Mit Herz und Ohr durch die Corona-Krise - Seniorenpatenschaften im Landkreis Saarlouis

Annette Müller erledigt für Frau M. derzeit kleinere Einkäufe und trifft sich regelmäßig zu einer kurzen Unterhaltung mit ihr in sicherer Distanz
Foto: (c) Doris Bierenfeld

Die Corona-Krise stellt unser gewohntes soziales Leben gerade gründlich auf den Kopf. Soziale Distanz im Alltag ist gefordert, insbesondere für ältere alleinlebende Menschen ist der Kontakt-Verzicht schwer zu ertragen. Wegen gesundheitlicher Einschränkungen und mangelnder Mobilität leben die meisten ohnehin schon zurückgezogen in ihrer Häuslichkeit und haben kaum Möglichkeiten sich mit anderen Menschen zu treffen oder auszutauschen. Als Risikogruppe sollen sie das Haus nicht verlassen und möglichst keine Besuche empfangen, das heißt durch die langandauernde Krise fällt das Mindestmaß an Kontakten nun auch noch weg. Besuche von Angehörigen fehlen, Seniorentreffen und Tagespflegen sind geschlossen, Einkäufe werden vor der Tür abgestellt, der Friseur kann nicht kommen, Besuche von Geschäften, Cafés, Friedhof und vieles andere sind nicht mehr möglich. Viele ältere Menschen fühlen sich zunehmend isoliert und es droht Vereinsamung.
 
Es ist nicht einfach, diese schwierige Zeit zu überbrücken und den älteren Menschen trotz Kontaktbeschränkungen nahe zu sein. Aber genau dies schafft der Besuchsdienst „Seniorenpatenschaften“, der vor knapp 10 Jahren vom Landkreis Saarlouis in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Caritasverband gegründet wurde. Mittlerweise sind es rund 50 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es sich zur Aufgabe gemacht haben einsame Menschen regelmäßig zu besuchen, um Ihnen Abwechslung in den Alltag zu bringen, ihnen zuzuhören und sich zu kümmern, wenn im Alltag Probleme auftreten.
 
Besonders jetzt in der Krisenzeit ist der Dienst umso wichtiger geworden. Zeit und Zuwendung schenken die Ehrenamtlichen den älteren Menschen und sind hierbei besonders kreativ. Es sind die regelmäßigen Telefongespräche, die kleinen Besorgungen und Treffen in sicherer Distanz, die den älteren Menschen Freude machen und ihnen die ersehnte Abwechslung bringen. Aber auch das Bewegen an der frischen Luft mit Mundschutz und sicherer Distanz zueinander sind in Einzelfällen möglich. Einige Ehrenamtliche schreiben Briefe, aufmunternde Texte oder Gedichte, sie schicken Postkarten oder überraschen die Senioren mit kleinen Geschenken oder Blumengrüßen, die sie an die Haustür hängen.
Annette Müller ist seit 2 Jahren im ehrenamtlichen Dienst bei der Caritas tätig und besucht ihre Seniorin in der Regel einmal wöchentlich für 2 bis 3 Stunden. Normalerweise plaudern sie miteinander, genießen die Sonnenstunden auf der Terrasse oder sie spielen Karten. Ganz besonders gerne bummeln sie gemeinsam über den Markt, besuchen kleinere Geschäfte oder gehen Eis essen. Noch ist dies nicht möglich, aber Annette Müller telefoniert sehr oft mit Frau M., besorgt ihr kleine Einkäufe und Blumen und beide führen ihre Unterhaltung in sicherer Distanz zueinander.
 
Es ist eine schwierige Zeit, in der nicht nur der Infektionsschutz beachtet werden muss, sondern auch die psychische Gesundheit unserer Senioren. Alle Beteiligten sehnen sich nach dem Ende der Krisenzeit und wären überglücklich, wenn persönliche Kontakte in gewohnter Form wieder möglich werden.
Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen werden immer gesucht. Wer im Besuchsdienst „Seniorenpatenschaften im Landkreis Saarlouis“ mitmachen möchte, kann sich gerne als Seniorenpatin oder Seniorenpate bewerben bei Doris Bierenfeld (Caritasverband) Tel.: 06881 52006 oder bei Anna Maria Stoffel (Arbeiterwohlfahrt) Tel.: 06831 176113
Weitere Auskünfte erteilt auch die Leitstelle Älter werden im Landkreis Saarlouis: Frau Ney Tel. 06831 / 444-239.

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