Stufe um Stufe in die Ferienzeit

Von der Stirne heiß rinnen wird der Schweiß
Foto (C) Gerald Wind

Stufe um Stufe in die Ferienzeit
Von der Stirne heiß rinnen wird der Schweiß

Der Juni verabschiedet sich wechselhaft: Erst Bullenhitze, dann Unwetter. So hat man’s auch nicht gerne. So wie’s aussieht, könnte wieder eine Mega-Hitze auf uns zukommen. 2020 könnte das zweitwärmste Jahr seit Beginn der globalen Messungen im Jahr 1850 werden. Der Juli soll uns mit plus 30 Grad begrüßen. Schwitzen ist angesagt. Auch vom Nichtstun. Mit dem Wetter verhält es sich aber wie mit manchen Mitmenschen: Mal unbeständig, mal stabil. Die Prognosen: Mal schwül-warm, mal konstant sommerlich. Schwitzen ist also angesagt. Sei’s drum: Wir nehmen das Wetter so, wie es sich uns morgens beim Aufstehen präsentiert, ändern können wir weder etwas am aktuellen Stand noch an den Umschwüngen.
Die Sommerzeit und damit die Ferienzeit lockt wieder Millionen Erholungsbedürftige und Reisefreudige weg aus den heimischen vier Wänden hinaus in …. ja, wohin hinaus? Inwieweit das Mallorca-Pilot-Projekt (Irrsinn mit Show-Effekt aus Sicht des Chronisten) wegweisend für Ballermann-Treiben wie in der Vergangenheit war (besagter war übrigens zum Zeitpunkt des Projektes geschlossen), entzieht sich weiterer Kenntnis. Folgt man allgemeinen Verlautbarungen, so möchte die Mehrheit der Deutschen in diesem Jahr den Urlaub im eigenen Land verbringen. Siehe da: Deutschland, Deine Heimat! Haben wir nicht genug schöne Fleckchen hierzulande, die zudem noch historisch bereichert sind? Leute, lasst das Geld hier und werft es nicht irgendwelchen ausländischen (herrischen) Landesfürsten in den Rachen! Unterstützt das  einheimische Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe! Das hat lange genug gelitten und musste Leute entlassen – vielleicht ist manch einer von Euch betroffen. Eure Schüler- und Studentenkinder konnten fast drei Monate nicht jobben…denkt mal daran!

Wen es übrigens nach Paris zieht, der muss viel Kondition mitbringen – wenn er auf den Eiffelturm will. Das geht nur über die Treppen, die Fahrstühle sind nicht im Einsatz. Der Chronist wird die legendäre Fahrstuhlansage „Attention des picpoches!“ vermissen.
Reisenden aus NRW droht Einreise-, Beherbergungs- und damit Aufenthaltsstopp in anderen Bundesländern …sowas aber auch! Wie will man das kontrollieren? Der Chronist ist als Reiseleiter mehrmals auf Fahrten nach Mainz und Worms aktiv. Kurz hinter Freisen pflegt er die Businsassen aufmerken zu lassen: „Meine Damen und Herren, wir passieren in wenigen Sekunden die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. Bitte halten Sie Ihre Reisedokumente bereit.“ Das wollen wir doch nicht, oder!?

 

Apropos Gastronomie: Für diese und die Veranstaltungsbranche, die in der vergangenen Woche eindrucksvoll auf ihre existenzbedrohliche Lage aufmerksam gemacht hatte (Aktion „Night of light“ – ST berichtete), sind die aktuellen Entscheidungen der Landesregierung gerade zu Sommerbeginn wichtig, steht doch das Saisongeschäft an.  Unter der Prämisse, dass natürlich weiterhin die Einhaltung des Mindestabstandes gilt, sind seitens der Landesregierung stufenweise Lockerungen geplant. Seit Sonntag (28. Juni) entfällt die Maskenpflicht, bis 1.00 Uhr morgens wird geöffnet, man kann am Tresen wieder klönen wie früher, die Stammtischrunden kommen wieder regelmäßiger und zahlreicher zusammen, der Zeitdruck („Last order“) ist weg. Nächste Stufe soll dann erklommen werden am 29. Juni: Es können sich in Räumen bis zu 150 Personen, unter freiem Himmel bis zu 350 Personen auf einer Veranstaltung aufhalten –Voraussetzung: Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen müssen bei der zuständigen Ortspolizeibehörde angemeldet werden. Das Wasserpfeifchen darf wieder in Shisha-Bars geschmaucht werden. Chöre können unter Einhaltung der Hygienebestimmungen proben,  bis zu zehn Personen dürfen Kontaktsport ohne Einhaltung von Abstandsregeln betreiben. Na, das ist doch schon mal was, oder?

Wenn wir schon beim Essen und Trinken sind: Das deutsche Reinheitsgebot lässt es nicht zu, dass das Nationalgetränk Bier verpantscht wird. Für die Weinproduktion legt der Chronist nicht die Hand ins Feuer. Erst recht nicht (mehr) für die Wurst- und Fleisch-Produktion. Haste hoffentlich keine Tönnies-Wurst und auch keinen Schwenker aus besagtem Betrieb!?“, hört man mancherorts fragen. Das Saarland dürfte jedoch weitgehend von diesem Schnuddelfleisch verschont bleiben, genießen hier für zu genießendes Fleisch regionale oder zumindest „saubere“ Produzenten den Vorzug. Doch wem kann man nach diesem Skandal noch trauen?
Weiter geht’s mit den Lockerungen Stufe um Stufe: Ab 13. Juli gilt dürfen sich bis zu 250 Personen in geschlossenen Räumen, bis zu 500 Personen im Freien tummeln, ab 27. Juli bis zu 350 Personen indoor, bis zu 700 Personen outdoor, ab 10. August bis zu 450 Personen indoor, bis zu 900 outdoor und ab dem 24. August 500 Personen indoor, 1000 Personen outdoor.   Alles natürlich unter Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen. Grundvoraussetzung ist, dass die Corona-Infektionen bundes- und landesweit  auf dem aktuellen niedrigen Niveau bleiben. Vorbehalt: Sollte sich der Pandemieverlauf zum Negativen wenden, können die Teilnehmerzahlen wieder gesenkt werden.

