Merziger Stadtrat berät über die Einführung der Gelben Tonne

Mülltonnen
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In seiner kommenden Sitzung wird der Merziger Stadtrat unter anderem über die stadtgebietsweite Einführung der Gelben Tonne beraten. Gemäß der Verwaltungsvorlage soll ein Grundsatzbeschluss gefasst werden, der die Verwaltung ermächtigt, die hierfür erforderliche Abstim-mung mit den Dualen Systemen durchzuführen. Ziel der Verwaltung ist, dass die Umstellung auf die Gelbe Tonne bereits im kommenden Jahr vollzogen werden kann. Dies ist jedoch abhängig vom Fortgang der Verhandlungen mit den Dualen Systemen.

Ab dem Zeitpunkt der Umstellung soll die Sammlung der sogenannten Leichtverkaufsverpackungen (LVP) aus privaten Haushalten nicht mehr über den Gelben Sack erfolgen, sondern mittels einer 240-Liter-Tonne, wobei die Abfuhr weiterhin alle 14 Tage stattfindet. Größere Wohnanlagen können auch 1.100-Liter-Container nut-zen. Nur in besonderen Ausnahmefällen, beispielsweise in engen Straßen, in denen die Aufstellung einer 240-Liter-Tonne nicht möglich ist, kann die Sammlung auch weiterhin in Gelben Säcken erfolgen. Aufgrund gesetzli-cher Vorgaben kann die Einführung der Gelben Tonne leider nur für Privathaushalte erfolgen. Andere Anfallstel-len von Verkaufsverpackungen werden auch weiterhin über den Gelben Sack entsorgt. „Die Einführung der Gel-ben Tonne wird zu einer Aufwertung des Stadtbildes und zu einer Reduzierung umherfliegender Säcke führen“, so Bürgermeister Marcus Hoffeld. „Besonders wichtig ist je-doch, dass diese Umstellung für unsere Bürger und die Stadt kostenfrei erfolgen kann.“

Erfreut zeigt sich auch der Erste Beigeordnete Dieter Ernst. „Mit der Einführung der Gelben Tonne wird Merzig auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten“, so Ernst. Die Menge Kunststoff, die zur Herstellung eines 240-Liter-Gefäßes benötigt wird, entspricht dem Sackver-brauch eines durchschnittlichen Haushaltes innerhalb von sechs Jahren. Erfahrungsgemäß liegt die durch-schnittliche Lebensdauer eines ordnungsgemäß genutz-ten Restabfallgefäßes bereits darüber. Aufgrund des ge-ringen Gewichtes der LVPs wird davon ausgegangen, dass eine Gelbe Tonne sogar noch länger nutzbar ist. Vor diesem Hintergrund kann somit langfristig eine er-hebliche Menge Kunststoff eingespart werden. Die oft-mals gehörte Forderung, lediglich stärkere Gelbe Säcke einzusetzen, würde dazu führen, dass Plastik in noch mehr Plastik verpackt wird und somit der Kunststoffver-brauch sogar steigt. „Dies wäre jedoch nicht zeitgemäß“, meint Ernst.

Zum Hintergrund: Die Zuständigkeit für die Sammlung, Transport und Verwertung von Verkaufsverpackungen liegt bei den privatwirtschaftlich organisierten Dualen Systemen. Aufgrund gesetzlicher Änderungen besteht für die Kommunen nun ein deutlich stärkeres Mitsprache-recht bei der Ausgestaltung der Sammlung und der Kos-tenübernahme. Die Kosten der Entsorgung von Ver-kaufsverpackungen sind bereits im Kaufpreis eines jeden Produktes im Geschäft enthalten, weshalb der Wechsel zur Gelben Tonne nicht zu einer Erhöhung der Abfallge-bühren führen wird.

 

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