Tag 2 nach den Restriktionen

Aushang am DM Markt in St. Wendel
Foto: (c) Saarland Today/Gerald Wind

Noch immer Schwachstellen

17.03.2020: Beim Frühstück begleitet mich die Information, dass die Zahl der Infizierten in Deutschland steigt. Und: Am frühen Morgen wurde in einem Wohnhaus in der Stadt (keien exponierte Lage) eingebrochen. Mahlzeit!

St. Wendel, 10:30 Uhr: In meinem Stamm-Café bin ich gerade der einzige Kunde, im Innenbereich sitzt niemand, draußen wird gleich ein Dreiertisch besetzt. An der sonst so überfüllten Backtheke, an der das Personal in normalen zeiten überfordert zu sein scheint, gibt’s keinen Stau. Eintreffende Kunden halten respektvoll Abstand.

Im Drogeriemarkt sind Produkte kontingentiert; an der Kasse möchte ich vier kleine Dosen Katzenfutter bezahlen, in freundlichem Ton macht mich die Kassiererin darauf aufmerksam, dass es nur zwei Dosen gibt. (Oki, wusste nicht, dass es so viele hamsternde Katzen in der Kreisstadt gibt.) Beim benachbarten A-Discounter sind wenig Kunden, ich kann schnell wieder eine Rolle Papiertücher ergattern. (Übrigens habe ich zu Hause in den letzten Tagen festgestellt, dass diese Papiertücher rauher ist. Statt Lieferproblem ein Qualitätsproblem?). Der Parkplatz des Supermarkt-Riesen am Tholeyer Berg allerdings platzt mal wieder aus allen Nähten (zur Entschuldigung muss man aber auch erwähnen, dass im Parkplatzbereich seit Wochen Bauarbeiten stattfinden) und somit einen Kundenbesuch wie an einem Wochenende vor Weihnachten oder Ostern.  

Im Drogeriemarkt sind Produkte kontingentiert; an der Kasse möchte ich vier kleine Dosen Katzenfutter bezahlen, in freundlichem Ton macht mich die Kassiererin darauf aufmerksam, dass es nur zwei Dosen gibt. (Oki, wusste nicht, dass es so viele hamsternde Katzen in der Kreisstadt gibt.) Beim benachbarten A-Discounter sind wenig Kunden, ich kann schnell wieder eine Rolle Papiertücher ergattern. (Übrigens habe ich zu Hause in den letzten Tagen festgestellt, dass diese Papiertücher rauher ist. Statt Lieferproblem ein Qualitätsproblem?). Der Parkplatz des Supermarkt-Riesen am Tholeyer Berg allerdings platzt mal wieder aus allen Nähten (zur Entschuldigung muss man aber auch erwähnen, dass im Parkplatzbereich seit Wochen Bauarbeiten stattfinden) und somit einen Kundenbesuch wie an einem Wochenende vor Weihnachten oder Ostern.  

Die Innenstadt ist fast leer, da Anlieferzeit ist (oha, was wird denn noch geliefert?) zähle ich mehr Fahrzeuge als Passanten. Die verordnete Ruhe sorgt für beste Postkartenfotos.

Traurig grüßt der vorbereitete Osterschmuck auf dem Schlossplatz, leider fällt der allseits so beliebte Ostermarkt aus. Nur wenige Gäste schlürfen in einem Trend-Café ihren Kaffee in der warmen Vormittagssonne.

Die fast schon gespenstische Ruhe rund um das (geschlossene) Rathaus wird ab und zu durch aufheulende Motoren gestört – einige PS-Kraftprotze meinen, sie müssten gehört werden; überhaupt fahren einige Mitmenschen aggressiv.

11:40 Uhr:  Bundesweit 10.087 Infizierte, Dunkelziffer unbekannt. Darunter könnten sich, wenn ich den mich zwischendurch erreichenden Straftatenzahlen glauben darf, auch infizierte Einbrecher, Verkehrsrowdys, Falschparker, Randalierer und Drogenabhängige befinden. Kann man mit Corona intus noch einbrechen,, zu schnell fahren, falsch parken, randalieren und Drogen verkonsumieren? Demnach bremst das Virus die Falschen aus. 

Kommen wir noch mal auf’s Hamstern zurück. Eine Bekannte hat eigenem Bekunden nach gehortet: Tütensuppen für sechs Wochen, Fleisch für 4 Wochen, Nudeln für ein halbes Jahr (!), Reis für drei Monate, Zucker und Mehl für zwei Monate, Brot ist eingefroren für sechs Wochen – der Hund hat  für zwei Monate sein Fressen. Mahlzeit!

Bei einem Freund ist immerhin Alkohol für ein Jahr bevorratet, Duschgel reicht für sechs Monate, das Toilettenpapier mit vier Pack à acht Rollen reicht auch ‚ne Weile, vielleicht bei Darmträgheit bis Aschermittwoch 2021.

Um die frühe Nachmittagszeit Ärger, Unverständnis, rege Diskusionen im Net und auf WA: Tedi in SLS-Fraulautern sowie im Landkreis SLS hat  geöffnet. Auf Nachfrage erfährt man beim Gesundheitsamt, dass dieses Geschäft  Lebensmittel verkaufen würde. Allen aufgeregten Kritikern fällt jedoch nur ein, dass dort allenfalls Süßigkeiten feilgeboten werden.  Ob „von oben“ angeordnet,  einfach mal probiert – jedenfalls soll das Geschäft kurz danach von der Polizei geschlossen worden sein, ebenso eine  Filiale der Kette mit den vielen „n“. – Verantwortungsbewusstsein sieht anders aus – Mahlzeit!

Man hat das Ohr am Puls des Corona-Lebens: Es häufen sich vielerorts die Klagen von Verkäuferinnen, dass sie von Kunden angeschrieen bzw. bepöbelt werden, nur weil manche Artikel ausverkauft sind oder weil man nur mit der Karte zahlen soll. Übrigens hätte manche Konzernleitung schon auf Zahlautomaten wie schon mancherorts (Globus Kaiserslautern und St. Wendel, Luxemburg etc.) umstellen können.

Mir schwant: Es wird soweit kommen wie einst in der ehemaligen DDR, dass Kunden nur noch einzeln den Verkaufsraum betreten dürfen.

Per Mail erhält der Reiseleiter von Tagesfahrten des Seniorenbüros St. Wendel die Mitteilung, dass die für 20. Mai 2020 geplante Fahrt nach Mainz zum ZDF ausfällt.

Die Schließung von Spielplätzen (gemäß Anordnung) hat sich wohl noch nicht überall herumgesprochen, auch nicht in Fraulautern. Auf einem Bolzplatz tummeln sich zahlreiche Kinder Unter-2-Meter Abstand!

In St. Wendel schlendert eine Rotte Jugendlicher entlang der stillgelegten Bahntrasse, prügelt sich zwischendurch, leert mitgeführte Bierflaschen. Mahlzeit!

Gab es heute etwas Erheiterndes: Ach ja: Die Zahl der lustig gemeinten Corona-Gifs steigt ins Unermessliche.

Fazit: Ein Virologe meinte im TV: „Die beste Waffe im Krieg gegen Coronavirus ist der gesunde Menschenverstand! …wir sind verloren! Die meisten von uns sind unbewaffnet!“

 

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