Nach Angaben des Statistischen Amts des Saarlandes stiegen die Verbraucherpreise im Juni 2026 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 2,8 Prozent. Die endgültige Teuerungsrate für den Vormonat Mai 2026 lag bei 3,1 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sank der Verbraucherpreisindex um 0,2 Prozent und erreichte einen Wert von 124,5 (Basisjahr 2020 = 100).
Preise für Energie
Im Saarland wurden im Juni 2026 erneut Preisrückgänge im Energiebereich beobachtet. Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken die Kosten für Haushaltsenergie um 2,7 Prozent. Die Strompreise verzeichneten einen Rückgang von 6,0 Prozent, Erdgas um 2,4 Prozent und Fernwärme um 5,4 Prozent. Ein massiver Preisanstieg war auch im Berichtsmonat Juni bei Heizöl zu verzeichnen. Die Preise stiegen im Betrachtungszeitraum um 21,7 Prozent. Brennholz, Holzpellets und vergleichbare Brennstoffe zeigten eine Preissteigerung von 10,8 Prozent gegenüber dem Juni des Vorjahres.
Die Preise für Kraftstoffe sind an saarländischen Tankstellen im Berichtszeitraum Juni 2026 trotz Tankrabatt deutlich gestiegen. Ursachen für die extrem hohen Kraftstoffpreise waren unter anderem der Iran-Krieg und die allgemeine Energiekrise. Im Vergleich zum Vorjahresmonat mussten Saarländerinnen und Saarländer 17,8 Prozent mehr für Kraftstoff bezahlen.
Ohne die Berücksichtigung der gesamten Energiepreise stiegen die Verbraucherpreise im Juni 2026 im Saarland im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent.
Preise für Nahrungsmittel
Im Juni 2026 verzeichneten Verbraucherinnen und Verbraucher im Saarland im Durchschnitt eine Preissteigerung von 1,9 Prozent bei Nahrungsmitteln im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit lag die Teuerungsrate bei Lebensmitteln den vierten Monat in Folge unter der Gesamtinflation.
Im Bereich Fleisch und Fleischwaren betrug die Preissteigerung 4,6 Prozent. Die Preise für Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte stiegen im Betrachtungszeitraum um 0,8 Prozent.
Die Preise für Molkereiprodukte und Eier sanken im selben Zeitraum um 2,5 Prozent.
Besonders bei Speisefetten und Speiseölen ist ein Preisrückgang von 15,1 Prozent zu verzeichnen.
Preise für Waren
Preise für Bekleidung und Schuhe verzeichnen im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg von 2,4 Prozent.
Preise für Dienstleistungen
Sowohl für Gaststättendienstleistungen (+ 2,7 Prozent) als auch für Übernachtungen (+ 3,5 Prozent) zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher höhere Preise als im Vorjahresmonat.
Im Gastronomiebereich stiegen die Preise für Speisen und Getränke in Restaurants und Gaststätten im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent.
Hinweis:
Die Medieninfo enthält vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 im Internet veröffentlicht (www.statistik.saarland.de).
Erläuterung:
Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. Bsp. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt.