Tag 7 der Ausgangsbeschränkungen

Pfärdeäppel
Foto: (c) Saarland Today/Gerald Wind

Man kommt sich veräppelt vor

(gew). Der heutige Tag führt uns wieder zu einem kleinen „Rundflug über die Stadtgrenzen hinweg. Derweil machen sich die ersten User Gedanken darüber, wo sie die Osterferien verbringen – im Wohnzimmer oder in der Küche oder gar im Schlafzimmer. (Seltsamerweise denkt niemand an die Toilette, die müsste doch schalldicht ausgestattet sein!).

10:50 Uhr: Über 45.000 Infizierte in Deutschland.

11:00 Uhr: Dudweiler ist unsere erste Station. An der Drehtür werden die Kunden gebeten, Einkäufe nur einzeln vorzunehmen. Zahlreiche Rentnerpärchen haben wohl schlechte Augengläser oder sind Analphabeten – sie juckt das nicht, an der Rezeption wird aber auch niemand zurückgewiesen. Ich kaufe brav alleine und denke mir meins.

11:30 Uhr: Bei Aldi Dudweiler Sulzbachtalstraße; hier werden die Kunden höflich von einem „maskierten“ Security-Mann gebeten, nur Einkaufswagen für den Einkauf und die austrassierte Schleuse zu benutzen. Übrigens hier hohes Kundenaufkommen, na ja, Freitag, das Volk hungert.

11:45 Uhr: Lidl Sulzbach lässt nur noch Kunden einzeln durch eine Schleuse. Easy-Apotheke gewährt unkomplizierten Zugang, bei DM nebenan desinfiziert eine Mitarbeiterin die Griffe der Einkaufswagen. Rewe auf dem gleichen Areal wiederum hat eine Schleuse samt geregelter Einlasskriterien.

Es setzt den Betrachter in Erstaunen, dass auf einem kleinen Gelände solch verschiedene Maßnahmen angewandt werden. Und: Hohes Kundenaufkommen – Beschränkung? Kühlschrank schon leer? Bin ich der einzige, der nur einmal pro Woche einkaufen geht?

12:15 Uhr: Kaufland Neunkirchen hat keine Schleusen, keine Security – Bewegungsfreiheit rundum. Kundenaufkommen wie an einem normalen Freitag. Einige Exemplare der älteren Generation schlendern gemütlich, die Arme auf dem Rücken verschränkt, durch den Supermarkt oder schieben im Schnecklentempo ihren Einkaufswagen vor sich her (wohl keinen Einkaufsplan?) War nicht angeraten, Einkäufe zügig zu erldigen? Mache ich beim Einkaufen was falsch?

14:00 Uhr: Mona in Fraulautern näht fleißig Masken und sucht noch Draht….Mangelware, erinnert an frühere Ost-Zeiten (Nee, ich bin Wessie.) Ich biete Maschendrahtzaunan, aber Mona ist „schnäckich“, zudem werden die Masken für kurze Nasen (Damen) und lange (Männer) passend genäht….(wie war das noch?...an der Nase des Mannes…). - Willi meldet aus Saarlouis, dass Security bei DM maximal 10 Personen ins Geschäft lässt (anders als in Sulzbach!), dass Globus ausreichend Klopapier hat, aber dass bei Desinfektionsmittel nach wie vor gähnende Leere ist. Rossmann sei auch gut bestückt (kann ich für gestern in Lebach bestätigen), kontingentiert aber auf drei Exemplare pro Person.

14:55 Uhr: NRW und Bayern haben über 10.000 Infizierte.

15:00 Uhr: Walkingrunde in St. Wendel wie in den letzten Tagen. Mehr Spaziergänger sind unterwegs. - Hohes Verkehrsaufkommen in die und aus der Stadt…. ist der ganze Landkreis unterwegs? Warum lasse ich meine Kiste vor dem Haus stehen?

Auf einer Wegstrecke frische und getrocknete  „Pärdsäppel“, in unmittelbarer Nähe eines Automaten, der für die Hundebesitzer Tüten bereithält. Schaue ich auf den Weg, so wären bald für die Pferdebesitzer auch Tüten angebracht. (Zu meiner Jugendzeit wurde sowas noch gesammelt als Dung für den Garten.) Sind Pferdebesitzer privilegierter als Hundebesitzer?

16:15 Uhr: Wegen absichtlichem Anhusten erwartet in NRW einen Mann ein Strafverfahren.

17:25 Uhr: Nachbarland Frankreich verlängert die Ausgangssperre bis zum 15. April. Italien meldet bis zu 1.000 Tote an einem (!) Tag.

Baumblüte - 7 Tage sind vorbei – Bergfest – kein Grund, morgen bei schönem Wetter draußen eine Party zu feiern. Ich werde mich dran halten – mal gespannt, was landesweit gemeldet wird.

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