Heimische Bundestagsabgeordnete sollen „Renten-Rückgrat“ zeigen | IG BAU: Rente dem „Härtegrad der Arbeit“ anpassen: Nur 130 Bauarbeiter im Kreis Saarlouis sind über 63 Wenn der Job längst zu hart und die Rente noch zu weit weg ist: Von den rund 2.080 Bauarbeitern im Landkreis Saarlouis sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal rund 130 Beschäftigte älter als 63 Jahre. „Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Ute Langenbahn von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die Vorsitzende der IG BAU Saar-Trier sieht dabei eine kritische Altersgrenze: „Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, so Ute Langenbahn.
Das gelte für die Baubranche, aber auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung, den Garten- und Landschaftsbau. An die heimischen Bundestagsabgeordneten im Kreis Saarlouis und der Region appelliert die IG BAU, „Renten-Rückgrat“ zu zeigen und die Pläne der Bundesregierung „dringend zu korrigieren“. Andernfalls würden viele Berufe, in denen hart gearbeitet werde, mehr und mehr an Attraktivität verlieren.
Ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft: das Abschaffen der Rente mit 63. „Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht. Es macht ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung“, sagt Ute Langenbahn. Betroffen davon seien viele: Im Landkreis Saarlouis gibt es 34.800 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden, so die IG BAU Saar-Trier. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.
Im Fokus der Kritik der IG BAU Saar-Trier steht auch das Rentenniveau. Dabei gehe es um einen weiteren wichtigen Punkt von den 33 Vorschlägen, den die Rentenkommission vorgelegt hat: Es fehle eine garantierte Haltelinie beim Rentenniveau. Hierauf baue vor allem die kommende Rentner-Generation: „Der Staat darf den Baby-Boomern ab 2031 kein Absenken des Rentenniveaus unter 48 Prozent zumuten. Auch hier muss die Rentenpolitik Verantwortung zeigen: Rente ist politische Vertrauenssache“, so Ute Langenbahn.
Die Bundesregierung müsse dringend klarstellen, dass es keinen Einbruch beim Rentenniveau gebe – auch nicht beim Übergang zur kapitalgedeckten Zusatzrente. „Grundsätzlich muss das Rentenniveau dann schnell wieder auf mindestens 53 Prozent kommen“, sagt IG BAU-Bezirkschefin Ute Langenbahn. Auch hierfür sollen sich, so die Forderung der IG BAU Saar-Trier, die heimischen Bundestagsabgeordneten in ihren Fraktionen in Berlin jetzt stark machen.
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