Tag 1 der Ausgangsbeschränkungen

Gähnende Leere in St. Wendel
Foto: (c) Saarland Today/Gerald Wind

Gähnende Leere in der City – Leerstand in einigen Straßen

(gew). Den Langschläfer treibt’s erst spät zum Frühstückstisch, schließlich ist ja kein Zeitdruck. Ein Blick aus dem Fenster: Der Herrgott hat mein „Gebet“ erhört, es regnet, keine Verlockung also, sich draußen aufzuhalten.

Die Meldungen rundum sind nicht überraschend, die Polizei musste mehr als 20 Mal (!) ausrücken, um weiterhin Unvernünftige zu disziplinieren.

Kopfschüttelnd lese ich von „Grenzsperrung mit Hindernissen“, denn das Europaministerium hatte die Aktivität des Innenministers ausgebremst. Herrschaftszeitenkrutzideifelnochmal! Kompetenzgerangel („es war nicht abgestimmt“)  zu Lasten der Gesundheit, die gestern noch laut Ministerpräsident Vorrang hatte („Wir wollen schützen!“), im Hintergrund unter dem Deckmantel der Völkerfreundschaft. Als Nicht-Saarländer meine ich: Diese Frankophilie ist übertrieben, schaut nach Schleswig-Holstein, nach Bayern, nach Österreich! Ich fühle mich schlichtweg verarscht! Ich soll mich einschränken und andernorts sind die Schleichwege offen wie ein Scheunentor!?

14 Uhr: Meldung, dass das Marienkrankenhaus dicht ist – zu viele Mitarbeiter sind infiziert. Nun, die sind in jeglicher Hinsicht an der Quelle – beim Desinfizieren als auch bei den Infizierten. 15 Mitarbeiter/innen infiziert. God bless you!

Am frühen Nachmittag hat Petrus ein Einsehen, schiebt die Regenwolken über der Kreisstadt zur Seite und gewährt mir einen Ausritt auf dem Stahlross. Bei den Discountern, einzeln Versprengte tätigen Einkäufe – ich erspähe keine üppig gefüllten Einkaufswagen, Personen mit Tragetaschen, die gerade mal so gefüllt sind. Also keine Hamstereinkäufe,  notwendige? Wir sollen doch zu Hause bleiben. Am Baumarkt des G-Riesen gut belegter Parkplatz. Als Nicht-Heimwerker stelle ich mir die ketzerische Frage: Wer braucht in diesen Zeiten, bei diesem Wetter heute etwas zum Werkeln? Bastelt an eurer Gesundheit und bleibt zu Hause! Aus meiner Sicht könnten Baumärkte schon um 14 Uhr schließen! (Bitte kein Aufschrei – Gesundheit geht vor! Aber ich weiß: Euch ist’s langweilig.) Ebenso das Geschäft für Tiernahrung – was der Wauzi um 15 Uhr braucht, kann er auch schon um 10 Uhr haben, oder? Zumindest halte ich es mit meiner Katze so, die hat Vorrat für die nächsten 14 Tage.

Gähnende Leere in der City, sogar die Mott ist menschenleer. Was mir heute besonders wie auch an den vergangenen Tagen auffiel: St. Wendel hat viel Leerstand. Und der könnte sich – folgt man einer vorsichtigen Einschätzung des Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft „In St. Wendel tut sich was“, Wolfgang Zeyer, dann wird sich „vielleicht mancher Betrieb nicht von dieser Situation erholen“. Am Schlossplatz wurde der Osterkranz über dem Brunnen abgebaut – einsam stehen die sonst belebten Buden verloren auf dem Terrain.

Es reicht für heute an Impressionen. Schnell bevor die nächsten Regenwolken kommen düse ich noch auf den Radweg – dort ist um diese Uhrzeit fast immer gähnende Leere – da hängen fast alle wegen Fußball an der Glotze.

20 Uhr: Die beiden Krankenhäuser in Neunkirchen nehmen niemanden mehr auf – zuviel infizierte Mitarbeiter/innen.

 

Tag 2 kann nur besser werden!

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