Krankenstand im Saarland sinkt leicht
Kernergebnisse
- Der Krankenstand unter Erwerbspersonen aus dem Saarland lag im Jahr 2025 bei 7,0 Prozent.
- Im Jahr 2025 war jede Erwerbsperson aus dem Saarland im Durchschnitt 25,4 Tage krankgeschrieben.
- Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sagt: „Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Beschäftigten investieren, tragen zur Vermeidung von Fehlzeiten durch die Verringerung gesundheitlicher Belastungen bei.“
Saarbrücken, 23. Juli 2026 – Die Beschäftigten aus dem Saarland waren im Jahr 2025 etwas seltener krankgeschrieben als im Jahr davor. Das zeigt eine repräsentative Auswertung der BARMER zu den bei ihr in dem Bundesland versicherten 48.000 Erwerbspersonen. Demnach lag der Krankenstand in dem Bundesland im Jahr 2025 bei 7,0 Prozent. An einem durchschnittlichen Kalendertag waren also von 1.000 Beschäftigten aus dem Saarland 70 arbeitsunfähig gemeldet. Nach Mecklenburg-Vorpommern (73) und Sachsen-Anhalt (71) war das der höchste Wert aller Bundesländer. Im Jahr 2024 hatte der Krankenstand im Saarland mit 7,1 Prozent etwas höher gelegen. Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, appelliert an die saarländischen Unternehmen, stärker auf betriebliches Gesundheitsmanagement zu setzen: „Gesunde und motivierte Mitarbeitende können Herausforderungen besser meistern. Das ist gerade in dynamischen Zeiten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“. Betriebliche Gesundheitsförderung komme nicht nur den Beschäftigten zugute, sondern lohne sich auch fürs Unternehmen.
Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit: psychische Probleme
Wie aus den BARMER-Daten weiter hervorgeht, war im Jahr 2025 jede Erwerbsperson aus dem Saarland im Durchschnitt 25,4 Tage krankgeschrieben (2024: 25,9 Tage). Davon entfielen 6,2 Tage (2024: 5,9 Tage) auf psychische Erkrankungen wie Depressionen. Sie waren damit der häufigste Grund für Fehlzeiten im Job. In keinem Bundesland gab es mehr Fehltage wegen seelischer Leiden. Die zweithäufigste Ursache für Krankmeldungen im Saarland waren Atemwegserkrankungen wie Grippe, Husten und Schnupfen (4,4 Tage, 2024: 4,7 Tage), gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen (4,3 Tage, 2024: 4,5 Tage) sowie Verletzungen wie Bänderrisse und Verstauchungen (2,5 Tage, 2024: 2,6 Tage). „Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Beschäftigten investieren, tragen zur Vermeidung von Fehlzeiten durch die Verringerung gesundheitlicher Belastungen bei. Zugleich steigern sie der Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden“, meint Kleis. Auch seien Investitionen in ein betriebliches Gesundheitsmanagement für Arbeitgeber imagefördernd nach innen und außen.
Große regionale Unterschiede bei Krankschreibungen
Die BARMER-Daten zeigen teils erhebliche Unterschiede zwischen den sechs Landkreisen im Saarland bei den Krankmeldungen. So gab es im Landkreis Neunkirchen mit 26,8 Krankheitstagen die landesweit höchsten Fehlzeiten je Erwerbsperson im Jahr 2025. Das waren über zwei Tage mehr als im Regionalverband Saarbrücken (24,6) mit dem landesweit niedrigsten Wert. Bei psychischen Leiden kamen im Jahr 2025 die meisten beruflichen Ausfalltage je Erwerbsperson im Landkreis Neunkirchen zusammen (6,8 Tage). Die wenigsten Fehltage infolge seelischer Erkrankungen verzeichnete im Saarland der Landkreis St. Wendel (5,6 Tage). „Auch kleine und mittlere Unternehmen können von einem betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren. Hier lassen sich gesundheitsfördernde Strukturen oft leichter umsetzen als andernorts“, erklärt Kleis. Betriebliche Gesundheitsförderung könne zur Beschäftigungs- und Zukunftssicherung von Unternehmen beitragen.
Q&A
Wie beeinflusst die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung die Statistik?
Seit Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) im Jahr 2021 werden Krankmeldungen vollständiger und digital erfasst. Seitdem fließen besonders kurze Fehlzeiten deutlich öfter in die Statistik ein als zuvor. Vor der eAU wurden Krankschreibungen zwar in der Regel am Arbeitsplatz vorgelegt, aber teils nicht an die Krankenkasse geschickt.
Welche Daten wurden ausgewertet?
Analysiert wurden die Daten von Erwerbspersonen, die im Jahr 2025 bei der BARMER versichert waren. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Die Daten wurden standardisiert und auf Grundlage von Angaben des Statistischen Bundesamtes auf die Erwerbsbevölkerung hochgerechnet.