Peter Gillo zur Bertelsmann-Studie über Altersarmut in Deutschland

Grundrente würde Zahl der Grundsicherungsempfänger reduzieren

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung geht von einer deutschlandweit weiterhin steigenden Altersarmut aus. Dabei seien zwei Gruppen besonders gefährdet: Alleinerziehende und ältere Frauen. Dies verdeutlichen auch die Zahlen des Rentenreport Saarland für den Regionalverband Saarbrücken. Hier beträgt die durchschnittliche Eingangsrente von Frauen im Jahr 2017 gerade einmal 593 Euro. Bei den Männern sind es durchschnittlich 1.095 Euro.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Die Rente ist die Folge der jeweiligen Erwerbstätigkeit. Vor allem die seit Jahren steigenden Zahlen bei Arbeitslosen, Teilzeitbeschäftigten, Minijobbern und Geringverdienern sorgen dafür, dass diese Menschen im Alter kaum Rentenansprüche haben und dadurch in Abhängigkeit von kommunalen Sozialleistungen geraten. Unterbrechungen und oftmals gezahlte Niedriglöhne führen zusätzlich zu einer teils stark reduzierten Rente. Die erste Nachbesserung wurde mit der Einführung des Mindestlohns erreicht. Doch diese Maßnahme reicht noch lange nicht aus, um drohender Altersarmut entgegenzusteuern.“

Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der Grundsicherungsempfänger um über 26 Prozent auf aktuell rund 7.000 Personen angestiegen. Der Regionalverband rechnet weiterhin mit steigenden Zahlen. Peter Gillo: „Jeden Monat kommen etwa bis zu 20 Personen hinzu. Insgesamt zahlt unser Sozialamt für die stationäre Hilfe zur Pflege und die Grundsicherung für über-65-jährige Bürgerinnen und Bürger mehr als vier Millionen Euro aus – und zwar jeden Monat.“ Die Einführung einer Grundrente ohne Einkommensprüfung sei – wie es auch die Wissenschaftler der Bertelsmann-Studie fordern – ein weiterer Fortschritt und geeignet, die Zahl der Grundsicherungsempfänger zu reduzieren. „Dies ist eine konkrete Hilfe für Menschen, die 35 Jahre oder länger gearbeitet haben. Allerdings müssten – gerade in Hinblick auf die große Zahl der Frauen unter den Grundsicherungsempfängern, die im Regionalverband etwa 55 Prozent beträgt – auch die Erziehungs- und Pflegezeiten mit angerechnet werden“, so Gillo.
 

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