke Heiligenwald und Landsweiler-Reden zunächst zu einem Garagenbrand mit Ausdehnungsgefahr auf ein angrenzendes Wohnhaus alarmiert.
Bereits auf der Anfahrt war eine weithin sichtbare Rauchsäule erkennbar. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatte sich das Feuer bereits auf den Dachstuhl des Wohnhauses ausgebreitet.
Glücklicherweise befand sich zufällig eine Streife der Bundespolizei in unmittelbarer Nähe. Die Einsatzkräfte unterstützten nach ihrem Eintreffen bei der Evakuierung des Gebäudes. Nachdem schnell feststand, dass sich keine Personen mehr in Gefahr befanden, konnte sich die Feuerwehr vollständig auf die Brandbekämpfung konzentrieren.
Da die Flammen auf einen angrenzenden Wald überzugreifen drohten, richtete die Feuerwehr über einen Dachmonitor eine Riegelstellung ein, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Nach dem Eintreffen der Drehleiter wurde der Löschangriff zusätzlich aus der Höhe unterstützt.
Wegen der starken Rauchentwicklung wurde eine Bevölkerungswarnung ausgelöst. Zur Versorgung der zahlreichen Atemschutzgeräteträger wurde darüber hinaus der Gerätewagen Atemschutz aus Neunkirchen alarmiert. Zusätzlich unterstützte eine Teileinheit der Feuerwehr Ottweiler die Einsatzkräfte bei der Einsatzstellenhygiene.
Während des Einsatzes mussten die Itzenplitzstraße sowie die Wemmetsweilerstraße vollständig gesperrt werden. Zudem wurde die Stromversorgung im betroffenen Bereich vorsorglich abgeschaltet.
Im weiteren Einsatzverlauf stürzte ein Teil des Dachstuhls ein. Aus Sicherheitsgründen war eine Brandbekämpfung im Gebäude anschließend nicht mehr möglich, sodass die Löscharbeiten ausschließlich von außen fortgeführt wurden. Zur Beurteilung der Gebäudestatik wurden die Untere Bauaufsicht sowie ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks (THW) Illingen hinzugezogen.
Zur Sicherstellung des Grundschutzes in der Gemeinde Schiffweiler übernahm die Feuerwehr Merchweiler während des laufenden Einsatzes den Brandschutz im Gemeindegebiet.
Insgesamt waren mehr als 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, THW, Bundespolizei, Ordnungsamt und Bauhof im Einsatz.
Während der Löscharbeiten erlitten sechs Feuerwehrangehörige leichte Verletzungen und wurden medizinisch versorgt.
Vor Ort verschafften sich Bürgermeister Cedric Jochum, Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack, Kreisbrandmeister Sascha Cattarius, Landesbrandinspekteur Timo Meyer sowie der Erste Beigeordnete des Landkreises Neunkirchen in Vertretung des Landrates, Klaus Dieter Woll, einen Überblick über die Lage.
Gegen 18:00 Uhr konnte der Einsatz beendet werden. Bereits während dem laufenden Einsatz wurde die interkommunale Verbundwerkstatt der Gemeinden Illingen, Merchweiler und Schiffweiler alarmiert. Dort wurden bis in die späten Abendstunden Fahrzeuge, Geräte und Einsatzkleidung gereinigt und aufbereitet, um die vollständige Einsatzbereitschaft der Feuerwehren schnellstmöglich wiederherzustellen.
Vor allem in den stundenlangen und kräftezehrenden Löscharbeiten zeigte sich einmal mehr der außergewöhnliche Zusammenhalt in der Gemeinde. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner unterstützten die Einsatzkräfte spontan mit Getränken, Essen, Sitzgelegenheiten und kalten Tüchern. Diese aufmerksamen Gesten waren angesichts der hohen Temperaturen und der enormen körperlichen Belastung eine große Hilfe und wurden von den Feuerwehrangehörigen mit großer Dankbarkeit angenommen. Solche Zeichen der Wertschätzung sind keineswegs selbstverständlich. Die Feuerwehr Schiffweiler bedankt sich herzlich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrer Unterstützung dazu beigetragen haben, die Versorgung der Einsatzkräfte während des stundenlangen Großeinsatzes sicherzustellen.