Werbung

Artikelcontent

Startseite > Kultur > Brauchtum > Fastnacht > Faasend-Erinnerungen leben auf – Faasend-Gedanke bleibt wach

Saarland Today 2.0

Faasend-Erinnerungen leben auf – Faasend-Gedanke…
Saarbruecken
10°С

Werbung

Faasend-Erinnerungen leben auf – Faasend-Gedanke bleibt wach
Dienstag, 23. März 2021 - 15:19
Fastnachtsfeier

(gew/Narrhalla). Narren merket vorab auf! Eine Leserin hatte moniert, in einem der letzten ST-Beiträge sei ein aktuelles Prinzenpaar nicht erwähnt worden. Wohlan, liebe Närrinnen und Narrhallesen! In seinen letzten Beiträgen hat sich der Chronist mangels aktueller karnevalistischer Aktivitäten in Wort und Bild vergangenen Sessionen gewidmet. Die Session 2019/20 war ja zur Genüge gewürdigt und so lag es auf der Hand, auch mal Rückschau weiter zurückgehend zu halten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Vereine während der tollen Tage auf verschiedenen Plattformen Material aus ihrem Vereinsarchiv präsentieren. Zum einen möchten sie sich und die Leserschaft an mehr als nur ein Jahr vergangene, schöne karnevalistische Stunden erinnern. Andererseits beleben die Vereine damit aber auch die karnevalistische Idee, von der noch vor einigen Monaten behauptet wurde, sie würde untergehen. Karneval fällt eben nicht aus! Wir sahen und sehen es auch derzeit auf verschiedenen TV-Kanälen, besonders den regionalen. Ob Brandenburg, ob Hessen, ob Baden-Württemberg und schließlich das Saarland – alle präsentieren Karnevalssitzungen und -sendungen, nur diesmal anders. Die Kultsendung „Mainz bleibt Mainz“ war zwar ein Quotenflop (5,07 Millionen Zuschauer), aber unterhaltsam genug. Poetisch-literarische Fastnacht mit Kokkolores gepaart. Übrigens war die Sendung ohne den Zusatz „…wie es singt und lacht“ als Konserve (Aufzeichnung) ausgestrahlt worden, weil angesichts der durch die Pandemie verursachten Folgen das „Singen und Lachen“ nicht in der Titelgebung angebracht sei, so die ARD.Faasend dehemm – Sofa-Fastnacht Im Radio startete der WDR1 an Weiberfastnacht schon frühmorgens um 6:02 Uhr „Vom Altbierlied bis Viva Colonia“ und beendete die Wieverfastelowend um 23:45 Uhr mit den schönsten Liedern aus der der bekannten Kölner Stunksitzung. Am Faasendssamstag war zwischen 0:25 und 23:15 Uhr nur Närrisches zu hören, ebenso wird es an den drei närrischen Folgetagen sein. Im Nachbarland Rheinland-Pfalz präsentierte der SWR zur Sofa-Fastnacht zahlreiche frühere Fastnachts- und Fasnets-Hightlights von Mainz über Frankenthal und Stuttgart bis nach Konstanz. Und der SR? Dessen Radioprogramm ist zwar nicht wie die Kölner Radiomacher rund um die Uhr närrisch, bedient aber mit verschiedenen Beiträgen die „Faasend dehemm“. Zudem wird fleißig gefriemelt und dem „basse mol uff“ lauscht ergeben ‘s Irmsche vom Weiant. Die närrischen Dimensionen sind im Saarland überschaubarer als in den Fastnachtshochburgen. Nachdem schon die Sessionseröffnung 2020/21 wegen der Corona-Pandemie nur digital hatte stattfinden können, wurden den Daheimbleibenmüssenden Aufzeichnungen und mehrere aktuelle Streams ins Wohnzimmer geliefert. Dazu hatte sich der Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) mächtig ins Zeug gelegt. Die Verleihung des PINs des Jahres 2021, die 1. Digitale Schau der Narren und die 1. Digitale Kindernarrenschau der VSK-Jugend waren präzise vorbereitet und fanden beim närrischen Auditorium großen Anklang. Unzählige digitale und analoge Aktionen vieler Vereine zeigen, dass die Faasend auch digital lebt. Nicht umsonst sollen Tänze und Büttenreden das ganze Jahr über einstudiert bzw. vorbereitet worden sein. Viele Vereine haben auch PINs und Orden aufgelegt. Motto bei den meisten? Natürlich „Corona“. | | Orden und PINs | | 2021 ist der Orden der Kirkeler