Tag 29 der Ausgangsbeschränkungen

Grenze nach Frankreich
Foto: (c) Gerald Wind

Es wäre schön, wenn ….

Drittes April-Wochenende, Ostern liegt hinter uns, Corona ist noch unter uns. Oder nicht? Oder nicht mehr so ganz? Oder doch?
Schaut man sich heute draußen um, so ist bei diesen herrlichen Sommertemperaturen (kalendarisch ist ja noch Frühling) völlig normales Leben, reges Einkaufstreiben zu registrieren – Ausnahme: Die Innenstadt. Außer in der kürzlich umgezogenen Glocken-Apotheke in St. Wendels Bahnhofstraße kann man nirgendwo einkaufen. Kaum Passanten auf den Straßen, dafür um so mehr Fahrzeuge. Wären da nicht die vielen Hinweisschilder an den Ladentüren und Schaufenstern, man könnte meinen, es sei Sonntag. Dieser Eindruck wird sofort an anderer Stelle revidiert: Baumarkt, „de Bruch“ (wie die Alten sagen, Globus für die Jüngeren), Aldi, Lidl haben besten Besuch. Mit Mundschutz, Handschuhen, nicht ganz millimetergenauem Abstand geht’s – dennoch zeugen prall gefüllte Einkaufswagen von ungebrochenem Einkaufswillen, hinter dem sich sowohl eine bevorstehende Hungersnot als auch leere Kühlschränke oder gar das bis dato zwangsgedrosselte Grillbedürfnis verbergen könnten.

06:36 Uhr: Ärztekammerpräsident hält Kita-Schließung noch für sinnvoll. „Weil Kleinkinder die aktuelle Situation und Verhaltensweisen wie Abstand halten noch nicht kennen.“
10:17 Uhr: Warenhäuser bleiben geschlossen, Eilanträge zurückgewiesen (Berlin, Meck-Pomm).
10:37 Uhr: Infektionen auf 138.449, Zahl der Toten auf 4.154 gestiegen. Trend der letzten Tage bestätigt. Also: Nicht nachlassen, weiterhin schön aufpassen!

 

Im Briefkasten findet der Chronist derweilen einen Rundbrief des Bürgermeisters vor. Und spätestens auch hier merken wir: Es ist immer noch was in der Luft (nicht der ganz besondere Duft der Berliner Luft)! „Starken Willen, mentale Stärke, Vertrauen brauchen wir“. Nachdem das Leben in der Stadt „gerade sehr zur Ruhe gekommen“ ist, soll es schnell wieder heißen: „Hier lebt das Leben!“ (Erinnert an den Neinkerjer Slogan „Die Stadt zum Leben.“)

Noch tut Corona was bevor der bekannte Slogan „In St. Wendel tut sich was“ uns wieder die Normalität zeigt.    

Mittagszeit: Heute keine Völlerei, weder mit noch ohne Fleisch. Ein Erfrischendes Getränk (hier ein Erdbeershake) tut’s auch! Wohl bekomm’s! Später gibt dann wieder aus Nicoles Backstübchen ein Stück Kuchen.

 

Apropos Normalität: Vom Einkaufsgebahren war schon berichtet.
12:12 Uhr: Veranstalter fordern Klarheit beim verbot von Großveranstaltungen. Was wird jedoch seitens der Bundesländer als „Großveranstaltung“ betrachtet? Keine einheitliche Linie verunsichert alle – Veranstalter, Künstler, Publikum.
13:55 Uhr: Keine Salutschüsse für die Queen zum 94. Geburtstag. Sie soll gesagt haben: „Dass ich das noch auf meine alten Tage erleben darf!“

Auf den bekannten Internetforen wie auch in Gesprächen wird derweil munter von bevorstehenden Veranstaltungen geplaudert. Mehr Pro für weitere Zurückhaltung als Contra.  Der Chronist spinntisiert einfach mal mit.

Er denkt an das traditionelle Maibaumsetzen der KG Ri-Ra-Rutsch in Schwalbach.

 

Wird das was?

Man denke an Sportveranstaltungen – volle oder leere Stadien? - …

 

…. und an diese Sportveranstaltung in Lebach:

Apropos Lauf. In Friedrichsthal hatte Hobby-Läufer Florian Kern die verrückte Idee, einen Marathon (25 mal  eine bestimmte Route durch ein Ortsviertel) zu laufen. Ein Lächeln, Applaus, freundliche Gesten von Balkonen oder Vorgärten waren ihm gewiss. Pro Kilometer hatte er zudem um eine kleine Spende gebeten. (Bei Redaktionsschluss hatten wir noch keine Rückmeldung.)   Eine kernige Sache, wie wir meinen!

Ein Ausflug auf die Ensdorfer Halde wäre doch auch eine schöne Abwechslung und würde den Kalorienverbrauch rechtfertigen. Aber wann? Derzeit geschlossen!

 

Die Nacht von Samstag auf Sonntag ist vorerst gerettet: „One world together at home“  eine virtuelle Mega-Benefizshow mit Weltstars (Rolling Stones, Paul McCartney, Billie Eilish u.a.m.). Sollte man nicht versäumen!

Mit Bange sieht der Chronist einem am 4. Mai vorgrammierten Chaos entgegen und harrt folgender Eilmeldung: Vorsicht im Straßenverkehr! Hundertausende aggressive Frauen auf dem Weg zum Frisör. (Hm, montags haben die Frisöre doch geschlossen…)
Nase genug lang gemacht. Es hilft nix: Wir können uns drehen und wenden wie wir wollen, Urlaubsfantasien entwickeln, über Schulöffnungen heiß diskutieren, Grillen und saufen bis der Arzt kommt, uns ist’s derzeit völlig wurscht, wer CDU-Vorsitzender oder Bundeskanzler wird ….. das Virus ist noch da und es lauert nach wie vor auch weiterhin irgendwo.

Schönes Wochenende!

Zu guter Letzt: Mundschutz schützt nicht vor Berliner Schnauze.

 

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