 

Und was dem Veranstaltungsgewerbe recht ist, das dürfte dann Sportvereinen billig sein. Im Klartext: Zwar ist die Saison vorbei (nur Murmelspielen, Halma und Denksport haben keine Sommerpause), aber die vorgenannten Lockerungen dürften die Planungen für die kommende Saison beflügeln. Beim Drittliga-Aufsteiger FC Saarbrücken hat Sebastian Jacob seinen Vertrag verlängert. Vom Regionalligisten FC Homburg trennen sich zwei Spieler, der SVE hat mit neun Abgängen gleich einen großen Aderlass. Das Transferkarussell wird sich bald schneller drehen. In der künftigen zweigeteilten Oberliga Südwest sind in Gruppe zwei mit FSV Jägersburg, SV Röchling Völklingen, FV Eppelborn, SV Elversberg II, FC Hertha Wiesbach und FV Diefflen gleich sechs saarländische Vereine vertreten, die bei ihren Auswärtsspielen die Luft in Rheinhessen und der Pfalz schnuppern werden. Die Basketballerinnen in Saarlouis verstärken sich ebenso wie Volleyball-Zweitligist TV Bliesen, dessen Chef-Coach bald zwischen dem Nord-(Saar)land und dem Nordland pendeln wird; Der ehemalige  Luxemburger Nationaltrainer wird neuer Nationaltrainer von Island. 

Für die Karnevalisten im Lande ist Licht am Corona-Tunnelende. Man kann Sommerfeste planen, Gesangsnummern proben, Gardetänze einstudieren und darf auf einen reibungslosen Start in die neue Kampagne hoffen. Es darf dann ab November im Abstand mit Anstand gelacht werden.

 

Ein Wanderfalke war das letzte Hindernis, dann stand einer Sprengung des 50 Jahre alten Gasometers in Neunkirchen nichts mehr im Wege. Der wie ein Wahrzeichen das Stadtbild prägende Riese musste einem (Handels-)Riesen weichen: Am 26.06.2020 fielen ab 16:15 Uhr innerhalb von 10 Sekunden 1000 Tonnen Stahl in sich zusammen. Das war’s!
Mit keinem Wort hat der Chronist sich heute mit Corona selbst befasst, das sei schnell nachgeholt. Es funkt zwischen uns – nein, nicht zwischen Dir und mir, sondern zwischen uns Gesunden …. und zwar durch die Corona-App. Diese -verspätet endlich aufgeschaltet - wurde sie bisher 13 Millionen Mal heruntergeladen….und funktioniert – Lachnummer – bei den Diensthandys in einigen Ministerien nicht. Kein Wunder, wenn im politischen Bereich manchmal der Funke nicht überspringt!

 

Wilde Müllablagerung ist kein Kavaliersdelikt, das gilt überall in der Republik. Beim Gassigehen mit dem Hund, beim Radeln, beim Weg zum Einkaufen fällt’s  einem auf: Müll hier, Müll da, Müll dort – wohin er nicht gehört. Und wer sich daran stört, der steht vor der Frage: Wem melden? Der Polizei, dem Landkreis, der Stadt? Viele, die zu solch einer „sozialen Kontrolle“ neigen und dabei zum Eiferer werden, möchten gerne anonym im Hintergrund bleiben. In Saarlouis zum Beispiel nimmt der neue Bauhof Saarlouis Meldungen entgegen. Dieser rückt übrigens dreimal wöchentlich mit einem Team aus, um wild Abgelagertes einzusammeln. Tja, und auf privatem Gelände Gelagertes kann optisch noch so missfallen, kann im wahrsten Sinne des Wortes gen Himmel stinken – da hilft nur eine Meldung aufrechten Ganges bei der örtlichen Behörde. Spätestens dann, wenn die langschwänzigen Vierbeiner auftauchen, sollte die Nachbarschaft energisch reagieren.
Wozu soll der Chronist noch seinen „Senf“ geben?                                      Bayern München ist Geister-Meister, das wären sie aber auch in vollen Stadien geworden.
Kaufhof (seit Jahren angeschlagen) schließt seine Filiale Neunkirchen  (eine von 62 in Deutschland) bedauerlicherweise, aber das benachbarte Einkaufscenter war schon Konkurrenz genug, der bald angesiedelte Super-Globus hätte eh den Dolchstoß im Wettbewerb versetzt.  
Aus heißt es auch für das Segway. Wer weiß, was ein Segway ist? Richtig, dieses zweirädrige Gefährt, das man mittels Gleichgewichthalten fahren kann. Hat sich nicht durchgesetzt, zu kompliziert in der Bedienung und mit 5.000 € luxuriös teuer. Genutzt wurde es in großen Städten von Fremdenführer und Polizisten, im Saarland wurde kaum ein solches Fortbewegungsmittel gesichtet.   
Wir haben mit der Wetterlage begonnen, damit wollen wir auch schließen. Bei fast tropischen Temperaturen teilt sich das Volk eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die einen schwitzen, die anderen transperieren.

Gesunde Zeit!

 

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