Burgnarren als der schönste und originellste ausgezeichnet worden – neun Orden waren eingereicht. Die Kirkeler Burg mit Maske und einer Spritze in der Hand, das zwischen zwei Burgtürmen eingeklemmte Virus vereinen Historie, Lokalkolorit und Aktualität. | | Und der schönste PIN unter 16 eingereichten kommt von den Quasslern aus Rohrbach-Krughütte. Wer den Pin möchte, kann ihn per Email bestellen über mail [at] quassler-klarenthal.de. In Klarenthal im Schreibwarenladen "Jessy's Lotto Glück", Hauptstraße 58, kann der Corona-Quassler PIN auch gekauft werden. Preis: 3,50 €. Apropos PINs: Die Mainzer Garde der Prinzessin vertreibt einen PIN für sage und schreibe 55 €, davon gehen 11 € an einen guten Zweck. | | Preiswerter geht’s auch: Die Saarbrigger Vereine haben einen GemeinschaftsPIN kreiert, der dekorativ ist, aber bei dem – wie dem Chronisten von einigen PIN-Trägern zugetragen wurde – der Stift zur Befestigung abgebrochen ist.Tradition in St. Wendel passé Trüber Fastnachtssamstag 2021. Früher war das der Tag des Oberstädter Ochsitoriums in St. Wendel. Fünf Stunden Prunksitzung im ältesten Gasthaus der Stadt vor 111 Leuten. Büttenreden, Gesang, Tanz. Mehrere Jahrzehnte Tradition sind dahin, nicht durch Corona, sondern durch Pächterwechsel, Reduzierung der „Ochsentruppe“ und erschwerter Bedingungen. „Es wird immer schwieriger die Leute zu unterhalten, zum Lachen zu bringen, schließlich flimmert jeden Tag ein so genannter Comedian über den Bildschirm – auch außerhalb der Fastnachtszeit“, konstatiert der einstige Ochsen-Präsident Gerald Wind. | | Heute hätte der Chronist einen kleinen Rausch ausgeschlafen, aber wie einst in früheren Jahren live ab 14:11 Uhr den närrischen Lindwurm in St. Wendel kommentiert. Zu „Bulli“ Bouillons Zeiten war am Fastnachtssonntag noch was los in der nordsaarländischen Kreisstadt, aber am Stillstand der Faasend in der Kernstadt ist nicht nur Corona Schuld. | | Die närrische Fahne hält im engeren städtischen Umfeld nur noch der FuKa Oberlinxweiler als im VSK organisierter Verein hoch.Närrischer Freiluft-Lindwurm im Hasborner Wald „Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wiener Wald“ - so lautete einstmals eine Werbung. „Dies‘ Jahr fällt de Umzuch aus, mir geh’n jetz in de Wald hinaus“ – so heißt es in Überroth, wo die einheimischen Nussknacker bei Hasborn-Dautweiler einen Freiluft-Miniatur-Umzug stilisiert haben. Dort, wo sonst Weihnachtskrippen stehen, auf dem Rundwanderweg im Bereich Langheck hoch über dem Bohnentaldorf, sind 25 Motiv-Platten mit originalgetreuen Szenen aus dem närrischen Treiben der Fastnacht in Überroth aufgestellt worden. Die Freiluft-Galerie präsentiert einen Querschnitt durch die Überrother Faasendsaktivitäten.Statt Narrenkappe Wollmütze Ganze vier kostümierte Narren hat der Chronist in den letzten drei Tagen draußen erblickt. Am Freitag in Spiesen Elversberg und am Samstag in Köllerbach in einem Supermarkt. Maskierte allerdings waren genug unterwegs. In diesem Jahr ersetzt die Mund-Nasen-Schutzmaske die Verboozung im Gesicht, Schminke ist überflüssig. Die dünne, wenig Schutz bietende Narrenkappe ist out, es lebe die wärmende Wollmütze! Bei diesen klirrenden Temperaturen wäre mancher Narr zum Eiszapfen, manche Närrin zur Eiszäpfin mutiert. Von innen hätte man/frau viel, sehr viel wärmen müssen….. So geht er dahin, der Faasendssonntag … die Dunkelheit senkt sich über das Land, über die Miniatur-Galerie, es bleibt heute mal wieder nur der Rückzug auf das Sofa oder man wählt den närrischen Chat mit Gleichgesinnten. Morgen ist Rosenmontag und der degeneriert wie sonst nie zuvor zu einem hundsgewöhnlichen, un-närrischen Arbeitstag. Alleh hopp dann!

Schlagworte

Diesen Artikel teilen

Werbung

Werbung

Werbung