Tag 12-13-14 K(ontakter)L(eichterungen mit) M(aske)

Blumenbeet
Foto: (c) Gerald Wind

Wochenbeginn mit Gastro-Start

(gew). 17. Mai 2020 – was für ein (Sonn)Tag in der 20. Kalenderwoche, im Kennzeichen Stier, 138. Tag des Jahres, Sonne, kontrollfreies Tanken in Luxemburg, weiterhin ohne wichtigen Grund kein Grenzübertritt nach Frankreich, Pascal hat heute Namenstag, noch 228 Tage bis zum Jahresende – und Corona! Ein Blick auf das historische Kalenderblatt zeigt uns: Vor einem Jahr wurde die Zulassung von E-Scootern, diese bis maximal 20 km/h „schnellen“ Elektroroller, gebilligt. Dieses Fortbewegungsmittel ist vor dem Hintergrund von Corona fast schon in Vergessenheit geraten. Oder heute schon gescootert?

Letzter Tag, den der Chronist mit den Großbuchstaben „KLM“ abzukürzen pflegt. Schließlich ist ja „Normalität“ eingekehrt, noch nicht die vielerhoffte „neue“, aber immerhin eine solche, die viele Freiheiten lässt. Dafür wird ja auch schließlich demonstriert, mit mehr oder weniger Abstand, mit weniger Masken als eigentlich erforderlich, mit mehr oder weniger Anstand – was alles dem Umstand zu verdanken ist, dass nach Greta (was macht sie eigentlich?) endlich mal wieder auf Straßen und Plätzen protestiert werden darf. (Da gab’s wohl bei den Profi- und Hobby-Protestlern Entzugserscheinungen.) Im Vergleich zur Vorwoche übrigens mit mehr Polizeipräsenz. Leider war vielerorts festzustellen, dass sich leider auch politisch anders Gesinnte unter die Demos mischen wollten, viele Veranstalter haben dem aber einen Riegel vorgeschoben.
In St. Wendel versammelten sich am Samstag knapp hundert Demonstranten, friedlich, ohne Masken, eisschleckend, rege diskutierend, teilweise auf Sitzhockern sonnenbadend; auch hier war mehr Polizei anwesend. Die übrige Innenstadt hingegen war fast menschenleer.

 

Irene Thiel-Gräber, ihres Zeichens Nageldesignerin und Präsidentin des Kaltnaggischer Gardisten Corps (Dudweiler) hat einen interessanten Beitrag auf Fb veröffentlicht, den wir (weil er den Nagel auf den Kopf trifft) ungekürzt übernehmen dürfen:  „Wieso regt ihr euch eigentlich auf, wenn‘s um den Besuch im Restaurant geht? ... Geht‘s noch?

Ihr tragt euren Maulkorb höchstens zwei Minuten ... beim Reingehen und Rausgehen ... eventuell noch zur Toilette … die Angestellten immer ... sonst tragt ihr euren Maulkorb doch … voller Stolz und macht Werbung und Bilder ... Warum geht‘s dann hier nicht? Ihr regt euch auf weil ihr Namen, Adresse, Telefonnummer eintragen müsst??? Warum

… in Fb habt ihr es ohne Bedenken getan, euren minderjährigen Kindern habt ihr es erlaubt, einfach so, sogar mit Emailadresse.
Viele von euch sind auch auf Insta, Tinder, Tik Tok, Snapchat, die machen mit euren „so heiligen“ Daten ganz andere Dinge. Wieso bekommt ihr denn Werbeanrufe??? Weil ihr eure Daten nirgends gespeichert habt? Im Restaurant, Frisörsalon, Nagel- und Tattoostudio werden die nach drei Wochen geschreddert. Ihr habt eure Daten in der halben Welt verteilt und schreit jetzt „Datenschutz“. Wenn ihr den Pizzaservice anruft und liefern lasst, was macht ihr dann??!! Richtig:  Name, Adresse und Telefonnummer ... was ein Zufall ... und das einfach so, oft wird per Mail bestellt ... also auch hier Email einfach so rausgegeben. - …. Lieferservice … Blumenlieferservice … ihr bestellt bei Amazon, Ebay, Wish, also auch im Ausland ohne Bedenken …

