Ministerium informiert über Temperaturen, Sauerstoffgehalt und Algenbildung
Die Messstationen des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) an der Saar zeigen derzeit erwartungsgemäß hohe Temperaturen. Sie bewegen sich in einem kritischen Bereich von 24,3 bis 29,1°C. Der Höchstwert wurde in Lisdorf gemessen. Der Temperatur-Grenzwert für den guten ökologischen Zustand liegt bei 25°C. Eine Verbesserung der Situation ist aufgrund der momentanen Wettervorhersage nicht absehbar. Aufgrund der hohen Wassertemperaturen und der gestiegenen pH-Werte sind auch negative Auswirkungen auf die Fischfauna möglich.
Das LUA hat am 22. Juni die Saar von Güdingen bis Saarhölzbach hinsichtlich des Algenaufkommens untersucht und dabei lokal ein vermehrtes Aufkommen im Bereich der Stauhaltung Lisdorf festgestellt. Dort wurde zum Messzeitpunkt die für Badegewässer geltende zweite Warnstufe des Umweltbundesamtes hinsichtlich Blaualgen (> 24,0 µg/l) bei einem Messwert von 25,8 µg/l überschritten.
Im übrigen Bereich der Saar zeigen sich sehr viel geringere Konzentrationen von Blaualgen (1,0 bis 5,9 µg/l). Beispielsweise wurde im Bereich von Burbach der höchste Wert für Gesamt-Chlorophyll gemessen (67,3 µg/l). Der Anteil der Blaualgen beträgt am Gesamt-Chlorophyll hier jedoch lediglich 8,7 Prozent. Es handelt es sich bei der aktuell sichtbaren Gewässerfärbung um eine Blüte ungiftiger Grün- und Kieselalgen.
Aufgrund der starken Algenentwicklung kommt es in Burbach, Lisdorf und Rehlingen jedoch zum Anstieg des pH-Wertes bis zu 9,6 (ideal wären 6,5 bis 8,5) sowie einer Sauerstoff-Übersättigung von über 200 Prozent bei einem Sauerstoffgehalt um 20 mg/l, sodass in den nächsten Tagen keine kritischen Sauerstoffwerte (< 3 mg/l) zu erwarten sind. Dennoch können zu hohe Sauerstoffwerte ebenfalls problematisch sein, da sie zu Bläschenbildung und Atemproblemen bei Fischen führen können.
In Güdingen, Mettlach und Saarhölzbach stellt sich die Lage bisher noch etwas entspannter dar. Die Temperaturen und pH-Werte liegen hier im fischökologisch verträglichen Bereich. Die weitere Entwicklung an der Saar wird vom LUA engmaschig überwacht.
Die Daten der Messstationen an der Saar können hier eingesehen werden.