Baustellen strapazieren Nervenkostüm

Baustellen nerven
(c) Gerald Wind

Nervenkostüm durch Baustellen arg strapaziert

(gew). Monate- bzw. wochenlang hat der Autofahrer fast leere Straßen vorgefunden. Mit Beginn der Corona-Lockerungen und der Ferienzeit hat sich das schlagartig geändert. Weniger nervend ist jedoch das teilweise wieder hohe Verkehrsaufkommen, sondern vielmehr die Tatsache, dass man im Saarland  von A nach B nur über Umleitungen kommt. Keine Radiomeldung ohne Hinweise auf Baustellensituationen, keine Autobahn ohne Barrieren, Absperrungen oder Fahrbahnverengung.

Wer die Website des Landesbetriebs für Straßenbau aufruft, der kann derzeit einen Bestseller an 30 Baustellenhinweisen lesen: A1 Erneuerung zwischen Theley und Hasborn, A8 Umbau Anschlussstelle Merzig, B268 Fahrbahnränderausbesserung bei Michelbach, B 269 Erneuerung Entwässerungsanlage bei Tholey, Instandsetzung des Radweges zwischen Aschbach und Neububach, L177 Oberleuken Baustelle, ebenso L115 bei Bexbach, die Dauerbrenner Illtalbrücke und Pellinger Tunnel nicht zu vergessen, dazu Sulzbachtalbrücke mit Fahrbahnverengung sowie auf der A8

Bauarbeiten im Bereich Autobahndreieck Saarlouis, noch die Anschlussstelle Homburg auf der A6 usw. usw. – alles aufzuführen würde zu weit führen.

Hinzu kommen noch Baustellen, die wohl nicht in den Verantwortungsbereich des Landesbetriebes für Straßenbau fallen, denn diese Baustellen sind im oben erwähnten Katalog nicht erwähnt. Wer von Hirzweiler nach Stennweiler will, muss eine Umleitung fahren. Wer von Heusweiler nach Illingen möchte, darf/muss bei Kutzhof einen Umweg, sprich: eine Umleitung fahren. Und dann Richtung Stennweiler eine erneute Umleitung.

 

Ergänzt wird das umtriebige Basteltreiben durch Straßensperrungen innerhalb diverser Städte. Auch hier ein Dauerbrenner in St. Wendel, St. Annenstraße. Hier ziehen sich die Bauarbeiten schon seit Monaten in die Länge. Wer als Anwohner in der Saarbrücker Straße zu einem Elektro-Fachmarkt oder zum Ärztezentrum am Anfang der St. Annen-Straße gegenüber dem Hochhaus fahren muss/möchte, der muss sich entweder über den Bahnübergang Kelsweilerstraße begeben oder die „Schleichwege“ über Breiten bis hin zur Bungertstraße wählen.

Allerdings abends ab 18 Uhr findet man ab und an ein Schlupfloch. Derzeit geht’s nach Oberkirchen auch nur bis zu einer bestimmten Stelle, andernfalls über eine weitschweifige Umleitung.

Wenig einleuchtend ist die aktuelle Vollsperrung der Bliesbrücke zwischen Niederbexbach und Kirkel. Da standen die Passanten vor vollendeter Tatsache. Das Problem ist jedoch alt: Seit 2016 ist man sich uneins, ob Sanierung oder Neubau. Man wartet wohl auf eine natürliche Lösung, sprich: darauf, dass das marode Konstrukt in sich zusammenfällt. Die Stadt Bexbach sucht nach einer Lösung in Form einer Behelfsbrücke. Die Sperr-Begründung „Aus statischen Gründen“ ist zwar wegen des schon lange vorher erkannten Zustandes einleuchtend, andererseits sehnt man sich eine Behelfslösung herbei.

Manches erinnert an Dauer-Baustellen – wir müssen also nicht mit Fingern auf anderewie zum Beispiel den BER zeigen. Man würde sich wünschen, die Baustellenaktivitäten zeitlich zu entzerren oder zügiger durchzuführen. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass nach Vergabe der Bauarbeiten manche Baufirma bummelt – der Auftrag ist ja gewiss, zumal er von der öffentlichen Hand kommt. Aber Gott sei Dank drängt die Jahreszeit. 

 

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