oft werden diese Daten gespeichert, auch jahrelang …

als wir "bösen Menschen" anfangs Bedenken über einige Dinge hatten, wurden wir zerfleischt. Wir haben aber einfach nur EINE ANDERE MEINUNG diese böse Meinung teilen mittlerweile immer mehr Menschen … sind wir doch nicht böse?? … Ihr habt zu Anfang des Shutdowns rumgeschrien „unterstützt die Kneipen, Restaurants etc. mit Gutscheinen!“. Wozu brauch man nun Gutscheine, wenn niemand hingeht? - Nur weil ihr Namen, Adresse und Telefonnummer angeben müsst, zwei Minuten  euren heißgeliebten Maulkorb tragen sollt? Versteh‘ ich nicht. denkt vielleicht mal drüber nach ob der Protest zum Datenschutz im Restaurant oder den anderen Einrichtungen wirklich nötig ist oder ob man zum normalen Leben zurückkehrt. - Wir werden essen gehen (Tisch ist bestellt), zum Frisör usw., wir möchten normal leben und weiterhin die Geschäftsleute unterstützen. - Ich halte rein gar nix vom Maulkorb, trage ihn trotzdem. Vielleicht denkt der eine oder andere mal drüber nach und merkt, dass die im Restaurant, beim Frisör etc. hinterlassenen Daten nicht so gefährlich sind wie die im Netz … viele haben das vergessen. - Habt einen schönen Tag und kehrt mal langsam zur Realität zurück!“ – Soweit diese Meinung.

Nach so viel Meinung Zeit für’s Mittagessen. Unser Speisevorschlag kommt heute von Michael Zimmer aus St. Wendel.

Wenn wir gerade vom Essen sprechen: Ab Montag öffnet die Gastronomie. Überall wird letzte Hand angelegt beim Stühle- und Tischerücken. Markierungen werden noch einmal überprüft, Hygienemittel bereit gestellt – eigentlich könnte es bei vielen Betrieben schon losgehen. Knapp 30% werden jedoch ihre Tätigkeit noch ruhen lassen (müssen), aus verschiedenen Gründen.

Mancherorts haben einige Spaziergänger, Eischlecker  und wohl Erschöpfte (ja, nach 7 Wochen Müßiggang werden die Knochen schwer, die Muskulatur wird schlapp) in den Innenstädten bereits aufgestellte Sitzgelegenheiten okkupiert und sich gemütlich niedergelassen. Mit dem Wochenbeginn startet auch der Service wieder und dann ist es aus mit für lau am Tisch sitzen.

 

Wer Urlaub machen möchte, der muss sich als Mallorca-Fan bis September gedulden. Wen es mehr nach Frankreich zieht, darf sich zwar freuen, dass einige Strände unter strengen Regeln öffnen, aber mit Sonnenbad und Picknick ist nix! Zudem ist ja eh derzeit keine Einreise möglich.

 

Zuviel Übermut in Marpingen (am Freitag) und St. Wendel. Im feierfreudigen Ort an der Alsbach übertrieben es Jugendliche allzu sehr. Fragt man sich nur, ob Eltern ihre 14 Jahre alten Früchtchen nicht zu gegebener zeit zu Hause vermissen. In der Kreisstadt sind seit eh und je die „Mott“ (Glashaus) und der Park Tummelplatz sich berauschender Erdenbewohner jeglichen Alters. Dumm nur, dass die Polizeiwache nicht weit vom Park entfernt und somit im Fokus der Ordnungshüter ist. Und in der „Mott“ sitzt man so auf dem Präsentierteller, dass man beim besten Willen weder übersehen noch überhört wird. Auf  jeden Fall gab’s Platzverweise, die dicke Rechnung (Geldstrafe) folgt noch. Wesentlich härter zur Sache ging’s in Ensdorf: Dort waren Messer und Baseball-Schläger im Nahkampf-Einsatz. Überall war Freund Alkohol mit von der Partie.

