Breaking News: Gasometer-Sprengung in Neunkirchen vorgezogen

Vorbereitungen für Sprengung des Gasometers Neunkirchen
Foto (C) Stadt Neunkrichen

Vorbereitungen für Sprengung abgeschlossen

Vorab: Die Sprengung findet schon am Freitag-Spätnachmittag statt!

Nachdem im Sommer des letzten Jahres beschlossen wurde, den Gasometer außer Betrieb zu nehmen und den Rückbau vorzubereiten, sind nun alle Vorkehrungen getroffen: Der Gasometer ist bereits seit einigen Wochen außer Betrieb und soll nun am Sonntagvormittag, 28. Juni 2020, voraussichtlich zwischen 10 und 12 Uhr gesprengt werden. Nachdem alle vorbereitenden Maßnahmen für den Rückbau abgeschlossen wurden und der Wanderfalke mitsamt seiner Brut das dortige Nest verlassen hat, kann der Abriss durch hierfür beauftragte externe Spezialfirmen durchgeführt werden, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Verkehrsrechtliche Anordnungen und Livestream

Das Interesse am Neunkircher Gasometer ist sehr groß, das zeigen die Diskussionen um den Abriss in den Medien sowie im Internet. Aufgrund der geltenden Corona-Verordnungen wird allerdings darum gebeten, sich die Sprengung nicht aus unmittelbarer Nähe anschauen zu wollen, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Der Sperrkreis rund um den Turm beträgt 300 Meter, so dass die Königsbahnstraße, die Saarbrücker Straße und der Mündungsbereich der Bildstocker Straße ab 8 Uhr bis zur Freigabe nach der Sprengung voll gesperrt werden. Absperrposten und Wärmebildkameras werden sicherstellen, dass sich keine unbefugten Personen innerhalb dieser Gefahrenzone aufhalten. Das Ordnungsamt weist darauf hin, dass auch der Hüttenpark II nicht als „Zuschauerraum“ zur Verfügung steht. Da der Gasometer ohnehin weit zu sehen ist, haben viele Bewohner der Innenstadt von zuhause aus den besten Blick auf das Ereignis.

Darüber hinaus organisiert die Kreisstadt Neunkirchen einen Livestream via Facebook und  Youtube, der über www.neunkirchen.de abgerufen werden kann. So hat jeder, der „online“ ist, ganz bequem von zuhause aus die Möglichkeit, die Sprengung live mitzuerleben, ohne sich einem Ansteckungsrisiko zu unterziehen.

Ablauf der Sprengung

Der Sprengmeister wird ein erstes Signal zur Warnung und zur Vergrämung der Tiere absetzen. Es folgt ein weiteres Doppelsignal, das die Sprengung ankündigt, und dann fällt zuerst die Treppenanlage und danach der Deckel mitsamt der stählernen Außenhülle. Zum Abschluss gibt der Sprengmeister ein dreimaliges kurzes Signal zur Entwarnung.

„Ich verfolge den Abriss mit einem weinenden und einem lachenden Auge,“ beschreibt Oberbürgermeister Jörg Aumann sein persönliches Wechselbad der Gefühle. „Die Landmarke mit dem markanten ‚Neunkircher Stahl‘-Aufdruck war immer weithin sichtbar und grüßte schon aus der Ferne. So erfüllt es mich schon mit Wehmut, wenn der Gasometer nicht mehr steht. Allerdings gibt es gleich mehrere gute Gründe dafür, die alte und sanierungsbedürftige Anlage besser abzureißen. Einer davon ist, dass der Abriss Platz schafft für die Erweiterung des Stadtkerns nach Westen hin mit großem Potential für die künftige Stadtentwicklung. Ein weiterer guter Grund ist, dass die alte und wartungsintensive Anlage durch eine bessere und vor allem umweltfreundlichere Technik innerhalb des Saarstahlgeländes ersetzt werden kann.“

Fakten zum Neunkircher Gasometer

Der 1970 erbaute und 75 Meter hohe Scheibengasbehälter wurde von Saarstahl als Zwischenspeicher für den Betrieb der beiden Hubbalkenöfen und einiger Nebenaggregate im Neunkircher Stahlwerk genutzt. Er fasste 80.000 Kubikmeter Erdgas, und diente dabei in der Vergangenheit zur besseren Gas-Luft-Vermischung und zur Abdeckung von Spitzenlasten im Erdgasverbrauch. Seit Anfang 2020 wurde er lediglich als reiner Erdgasspeicher genutzt und ist nun schon seit einiger Zeit außer Betrieb.

Parallel laufen die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Erdgasdruckgasspeichers auf dem Neunkircher Werksgelände. Der moderne Gasspeicher soll in Zukunft die Hubbalkenöfen im Werk mit Erdgas versorgen. Die neue Anlage übernimmt die Aufgabe der Zwischenspeicherung effizienter und kostengünstiger als der Gasometer. Saarstahl hat in den letzten zehn Jahren mehr als 100 Millionen Euro in die Modernisierung des Werkes Neunkirchen investiert und setzt mit diesem Schritt den Weg zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Produktion am Standort fort.

Platz schaffen für künftige Nutzung

Nachdem in den achtziger Jahren große Teile des Alten HüttenAreals abgerissen wurden, blieb der Scheibengasbehälter in relativ großer Distanz zum Saarstahlwerk bestehen. Dies erforderte großdimensionierte Rohrleitungen parallel zur Saarbrücker Straße am Spitzbunker vorbei bis zum Eisenwerk. Auch diese konnten in den vergangenen Wochen bereits zurückgebaut werden. Der Abriss schafft so nicht nur Platz auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenparks I, der nur wenig zur Naherholung genutzt wurde, sondern auch hinter den bestehenden Industriegebäuden.

Bekanntlich wird auf dem neugewonnenen Areal ein Globus-Markt mit einer Verkaufsfläche von max. 780 m² entstehen, der vor allem Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs anbietet und stark auf die lokale Produktion vor Ort setzt. Die Nahversorgung der Bevölkerung in der Innenstadt wird hierdurch wesentlich verbessert. Gleichwohl werden auch viele Globus-Kunden nicht mehr bis Einöd oder St. Wendel fahren, um ihren Großeinkauf zu erledigen. Zudem bringt das Unternehmen mit Sitz im Saarland 250 neue Arbeitsplätze. „In dieser krisengebeutelten Zeit ist es umso wichtiger, dass sich neue Unternehmen hier ansiedeln. Deshalb sind wir sehr froh, dass Globus den Kampf um den Standort Neunkirchen nie aufgegeben hat“, freut sich Oberbürgermeister Jörg Aumann.

 

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