Tag 5+6+7 KontakterLeichterungen mit Maske

Muttertagstorte
Foto: (c) Nicole Langer

Verschwörungstheorie: Eisheilige sind schuld an Corona

(gew). Seit mehr als zwei Tagen ist die Nation davon beseelt, dass die Kontaktbeschränkungen weitestgehend aufgehoben, Besuche wieder zulässig sind und Angehörige zweier Haushalte sich auch wieder treffen dürfen. Soweit, so gut!?
Wenn man am 09. Mai um 09:10 Uhr liest: „Drei Landkreise reißen die Obergrenze ein: Coesfeld (NRW), Greiz (THÜ), Steinberg (SH)“, und sich am Sonntag die Stadt Rosenheim (deren Cops können nur im TV was verhindern)  und der Kreis Sonneberg (THÜ) hinzugesellt haben, dann kommt man ins Grübeln.
Denn: Allerorten geht’s locker zu, wohl zu locker. Des Chronisten Nachbar zur Rechten (ja, der mit dem Pool) grillt schon munter ohne Abstand und Mundschutz mit seinen Besuchern. Die neuen Nachbarn unten empfangen rege Besuch (und grillen mit einem fürchterlich übel riechenden Fett). Im Park sitzt man wieder in trauter Zweisamkeit. Auf Parkplätzen umarmt und knutscht man sich wie immer. Spielplätze sind okkupiert. Am Timmendorfer Strand tummeln sich Tausende unbeschwert.

09.05., 20:20 Uhr: Deutsche Ansteckungsrate wieder über kritischem Wert (Jetzt kommen die Verschwörungstheoretiker und sagen: „Alles Propaganda!)
 
Frisörbesuch, Einkauf in allen Geschäften ist ja schon seit einer Woche wieder möglich. Am Sonntag (Muttertag) waren die Grenzkontrollen gelockert, Enkel durften ihre Großeltern sehen, Angehörige konnten in Pflegeheimen besucht werden – freie Entfaltung, aber unter Einhaltung der Hygienebestimmungen. Die Grenzkontrollen wurden eigens für diesen Tag gelockert – gut so!
Bald kann man sich noch freier (geht freier als frei?) mit Abstand wieder in Kneipen saufen und in Restaurants schlemmen! Endlich rundum freies Bewegen! Es war doch alles vorher nur „eingeschränkt“! So wollen es einige Freiheitsbedürftige und sich eingesperrt Fühlende. Hm, meint der Chronist: Viele haben sich doch FREI bewegt.

Der wichtigste Tag der abgelaufenen Woche war der Muttertag! Den gab‘s übrigens schon bei den alten Griechen. Zu Ehren aller Mütter war ein Feiertag angedacht 1872 von einer Frauenrechtlerin mit dem wohlklingenden Vornamen Julia. Seit 1914 ist dieser Tag in den USA manifestiert, in Deutschland seit 1922. Die Blumengeschäfte machen kräftig Umsatz (gut nach Corona-Pause), die Preise für Gebinde und Sträuße steigen verdächtig vor diesem Tag (wie vor Ostern und Weihnachten). Früher haben die Väter ihre Familien auffallend am Muttertag ins Restaurant geführt, um die Mutter vom Kochen zu entlasten. (Ja, die Zeiten haben sich geändert!) Der Chronist meint: Jeden Tag sollte Muttertag sein! Jeden Tag sollte man die Mutter (und damit auch die Dame des Hauses) ehren!

 

Muttertag und Eisheilige – da gerät das Tagesgeschehen völlig in den Hintergrund. In St. Wendel war am Samstag zur Demo aufgerufen, wenige kamen, aber immerhin zeigten sich einige, die meisten trugen keinen Mundschutz, nicht alle hielten Abstand. Bis auf den Stadtpolizisten war keine Polizeipräsenz zu sehen, alles sonst friedlich, eher fröhliche Atmosphäre. In Köln und am Vorabend in Hamburg hingegen ging es schon mehr zur Sache. Anderswo flogen Gegenstände gegen die Polizei. So geht’s nicht, überzeugend ist solche eine Art von Protest nicht!

Da liest man, der Mundschutz sei ein „Maulkorb“.  Ein „Maulkorb“ wird nach des Chronisten Wissen einem Tier angelegt. Er soll (insbesondere bei einem Hund) das Beißen verhindern. Wenn nun die Kritiker einer Mundschutzpflicht von „Maulkorb“ sprechen, dann unterstellen sie Mitmenschen das Bedürfnis zu beißen. Andererseits gibt es die Formulierung „einen Maulkorb auferlegen“, was so viel heißt wie, man darf nicht alles sagen, was man meint. Damen und Herren KritikerInnen! 1. Sind wir Mitmenschen keine Tiere (Hunde). 2. Geht von uns Mitmenschen keine Gefahr des Beißens aus. 3. Dürfen wir ALLE auch mit Mundschutz noch unsere Meinung sagen! Verdummt also bitte durch einen noch dümmlicheren Sprachgebrauch die Bevölkerung nicht! Ich verbitte mir, mit einem Tier in Verbindung gebracht zu werden! Zudem sind in meinem Freundes- und Bekanntenkreis keine Beißwütigen.