 

Zum Sport: Der war in diesen ungewöhnlichen Zeiten völlig in den Hintergrund getreten. Die Meldung der Woche beinhaltete, dass F1-Vettel nicht mehr für Ferrari fahren wird. Mal sehen, welchem Rennstall er sich anschließt, Mercedes dürfte im Gespräch sein.

Die Fußball-Bundesliga hat uns wieder oder wir haben die Bundesliga wieder. Leere Stadien, schöner grüner Rasen ließen grüßen. Nun rollte am Samstag der Ball wieder, aber vor leeren Rängen – Geisterspiele nennt man das: Fünf Spiele hatten zusammen knapp 900 „Betrachter“, Oberligakulisse, bestehend aus Trainern, Ersatzspielern, Mannschaftspersonal, Schiris, Beauftragten, Offiziellen. Begeisterung kam da wenig auf, auch wenn der BVB seinen Revierrivalen Schalke mal glatt mit 4:0 überrollte. Und Bayern verteidigte seine Tabellenführung. Entgeistert musste man jedoch in Berlin beobachten, dass Torjubel nicht in dezenter Form gefeiert wurde …. mal wieder die Hertha (die nach Klinsmann nun den ebenfalls in die Kritik geratenen Lehmann im Aufsichtsrat hat.). Sanktionen bleiben von der DFL/vom DFB aus? Söder hat da ein bisserl nachgehakt. (Kann mir mal einer verraten, warum ich dann noch beim Einkaufen eine Maske tragen soll? Ich gerate ja auch nicht in Verzücken, wenn ich meine Wunschprodukte gefunden habe  und knutsche deshalb weder meine Mitkunden noch die Kassiererin.)

 

Kluge Worte in einem aktuellen Rundschreiben des Bund Deutscher Karneval: Dort ist zu lesen, dass der 11.11., der fette Donnerstag, Rosenmontag, Fastnachtsdienstag wie auch Aschermittwoch nicht aus dem Kalender verschwinden. Dieser wenig überraschenden Feststellung folgte die Anmerkung auf dem Fuße, dass aus aktuellem Anlass, sprich wegen Corona noch keine Aussage über die Kampagne 2010/21 getätigt werden kann. Der karnevalistisch aufgeschlossene Chronist meint: Den Humor nicht verlieren! Bei dieser Gelegenheit kurze Notiz: Es sagte mal ein überregional bekannter Sitzungspräsident: „Von ... aus   (wir verschweigen aus Datenschutzgründen den Ortsnamen) ist der Humor hinaus in die Welt gezogen. Er ist leider nicht mehr zurückgekommen.“

 

Was sonst noch geschah:

Wir haben zur Kenntnis genommen, dass …

… die WHO warnt, dass das Coronavirus vielleicht nie wieder verschwindet, nur hocheffektiver Impfstoff könnte helfen,

… der Betrieb am Frankfurter Flughafen fast zum Erliegen kommt,

… ausländische Airlines ihre Maschinen voll auslasten,

… Schlachthöfe auf Einhaltung der Hygienebestimmungen kontrolliert werden müssen. Das Problem liegt darin, dass in der Branche viele (billige) Subunternehmen fuhrwerken, denen die Unterbringung der Saisonarbeiter und die damit verbundenen hygienischen Verhältnisse im wahrsten Sinne des Wortes völlig „Wurscht“ ist,

… Krankschreibungen per Telefon nur noch bis 31. Mai möglich sind, ab 1. Juni ist wieder Praxisbesuch nötig. Ja, da haben sich einige durchgemogelt.

… Kurzarbeit bei Ford bis Ende 2020 geplant ist,

… der Chronist ab der nächsten Kolumne auf die Abkürzung SD – „Social Distancing“ wechselt.

 

Zu guter Letzt: Willst du dir den Tag versauen,

musst du auf die Waage schauen.

Willst du es noch schlimmer machen,

probier mal deine Sommersachen!

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