NGG-Pressemitteilung
Kreis Saarlouis: 1.750 U3-Jährige in Kitas | NGG Saar:
Familien brauchen planbare Arbeitszeiten –
deshalb muss der 8-Stunden-Tag bleiben
Landkreis Saarlouis, 23. Juli 2026
Den Job und den „Rest des Lebens“ unter einen Hut bringen: Im Landkreis Saarlouis gibt
es für rund 1.750 Kinder unter 3 Jahren einen Kitaplatz. Die Betreuungsquote liegt damit
nach Angaben der amtlichen Statistik bei knapp 38 Prozent. „Das ist zu wenig. Vor allem
wenn Eltern arbeiten, müssen sie sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder betreut
werden“, sagt Tobias Wolfanger von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
(NGG). So liege der landesweite Bedarf, den Eltern bei der Betreuungsquote von Unter-
3-Jährigen im Saarland haben, bei 54 Prozent. Die NGG Saar beruft sich dabei auf eine
Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI).
Erhebliche Probleme sieht die Gewerkschaft jetzt auf Eltern im Kreis Saarlouis
zukommen. Grund sind Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu ändern
und den 8-Stunden-Tag abzuschaffen: „Wenn das passiert, dann bricht für Eltern jede
Planung bei der Kinderbetreuung zusammen. Denn dann kann ein Arbeitstag auch mal
zwei oder sogar dreieinhalb Stunden länger werden. Mit Verlässlichkeit, die Eltern
dringend brauchen, hat das nichts mehr zu tun“, sagt Tobias Wolfanger.
Denn eine verlässliche Betreuung sei gerade für berufstätige Eltern wichtig. „Meistens
sind Kita- und Arbeitszeiten schon jetzt auf Kante genäht – also eng miteinander
abgestimmt: Wer sein Kind in der Kita hat, der muss es auch pünktlich wieder abholen,
bevor die Kita schließt. Aber wenn der Chef demnächst aus einem 8-Stunden-Tag einen
Arbeitstag mit 10 oder 12 Stunden am Stück machen kann, wird es für Familien nahezu
unmöglich, ihren Alltag verlässlich zu planen“, sagt Tobias Wolfanger. Am Ende
beeinträchtige das sogar die Berufstätigkeit der Eltern.
Kritisch werde das auch für die Pflege: „Wer sich zu Hause – zum Beispiel in enger
Absprache mit Pflegediensten – um Angehörige kümmert, kann alles gebrauchen, aber
keinen XL-Arbeitstag“, sagt der Geschäftsführer der NGG Saar. Auch bei der Pflege
gelte: „Verlässlichkeit ist das A und O“, so Wolfanger. Schon deshalb sei die von der
Bundesregierung geplante Aufweichung des 8-Stunden-Tages „Gift für alle, die im
Moment alles daransetzen, den Spagat zwischen Job und Familie zu schaffen“.
Betroffen seien hier vor allem Frauen: 51 Prozent von ihnen gaben, so die NGG, bei einer
bundesweiten Beschäftigtenbefragung (Index Gute Arbeit) des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB) an, sich zu Hause um Angehörige – gerade um Kinder
oder Ältere – zu kümmern. Bei den Männern seien es 41 Prozent. Schon heute hätte gut
ein Fünftel aller Beschäftigten häufig Probleme, Familie und Job zeitlich zu vereinbaren.
Bei alleinerziehenden Frauen seien dies aktuell sogar 42 Prozent.
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
Verantwortlich:
Geschäftsführer Tobias Wolfanger NGG-Region Saar
Telefon (0681) 47 673 Fritz-Dobisch-Str. 5
Mail: region.saar@ngg.net 66111 Saarbrücken www.ngg.net
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„Sollte Schwarz-Rot jetzt den 8-Stunden-Tag abschaffen und bei der Wochenarbeitszeit
ein Höchstlimit von 48 und in Ausnahmefällen sogar bis zu 73,5 Stunden setzen, würde
die Bundesregierung damit echte Probleme für viele Familien im Kreis Saarlouis
provozieren – im Job und in der Familie“, warnt NGG-Geschäftsführer Tobias Wolfanger.
Dabei suchten nicht nur das Gastgewerbe und das Lebensmittelhandwerk, sondern auch
viele Betriebe der Nahrungsmittelindustrie händeringend qualifiziertes Personal. „Den
Arbeitskräftemangel in diesen Betrieben lösen wir nicht durch längere Arbeitstage,
sondern durch bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kita-Plätze“, so Tobias Wolfanger.
Außerdem seien längere Arbeitstage auch eine Gefahr für die Gesundheit: „Nach
8 Stunden im Job steigt das Unfallrisiko immer mehr an. Nach 12 Stunden ist es sogar
doppelt so hoch wie bei einem regulären 8-Stunden-Tag“, so Wolfanger. Aber auch
Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burnout könnten die Folge von zu
langen Arbeitstagen sein.
Mehr Infos unter: https://www.ngg.net/themen/mit-macht-fuer-die-8
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Bildunterzeile
8 Stunden sind genug: „Wer vom Chef einen XL-Arbeitstag mit 10 oder sogar 12 Stunden
aufgebrummt bekommt, kann sich weder um Kinder noch um Angehörige, die zu Hause auf
Pflege warten, kümmern“, sagt Tobias Wolfanger von der NGG Saar. Die Gewerkschaft
erteilt den Plänen der Bundesregierung, den 8-Stunden-Tag zu kippen, damit eine klare
Absage.
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
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