Im Laschet-Land NRW war man wohl zu lasch mit Kontrollen bei den Lebensmittelzulieferern, jedenfalls sind Fleischbetriebe in den Fokus von Behörden geraten. Sammelunterkünfte von Fremdarbeitern, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten, wurden nicht kontrolliert. Schuld sind nicht die Betriebe, sondern die landeseigene Kontrolle! NRW preschte oft voran. Vollmundig stellte sich  der Unions-Vorsitz-Kandidat immer wieder vor die Presse und pries die positiven Ergebnisse der Sanktionen. Nun muss sein Gesundheitsminister Laumann (der Name bürgt für Qualität) Fleischbetriebe schließen lassen.  

 

Die Gastronomie öffnet … bald. Hat ja lange genug darben müssen und dann kräftig mit den Hufen gescharrt. Konzept? Nicht bekannt. Hat jemand das Foto im Net gesehen, auf dem ein Wirt die Gäste in Glashäuser setzt? Super-Idee! Kann sich dauerhaft durchsetzen. Aber ansonsten dringt kein Entwurf, kein Konzept, kein Vorschlag an die Öffentlichkeit, wie’s aussehen soll. Nur Geschrei um „Rettungsschirm“ und „Steuersenkung“. Den Gast interessiert, wo, wie er sitzen kann/muss, ob alles hygienisch abläuft. Wie läuft das mit der Datenerfassung? Es genügt nicht, Tische im Zwei-Meter-Abstand aufzustellen. Von der Theke/Küche bis zum Tisch müssen Getränke und Speisen  kontaktfrei durch den Gastraum serviert werden. Was ist, wenn die Bedienung an einem Gast (ohne Maske) vorbei läuft, der zur Toilette geht? Beim Essen wird die Schutzmaske abgenommen, beim Bewegen durch den Gastraum auch!? Klimaanlage, Ventilatoren schleudern Bakterien, Bazillen Viren durch den Raum.

In Biergärten mit Maske anstandslos mit Abstand zu sitzen wäre schon machbarer und eher durchziehen. Bis dahin: Na, denn Prost, aus der heimischen Kellerbar, vom sonnenumfluteten Balkon oder von der gemütlichen Couch aus. Kein Deckel, auf dem angeschrieben wird, preiswerter Ausschank, kein Warten auf die nächste Runde, also Glas immer voll, keine Sorge um den Führerschein wegen des Heimwegs. Warum also noch in die Kneipe gehen?

 

Nächstes Thema: Fußball. Gibt’s den noch? Ist es derzeit enorm wichtig, ob 1. und 2. Liga wieder spielen? Ja, mit Geisterspielen soll die Saison zu Ende gespielt werden. Schon droht Spielverlegung. Mielkes Lieblingsclub Dynamo Dresden steht komplett unter Quarantäne. Der Ober-StaSi hätte zu Lebzeiten gesagt:„Schuld ist der Klassenfeind. Genossen, Tagesbefehl: Virus konspirativ observieren, festsetzen, eliminieren oder besser in den kapitalistischen Westen abschieben, als Agent etablieren, den Klassenfeind unterwandern und kampflos siegen!“ Soweit Erichs Traum auf Wolke sieben. Tja, Esel und Ochs …. des anderen Erichs Vision … verkündet, vergessen, verschwunden …
Zurück auf’s Spielfeld: Geisterspiele sind angesagt. In der 3. Liga ist die Situation unklar, erst Recht bei den Amateuren ab 4. Liga abwärts.  Nix Genaues weiß man nicht. Da die Vereine Wirtschaftsunternehmen sind, muss man einerseits Verständnis für den Druck auf Weiterspielen haben. Andererseits bleibt die Frage: Kann man alle Sicherheitsbestimmungen im Sinne des Personals (sprich der Mannschaften, der Beschäftigten in deren Umfeld) einhalten? Übrigens ist man im Zeitalter der Emanzipation beim DFB noch nicht so weit, dass man auch an den Frauenfußball denkt.

Grenzkontrollen haben auch was Positives: Die Bundespolizei verzeichnet viele Fahndungserfolge. Corona-Zeit ist schlechte Zeit für Kriminelle, manche Einbrecher haben Kurzarbeit angemeldet.

Noch was Positives: Die Bahn ist pünktlicher geworden, zur Idealmarke von 100% klafft zwar noch eine Lücke, aber immerhin …. Denkt man, aber es sind ja nur ca. ¾ der Fernzüge im Einsatz.

