Nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest nahe Freiburg

by Redaktion, Landespolitik
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Nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest nahe Freiburg appelliert Ministerin Berg an Schweinehalter: Hygieneregeln unbedingt beachten!

In Baden-Würt­tem­berg ist die Afrikanis­che Schweinepest, kurz ASP, in einem Hauss­chweinebe­stand erst­mals nachgewiesen wor­den. Der Betrieb im Land­kreis Emmendin­gen im Breis­gau hielt zulet­zt 35 Tiere in Frei­land­hal­tung. Alle in dem Bestand vorhan­de­nen Tiere wur­den umge­hend getötet und sachgerecht beseit­igt. Die zuständi­gen Behör­den vor Ort haben entsprechende Schutz­maß­nah­men ein­geleit­et und u.a. eine Schutz- und eine Überwachungszone um den Betrieb fest­gelegt. Weit­ere Infor­ma­tio­nen liegen zum aktuellen Zeit­punkt nicht vor.

Für die saar­ländis­che Land­wirtschafts- und Ver­brauch­er­schutzmin­is­terin Petra Berg ist dies eine Nachricht, die Anlass zur Sorge gibt: „Der große Sprung der Afrikanis­chen Schweinepest von Bran­den­burg, Sach­sen und Meck­len­burg-Vor­pom­mern in den Süd­west­en Deutsch­lands ist beun­ruhi­gend. Die Schweine­hal­terin­nen und ‑hal­ter in ganz Deutsch­land befürcht­en drastis­che wirtschaftliche Fol­gen für ihre Betriebe. Die Gefahr, die von dieser Tierseuche aus­ge­ht, müssen wir unbe­d­ingt ernst nehmen. Wer Schweine hält, egal ob klein­er Haus­be­stand oder land­wirtschaftlich­er Betrieb, muss deshalb die vorgeschriebe­nen Hygien­eregeln strikt ein­hal­ten.“

Die Min­destanforderun­gen an die Biosicher­heit seien unbe­d­ingt zu beacht­en, um zu ver­hin­dern, dass der ASP-Erreger in die Schweineställe gelangt.  Der jet­zt bestätigte ASP-Fall nicht weit von Freiburg mache allen erneut bewusst, dass die Tierseuche weit­er auf dem Vor­marsch ist.

„Wir haben seit 2018 sowohl ein aktives, als auch ein pas­sives ASP-Lan­desmon­i­tor­ing bei den Wild­schweinen“, betonte Min­is­terin Berg. Für die Unter­suchung von Proben aller im Saar­land tot aufge­fun­de­nen Wild­schweine im Lan­desamt für Ver­brauch­er­schutz wird eine so genan­nte Fund­prämie von 50 Euro gezahlt. Dies gilt in gren­z­na­hen Regio­nen zu Lux­em­burg und einem Teil Frankre­ichs auch für gesund erlegte Wild­schweine. „Im Rah­men unser­er Überwachung­spro­gramme haben wir bish­er keine ASP-Fälle im Land fest­gestellt. Klar ist aber auch, dass schon kleine Nach­läs­sigkeit­en einen Ein­trag in einen Bestand aus­lösen kön­nen, und das muss in jedem Fall ver­mieden wer­den“, unter­strich die Min­is­terin.

Das Saar­land hat bere­its vielfältige Vor­sorge­maß­nah­men gegen die ASP ergrif­f­en. Der saar­ländis­che Aktion­s­plan Afrikanis­che Schweinepest stellt beispiel­sweise für den Fall der Fälle ein lan­desweit koor­diniertes, schnelles und ziel­gerichtetes Vorge­hen sich­er. Darüber hin­aus wurde zen­tral Zaun­ma­te­r­i­al (Elek­tro-und Duftzäune) beschafft. Die mobilen Zäune kön­nen ziel­gerichtet aufgestellt wer­den, und die zuständi­gen Behör­den vor Ort kön­nen im Falle eines Aus­bruchs bei der Errich­tung von Kern­zo­nen unter­stützt wer­den.

Ein wichtiger Aspekt zur Bekämp­fung der Seuche ist zudem das schnell­st­mögliche Auffind­en und Ent­fer­nen veren­de­ter Wild­schweine. Im Saar­land ste­hen dafür speziell geschulte Such­hunde in Koop­er­a­tion mit der Vere­ini­gung der Jäger im Saar­land (VJS) zur Ver­fü­gung. Sie sind darauf trainiert, veren­dete Wild­schweine im Gelände schnell zu find­en.  Auch set­zt das Min­is­teri­um für Umwelt, Kli­ma, Mobil­ität, Agrar und Ver­brauch­er­schutz seit eini­gen Jahren mas­siv auf Aufk­lärung. Denn der Fak­tor Men­sch spielt bei der Ver­bre­itung eine entschei­dende Rolle: Über zum Beispiel kon­t­a­minierte Fahrzeuge oder Lebens­mit­tel kann die Tierseuche über große Ent­fer­nun­gen weit­er­ge­tra­gen wer­den.

Die Afrikanis­che Schweinepest ist eine ansteck­ende Viruserkrankung der Schweine (Haus- und Wild­schweine), die fast immer tödlich ver­läuft und unheil­bar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vor­beu­gende Imp­fung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indi­rekt über kon­t­a­minierte Gegen­stände (Klei­dung, Schuhe, Fahrzeuge) und Fut­ter durch den Men­schen in andere Gebi­ete über­tra­gen wer­den. Für Men­schen oder andere Tier­arten ist die ASP nicht ansteck­end oder gefährlich.

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