Am 12. Februar 2026 verwandelte sich das Rathaus von Völklingen in eine schillernde Traumfabrik. Punkt 15:11 Uhr hieß es wieder: Bühne frei für den traditionellen Rathaussturm der Völklinger Karnevalsgesellschaften. Unter dem Motto „Hollywood“ lieferten sich die Narren und die Stadtspitze ein närrisches Wortgefecht, das einem Oscar-reifen Drehbuch glich.
Oberbürgermeister Stephan Tautz eröffnete die Szenerie mit großen Worten: Blitzlichtgewitter, roter Teppich und funkelnde Sternchen sollten ins Rathaus einziehen. Einmal im Jahr, so verkündete er augenzwinkernd, dürfe die „Traumfabrik von Hollywood“ auch in Völklingen Station machen. Doch für die Narren, so seine klare Ansage, bleibe das Rathaus verschlossen – schließlich wolle er nur „Stars und Sternchen“ einlassen.
Doch die Karnevalisten konterten schlagfertig. Die Aktionsgemeinschaft Heidstock (AGH), die Karnevalsgesellschaft „Die Beeles“ aus Ludweiler sowie die Karnevalsgesellschaft die Rosselanos 1955 e.V. stellten klar: Nicht Glamour und Glanz seien das Thema, sondern die leeren Kassen der Stadt.
Mit spitzer Zunge wurde der städtische Haushalt als Film ohne Happy End beschrieben – Jahr für Jahr derselbe Streifen, nur ohne überraschende Wendung. Die Narren kündigten an, nun selbst „hinter die Kulissen“ blicken und die Regie übernehmen zu wollen.
Der Oberbürgermeister räumte ein, dass die finanzielle Lage angespannt sei. Der „Film Haushalt“, so seine Worte, sei keine Komödie. Szenen müssten gekürzt, Ausgaben geschnitten werden, damit die Stadt nicht „auseinanderkracht“.
Doch die Narren ließen nicht locker. Zu viel Drama, zu wenig Freude – so ihr Urteil. Wenn der Kapitän zu lange rede, werde er am Ende vom Publikum ersetzt. Die Politik spiele großes Theater, doch die Bürger säßen längst mit Popcorn im Kinosaal und sähen Jahr für Jahr denselben Film.
Selbst die „Requisite“ – sprich die Macht über das Rathaus – wollte der OB zunächst nicht aus der Hand geben. Doch die närrische Übermacht rückte näher.
Gegen die geballte Kraft der Karnevalsgesellschaften – und nicht zuletzt gegen die lautstarke Unterstützung samt Kanone der Kreisler – hatten weder Oberbürgermeister Stephan Tautz noch der Bürgermeister eine Chance. Nach kurzem, aber heftigem Wortgefecht musste das Rathaus die Segel streichen.
Schließlich folgte der närrische Höhepunkt: Der Schlüssel der Stadt wechselte die Hand. Hollywood endete, die Fastnacht begann – und das Rathaus gehörte fortan den Narren.
Mit einem versöhnlichen Finale erklärte der Oberbürgermeister, kein Film könne ohne Publikum bestehen. Unter Applaus öffneten sich die Türen, und die Narren übernahmen symbolisch die Regie „im ganzen Land“.
Der Rathaussturm 2026 zeigte einmal mehr: In Völklingen wird Politik mit Humor genommen – zumindest an Fastnacht. Wenn Glanz, Kritik und närrische Freude aufeinandertreffen, gewinnt am Ende stets das Lachen. 🎉