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Bundesmitgliederversammlung in Saarbrücken

LSU star­tet Offen­si­ve gegen LSBTIQ-feind­li­che Gewalt und ver­ab­schie­det neu­es Grund­satz­pro­gramm “Stark durch Vielfalt”

Offene Ablehnung, Intoleranz, Diskriminierung und Gewalt gegen LSBTIQ auch im Jahr 2022 noch immer vorhanden.

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Nach der Aner­ken­nung als offi­zi­el­le Par­tei­or­ga­ni­sa­ti­on der CDU Deutsch­lands hat der Bun­des­ver­band Les­ben und Schwu­le in der Uni­on (LSU) bei sei­ner dies­jäh­ri­gen Bun­des­mit­glie­der­ver­samm­lung, die vom 5. bis 6. Novem­ber in Saar­brü­cken statt­fand, ein kon­se­quen­te­res Vor­ge­hen gegen LSBTIQ-feind­li­che Gewalt gefor­dert. Mit dem Beschluss des von der LSU Saar ein­ge­brach­ten Antrags “Saar­brü­cker Offen­si­ve gegen LSBTIQ-feind­li­che Gewalt” will der Bun­des­ver­band auf die schlim­men Ereig­nis­se in die­sem Spät­som­mer auf­merk­sam machen, allen vor­an der töd­lich aus­ge­gan­ge­ne trans­feind­li­che Über­griff auf Mal­te C., der sich beim CSD in Müns­ter Ende August schüt­zend vor meh­re­re Teil­neh­me­rin­nen gestellt hat, die von einem Unbe­kann­ten ange­gan­gen wur­den. Der Fall hat bun­des­weit gro­ße Bestür­zung aus­ge­löst, sowohl bei Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­kern, als auch bei vie­len Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Auch kurz nach dem Tod von Mal­te C. kam es wei­ter zu LSBTIQ-feind­li­chen Vor­fäl­len, so zum Bei­spiel in Bre­men, Frank­furt am Main und beim CSD in Dres­den. All dies sind jedoch kei­ne Ein­zel­fäl­le, auch die offi­zi­el­len Zah­len stei­gen, wie der gemein­sa­me Bericht von Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um und Bun­des­kri­mi­nal­amt für 2021 zeigt. Erst­mals wur­den in einem Jahr über ein­tau­send Straf­ta­ten regis­triert, die sich gegen die sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder gegen das Geschlecht/  die sexu­el­le  Iden­ti­tät  von  Men­schen  rich­te­ten. Im Ver­gleich zum Vor­jahr stieg die Zahl die­ser Straf­ta­ten um über 34 Prozent.

LSU-Bun­des­vor­sit­zen­der Alex­an­der Vogt und der Lan­des­vor­sit­zen­de der LSU Saar Tho­mas W. Schmitt erklä­ren gemein­sam: “All die­se Vor­fäl­le zei­gen, dass offe­ne Ableh­nung, Into­le­ranz, Dis­kri­mi­nie­rung und Gewalt gegen LSBTIQ auch im Jahr 2022 noch immer vor­han­den sind und wir noch lan­ge nicht in einer Gesell­schaft leben, die alle Men­schen so akzep­tiert wie sie sind. Wir dür­fen daher nicht wie­der ein­fach wie frü­her zur Tages­ord­nung über­ge­hen. Die­se Taten müs­sen Kon­se­quen­zen haben. Als LSU for­dern wir daher eine Offen­si­ve gegen LSBTIQ-feind­li­che Gewalt und haben dafür ganz kon­kre­te Punk­te auf­ge­stellt, was die Poli­tik jetzt anpa­cken muss. Wir bil­den zudem einen ver­bands­in­ter­nen Fach­aus­schuss, der sich unter der Lei­tung von Julia Rost, Poli­zis­tin und Mit­glied im LSU-Bun­des­vor­stand, inten­siv mit dem The­ma LSBTIQ-feind­li­che Gewalt aus­ein­an­der­setzt und im Sin­ne der For­de­run­gen, die mit der Saar­brü­cker Offen­si­ve gegen LSBTIQ-feind­li­che Gewalt ein­her­ge­hen kon­kre­te Ideen, Posi­tio­nen und Aktio­nen ent­wi­ckelt und umsetzt.”

Neben eine Inten­si­vie­rung der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ar­beit, vor allem in Schu­len und der Jugend­ar­beit, sowie der Umset­zung von Maß­nah­men in den Berei­chen Straf­ver­fol­gung und Gewalt­schutz, die sich in vie­len Lan­des­ak­ti­ons­plä­nen für Viel­falt und Akzep­tanz wie­der­fin­den, will die LSU zeit­nah eine ziel­ge­naue­re Erfas­sung LSBTIQ-feind­li­cher Straf­ta­ten in den Kri­mi­nal­sta­tis­ti­ken der Län­der errei­chen. Es braucht eine Opti­mie­rung der Erfas­sungs­sys­te­ma­tik und nied­rig­schwel­li­ge­re Maß­nah­men zur Erhö­hung der Anzei­ge­be­reit­schaft von Betrof­fe­nen. Zudem will die LSU so schnell wie mög­lich Ansprech­per­so­nen bzw. Beauf­trag­te für die Belan­ge von LSBTIQ bei jeder Lan­des­po­li­zei, in der Jus­tiz und bei den Staats­an­walt­schaf­ten eta­blie­ren und bereits vor­han­de­ne in Ihrer Auf­ga­ben­wahr­neh­mung stär­ken. In eini­gen Bun­des­län­dern wird dies zwar bereits umge­setzt wird, jedoch mit unter­schied­li­cher Inten­si­tät. LSU-Bun­des­vor­sit­zen­der Alex­an­der Vogt ergänzt abschlie­ßend: “Wir müs­sen end­lich den beson­de­ren Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund der sexu­el­len Iden­ti­tät im Grund­ge­setz ver­an­kern und die davon aus­ge­hen­de Signal­wir­kung nut­zen, um das gesell­schaft­li­che Bewusst­sein für die Akzep­tanz von LSBTIQ-Men­schen nach­hal­tig zu stärken.”

Bei der Bun­des­mit­glie­der­ver­samm­lung wur­de außer­dem ein neu­es LSBTIQ-poli­ti­sches Grund­satz­pro­gramm beschlos­sen. Nach einem mehr­mo­na­ti­gen Mit­glie­der­be­tei­li­gungs­pro­zes­ses hat sich der LSU Bun­des­ver­band unter dem Titel “Stark durch Viel­falt” pro­gram­ma­tisch neu auf­ge­stellt und unter ande­rem Schwer­punk­te in den Berei­chen Familien‑, Gesund­heits- und Sozi­al­po­li­tik sowie zur recht­li­chen Situa­ti­on von Mensch mit trans­ge­schlecht­li­cher Iden­ti­tät gesetzt. Vogt und Schmitt bekräf­ti­gen hier­bei:  “Stark durch Viel­falt ist unser Anspruch für eine star­ke Volks­par­tei CDU, deren Ziel es sein muss die gesam­te gesell­schaft­li­che Brei­te und Viel­falt abzu­bil­den und die Inter­es­sen aller Men­schen zu vertreten.”

Quelle:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - LSU Saar

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