Das Saarländische Landesarchiv wird über 4.000 Akten aus seinen zentralen Beständen aus den Jahren 1945 bis 1965 präventiv konservieren und so nachhaltig bewahren. Das Gesamtvolumen des Projekts zur sogenannten Massenentsäuerung beträgt 56.520 Euro. Es wird im Rahmen des Projekts „Schriftliches Kulturgut erhalten“ mit Bundesmitteln kofinanziert.
Das Saarländische Landesarchiv will von 2026 bis 2027 vier (Teil-)Bestände aus den Jahren 1945-1965 konservatorisch behandeln. Die Epoche ist im Saarland durch wegweisende Ereignisse gekennzeichnet. Sie umfasst die französische Besatzungszeit, die Teilautonomie mit wirtschaftlichem Anschluss an Frankreich, die Volksabstimmung von 1955, die politische und wirtschaftliche Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland 1957/1959 sowie die ersten Jahre als Bundesland. Die Überlieferung ist essentiell für die Erforschung der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie der sogenannten Kleinen Wiedervereinigung. Der Bestand des (saarländischen) Auswärtigen Amtes (1952-1956) ist besonders bemerkenswert, da solche Überlieferungen normalerweise Bundessache sind.
Die betreffenden Dokumente, insgesamt 4.052 Akten (rund 50 laufende Meter bzw. Regalmeter), werden häufig genutzt. Vor allem im Hinblick auf die Jubiläumsjahre 2027 und 2029 rechnet das Landesarchiv mit erhöhter Nachfrage. Die Bestände weisen jedoch eine zeittypisch schlechte Papierqualität auf. Die industriell hergestellten Papiere drohen säurebedingt zu zerfallen. Sie werden nun konservatorisch behandelt und neu verpackt, um den Zerfallsprozess zu verlangsamen und den Erhaltungszustand zu verbessern.
Konkret wird Papier mit mittels Massenentsäuerung neutralisiert. Es wird eine alkalische Reserve eingebracht und so der pH-Wert auf mehr als 7,0 angehoben. Je früher Entsäuerungsmaßnahmen durchgeführt werden, desto nachhaltiger wirken sie. Deshalb hat das Landesarchiv die Bestände ausgewählt. Sie weisen zwar schlechte Papierqualitäten, aber noch keine extreme Schädigung auf. Seit 2016 hat das Saarländische Landesarchiv bereits zum achten Mail erfolgreich um eine Förderung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung Schriftlichen Schriftlichen Kulturguts, des Bundesbeauftragten für Kultur- und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL) geworben. Damit steigt das Volumen für Bestandserhaltungsmaßnahmen mit Bundesmitteln auf über 250.000 Euro.