Unter dem Motto „Entdecke, wie viel mehr in dir steckt – mit weniger oder ganz ohne Alkohol“ beteiligte sich der Arbeitskreis Sucht im Landkreis Saarlouis an der
bundesweiten Aktionswoche Alkohol. Mit verschiedenen Begegnungsangeboten rückten die Veranstaltenden nicht nur die Risiken des Alkoholkonsums in den Fokus, sondern setzten zugleich ein Zeichen gegen Einsamkeit und soziale Isolation.
Einsamkeit und Sucht stehen häufig in engem Zusammenhang und können sich gegenseitig verstärken. Gefühle von Isolation und fehlender sozialer Anbindung können dazu
führen, dass Menschen zu Alkohol oder anderen Substanzen greifen, um Belastungen zu bewältigen. Gleichzeitig kann eine Suchterkrankung bestehende soziale Kontakte beeinträchtigen und die Einsamkeit weiter verstärken. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee,
im Rahmen der Aktionswoche gezielt Begegnungsräume zu schaffen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Veranstaltenden sehen in solchen niedrigschwelligen Begegnungsangeboten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Suchtprävention.
„Prävention bedeutet nicht nur, über Risiken aufzuklären, sondern auch soziale Teilhabe zu stärken. Gemeinsame Erlebnisse können dazu beitragen, Einsamkeit vorzubeugen und das Wohlbefinden langfristig zu fördern“, erläutert Judith Fisch von der Fachstelle
für Suchtprävention und Beratung des Gesundheitsamtes Saarlouis.
Den Auftakt bildete ein Spieleabend im Jugendbüro YOU in Saarlouis. In ungezwungener Atmosphäre konnten die Teilnehmenden verschiedene Gesellschaftsspiele kennenlernen,
gemeinsam spielen und neue Kontakte knüpfen. „Unsere Angebote laden dazu ein, neue Wege auszuprobieren und Gemeinschaft bewusst und nachhaltig zu gestalten“, erklärt Denise Ferner von der Psychosozialen Beratungsstelle des Caritasverbandes Saar-Hochwald e.
V.
Am Folgetag trafen sich Wanderbegeisterte am Wildparkgehege in Saarwellingen zu einer rund fünf Kilometer langen Wanderung unter der Leitung von Herr Werth, dem
Vorsitzenden der Ortsgruppe Saarwellingen des Saarwald-Vereins. Eine Picknickpause an der Schönstatt-Kapelle bot Gelegenheit für persönliche Gespräche in entspannter Atmosphäre. „In der Natur entstehen Begegnungen, die Brücken bauen, neue Wege im Umgang miteinander
eröffnen und Menschen mit dem Ziel verbinden, ein Stück ihres Weges gemeinsam zu gehen“, betont Katharina Thimm von der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) des Caritasverbandes Saar-Hochwald e. V.
Den Abschluss der Aktionswoche bildete ein weiterer Spieleabend in den Räumlichkeiten des Caritasverbandes Saar-Hochwald e. V. in Saarlouis. Gemeinsam wurden neue
Spiele ausprobiert und altbekannte Klassiker wiederentdeckt. Einige Spiele stellte der Jugendtreff Saarwellingen zur Verfügung, weitere wurden von den Teilnehmenden selbst mitgebracht. Kerstin Hoffmann von der Fachstelle für Suchtprävention und Beratung hebt
die Bedeutung solcher alkoholfreier Begegnungsräume hervor: „Alkohol gehört für viele Menschen selbstverständlich zum Alltag. Umso wichtiger ist es, Räume zu schaffen, in denen Begegnung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten auch ohne Alkohol im Mittelpunkt
stehen. Die Aktionswoche zeigt, wie vielfältig und bereichernd ein bewusster Umgang mit Alkohol sein kann.“
Mit den Veranstaltungen der Aktionswoche Alkohol 2026 ist es gelungen, Menschen zusammenzubringen, den Austausch zu fördern und zugleich für einen bewussten Umgang
mit Alkohol zu sensibilisieren. Die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigt, wie wichtig Angebote sind, die Gemeinschaft stärken und soziale Verbundenheit fördern.
Aufgrund der guten Resonanz setzen der Arbeitskreis Sucht des Gesundheitsamtes und die Caritas ihre Veranstaltungsreihe im Herbst fort. Der Termin wird rechtzeitig
bekannt gegeben.