Das saarländische Gesundheitsministerium hat nach der jüngsten Hitzewelle eine erste Bilanz gezogen und appelliert an die Bevölkerung, die Hitzeschutzmaßnahmen auch in den kommenden Wochen weiter konsequent einzuhalten. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit der Hitze stehen, wird auf einen unteren zweistelligen Bereich geschätzt. Besonders besorgniserregend sei, dass die Auswirkungen der Hitze überwiegend im häuslichen Umfeld zu verzeichnen seien.
Das Ministerium führte eine eigene Erhebung durch, um einen Überblick über hitzebedingte Einlieferungen in Krankenhäuser sowie mögliche Todesfälle zu erhalten. Dabei zeigte sich, dass die meisten Menschen mit hitzebedingten Beschwerden aus dem häuslichen Umfeld in Krankenhäuser eingeliefert wurden, während nur wenige aus stationärer Pflege verlegt wurden. Die genaue Anzahl der hitzebedingten Todesfälle lässt sich jedoch nicht sicher bestimmen, da Hitze in der Regel nicht als direkte Todesursache dokumentiert wird und oft eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitzeeinfluss vorliegt.
Die Hitzewelle am vergangenen Wochenende war sowohl hinsichtlich der Höhe der Temperaturen als auch der Länge der Periode historisch für das Saarland und Deutschland. Die Auswirkungen seien enorm. Um zukünftig besser gewappnet zu sein, seien neue Wege und Instrumente bei der Bewältigung von Hitzeereignissen notwendig. Der Hitzeschutz müsse eine ähnlich hohe Bedeutung wie der Brandschutz erhalten. Dazu gehöre auch der Schutz von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vor extremer Hitze.
Das Gesundheitsministerium steht in engem Austausch mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kommunen, um die Situation weiterhin zu beobachten und auf weitere Hitzephasen vorbereitet zu sein. Viele Einrichtungen haben bereits Hitzeschutzpläne erarbeitet, die sich bewährt haben. Aufgrund der zu erwartenden häufigeren Hitzewellen sei jedoch eine langfristige und nachhaltige Herangehensweise notwendig, an der Bund, Länder und Kommunen gemeinsam arbeiten müssen, um Städte, Einrichtungen und das tägliche Leben widerstandsfähiger zu machen.
Auch die Bevölkerung kann durch Vorsicht sich selbst und besonders vulnerable Gruppen wie alleinlebende Menschen schützen. Empfohlen werden Maßnahmen wie ausreichendes Trinken, nur zu kühleren Tageszeiten Lüften und Verschattung der Wohnräume, Vermeidung von anstrengenden Aktivitäten im Freien bei Hitze sowie das Tragen von Sonnenschutz und Kopfbedeckungen. Bei alarmierenden Symptomen wie Verwirrtheit, hohem Fieber oder Bewusstseinsstörungen sollte umgehend der Notruf verständigt werden.
Der Gesundheitsminister dankte allen, die unter den schwierigen Bedingungen ihren Beitrag leisten, insbesondere den Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten und Leitstellen, die das Gesundheitssystem während der extremen Temperaturen aufrechterhalten haben.
Das Saarländische Ministerium für Gesundheit und Pflege (SaarSMH) regelt die Verantwortlichkeiten beim Hitzeschutz auf verschiedenen Ebenen: Das Land übernimmt die übergeordnete Steuerung, die Landkreise koordinieren regional, und die Kommunen setzen die Maßnahmen praktisch um. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind für den Schutz der ihnen anvertrauten Personen durch eigene Hitzeschutzpläne verantwortlich. Die empfohlenen Hitzeschutzmaßnahmen umfassen vor allem ausreichende Flüssigkeitszufuhr, schonendes Lüften, Vermeidung von körperlicher Anstrengung im Freien während der Hitze, leichte Ernährung, Sonnenschutz sowie die rechtzeitige Alarmierung bei gesundheitlichen Notfällen.