Anna-Maria Wagner: „Das Schönste ist, wenn ich den Athlet*innen etwas mitgeben kann“
Anna-Maria Wagner musste erst mal unter die Dusche. Die zweimalige Olympia-Bronzemedail- lengewinnerin hatte gerade das Aufwärmprogramm vor den Final-Wettbewerben der Special Olympics Nationalen Spiele im Sportzentrum Homburg-Erbach im Judo angeleitet. Und eben nicht nur angeleitet, sondern selbst kräftig mitgemacht. Rollen vorwärts und rückwärts, kleine Sprünge, seitliche Drehungen am Boden, Rücken- und Bauchkräftigung, spezielle Judoübungen und vieles mehr brachten eine halbe Stunde lang nicht nur die rund 60 Special-Olympics-Judoka ins Schwitzen, sondern auch die Weltmeisterin von 2021 und 2024. Sie erklärte allerdings neben- bei alles und absolvierte die Übungen souverän mit dem Mikrofon in der Hand. Außerdem war es warm in der Halle, vor allem unter dem Judoanzug.
Botschafterin mit Herzblut
Anna-Maria Wagner lebt ihre Rolle als Botschafterin für Special Olympics mit viel Herzblut, das ist bei jeder ihrer Begegnungen mit Athlet*innen zu spüren. „Sie hat gleich gesagt, sie will an al- len drei Finaltagen dabei sein“, sagte Judo-Wettkampfleiterin Marina Müller, „sie wollte alle Sie- gerehrungen mitmachen, damit nicht ein Teil der Teilnehmenden enttäuscht wird. Das ist so toll, da fehlen mir die Worte.“ Neben dem Aufwärmprogramm stand für Wagner nämlich auch die Be- gleitung der Siegerehrungen auf dem Programm.
Viel Spaß machen ihr auch die Nationalen Spiele im Saarland. „Die Stimmung ist so toll hier, es ist so schön, wie sich alle treffen beim gemeinsamen Essen oder bei der Athleten-Disco. Viele ken- nen sich schon und feiern ihre Begegnungen. Es ist ein riesen Event. So groß habe ich es mir gar nicht vorgestellt,“ sagte sie staunend. Gerade im Homburger Sportzentrum sorgte zum Beispiel eine große Schülergruppe lautstark für ausgelassene Stimmung – zum Teil verstand man sein ei- genes Wort nicht mehr. An den Wettkampfstätten macht sich stimmungstechnisch natürlich nun bezahlt, dass sich vor den Spielen gut 100 Schulklassen bereits mit dem Thema auseinanderge- setzt haben und nun auf die Sportstätten verteilt die Athlet*innen unterstützen. Sport steigert das Selbstbewusstsein