 

Sie ist da: Die neue Normalität! Saarland Today berichtete, dass es rund um Papier- und Glascontainer sauber ausschauen würde. Pustekuchen. Kaum ist das Volk wieder flügge geworden, sind die Container proppevoll und was nicht reinpasste, das liegt wie früher davor, daneben, dahinter. Siehe dazu die Samstags-Impression an einem Kleider-Container in St. Wendel, Mommstraße, Nähe Bahnübergang. Da hat wohl jemand während der letzten sieben Wochen zu Hause ausgemistet. Stoff hätten die Maskennäherinnen gut gebrauchen können! Sonntags war alles wieder sauber.

Heilige sind namentlich jeden Tag im Kalender erwähnt, Scheinheilige findet man hier und da, Eisheilige kommen nur einmal im Jahr. Hier soll kein Fachseminar über Wetterkunde abgehalten werden. Fest steht: Paul geht, Mamertus kommt, ihm folgen Pankratius, Servatius, Bonifatius, Sophia – richtig, die Rede ist von den Eisheiligen (11.-15. Mai), die vor der Tür stehen („Wolle mer se roilosse?“) In dieser (nicht mehr für alle Mitmenschen) schwierigen Zeit gilt es sich zu hinterfragen, hätte sich Corona auch dann wie bekannt entfaltet, wenn die Eisheiligen nicht (schon früher) auf den Plan getreten wären? Hätte die „Kalte Sophie“ nicht etwa mit erbarmungslosen Zittertemperaturen für das Absterben des Virus sorgen können? Hätten die Eisheiligen „kraft Amtes“ nicht mit vereinten Kräften die Entfaltung dieses unglückseligen Virus‘ verhindern können? Einfach früher auftauchen und, weil sie Heilige sind, ein Machtwort sprechen können? Spätestens hier gerät des Chronisten Vertrauen in Heilige (und Scheinheilige) arg ins Wanken. Der ganze Eisheiligen-Clan hat sich nicht rechtzeitig darum gekümmert, was uns ausgangs Winter, eingangs Frühjahr 2020  - sagen wir mal karnevalistisch: in der Kampagne 2019/2020 – drückt, bedrückt, quält, belästigt.  

Egal: Allen Wettervorhersagen zum Trotz richtet sich der Chronist immer nach dem Aufstehen nach dem ein, was er draußen sieht. Meistens stimmt es ja auch, was wenige Stunden vorher irgendein Wetterfrosch gequakt hat. Wie hat aber Lenin einst gesagt? „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Der Alt-Kommunist kannte aber diese Weisheit nicht: „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“ Leute, denkt also bitte dran, die „Kalte Sophie“ wird uns alle noch ein bissel reizen!

Sch…egal, wie das Wetter ist, Corona ist überall und schert sich einen feuchten Kehricht um Sonne oder Stürme, schon gar nicht um Corona. Fakt ist: Die Temperaturen fallen, Regen ist angesagt, in Höhenlagen sogar Schnee.

 

Die Rock’nRoll-Szene trauert um Richard Wayne Penniman, besser bekannt als Little Richard. Der lernte das „wilde“ Klavierspielen, hatte 1952 seinen ersten Radiohit. Wer kennt noch „Tutti frutti“, „Good Golly Miss Molly, „Ready Teddy“? (Leserin Petra Scherer von den Verrückten Rock’nRollern gewiss) Titel, die von anderen Interpreten gecovert und hierzulande damals von vielen Bands nachgespielt wurden. Was die wenigstens wissen: Von 1957 bis 1964 war Little Richard als Musiker und Priester tätig. 2013 verabschiedete er sich aus der Musikszene. Mit allen Größen der Rock- und Popwelt hat er auf der Bühne gestanden. Das war noch Musik, von Hand gemacht!  Das waren noch Melodien, nicht nur „wumm wumm wumm! R.I.P.!

Roy Uwe Ludwig Horn, besser bekannt als ein Teil des Tiger-Magier-Duos „Siegfried und Roy“ ist am Corona-Virus gestorben. Sein Markenzeichen waren über 30 Jahre Magiernummern mit weißen Tigern. 2003 musste er seine Bühnenpräsenz wegen eines Unfalls auf der Bühne beenden und war seither ein Pflegefall. R.I.P.!

Was wäre sonst noch anzumerken?
Freuen wir uns: Ausflüge sind möglich, Sehenswürdigkeiten geöffnet.
Beim Umherstreifen in Gottes schöner Natur darauf achten: Der Holzbock, besser bekannt als Zecke, lauert in Wald und Feld.
Man gehe mit Desinfektionsmittel nicht übermäßig um, sonst sind Hautschäden zu befürchten. Vor allem nicht einatmen, sonst gibt’s Hustenreiz!
Nicht vergessen: Corona lauert um die Ecke!

 

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