Das mit 10.000 Euro dotierte Ludwig-Harig-Stipendium 2026 der Ministerin für Bildung und Kultur (MBK) geht in diesem Jahr an Pascal Richmann für das literarische Projekt „PECH HABEN“.
Mit dem Stipendium unterstützt das MBK die Arbeit von Autorinnen und Autoren zur Realisierung ihres literarischen Projekts. Die offizielle Verleihung des Stipendiums findet Anfang November statt.
Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot: „Gute Literatur kann Brücken schlagen – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Menschen und Perspektiven. Sie macht Geschichte erfahrbar und hilft uns, die Herausforderungen unserer Zeit besser zu verstehen. Gerade jungen Menschen eröffnet sie Räume, in denen sie Fragen stellen, sich eine eigene Meinung bilden und Empathie entwickeln können. Pascal Richmann zeigt mit seinem Romanprojekt eindrucksvoll, wie Literatur komplexe Zusammenhänge erzählbar macht und dabei berührt. Solche Stimmen brauchen wir – deshalb freue ich mich sehr, dass wir seine Arbeit mit dem Ludwig-Harig-Stipendium fördern können.“
Die Jury begründet die Vergabe des Ludwig-Harig-Stipendiums 2026 an Pascal Richmann wie folgt:
„Das mit 10.000 Euro dotierte Ludwig-Harig-Stipendium 2026 der Ministerin für Bildung und Kultur (MBK) geht in diesem Jahr an Pascal Richmann für das literarische Projekt „PECH HABEN“. Indem die Folgen der anthropogenen Veränderung des globalen Klimas unsere Gegenwart bestimmen und unsere Zukunft bedrohen, betont das Romanprojekt, das mit ebenso analytischem wie poetischen Blick die Genese der industriellen Erdölförderung im Elsass ausleuchtet und von den Anfängen der Fortschrittsgeschichte der Moderne als einer Zerstörungsgeschichte erzählt, das Potential der Literatur, komplexe historische und politische Fragen in emotionale und gleichwohl intellektuell fordernde Geschichten zu verwandeln. Pascal Richmann lässt seine Figuren mit herausragender Eleganz und sprachlicher Konzentration auf die vergangenen 500 Jahre blicken; er erzählt präzise und überraschend, lakonisch und voller Leidenschaft. Mit den erzählten Zeiten lässt er die Perspektiven wechseln, hinterfragt literarische Gattungsgrenzen, verbindet Erzählung, Reportage und anthropologisches Perspektiv. Wesentlich wird nicht nur von Vergangenem erzählt, vielmehr wird die Gegenwart les- und verstehbar. Mit Ludwig Harig verbindet Pascal Richmann nicht nur dieses Bestreben die Geschichte im Hinblick auf die Gegenwart zu begreifen, sondern auch der interessierte erzählerische Blick auf die deutsch-französische Grenzregion.“
Pascal Richmann (* 1987 in Dortmund)
Pascal Richmann studierte Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität Heidelberg und Literarisches Schreiben in Hildesheim. Er schreibt Theatertexte, Essays, Reportagen und Erzählungen. Pascal Richmann ist Mitglied der Akademie für Letalität und Lösungen. Bei Hanser erschien 2017 sein erstes Buch: über Deutschland, über alles. Weitere Werke: Man vermisst diesen Planeten (Spector Books, 2021). Gemeinsam mit Enis Maci veröffentlichte er 2024 den Roman „Pando“ (Suhrkamp).
Hintergrund
Das Ludwig-Harig-Stipendium wird bereits zum achten Mal vom Ministerium für Bildung und Kultur vergeben. Das Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und auf zwei Jahre befristet. Mit dem Reise- und Recherchestipendium unterstützt das MBK die Arbeit von Autorinnen und Autoren zur Realisierung ihres literarischen Projekts – ganz nach dem Vorbild Ludwig Harigs, der selbst gerne unterwegs war, um sich vor Ort nicht nur von originalen Schauplätzen inspirieren zu lassen, sondern parallel dazu auch zu sammeln, zu sichten und zu recherchieren.