Tag 17 der Ausgangsbeschränkungen

Busbahnhof St. Wendel
Foto: (c) Saarland Today/Gerald Wind

 

Kaiserwetter wie gestern, allerdings weht auch ein Lüftchen. Der Radler zieht heute seine Bahnen ohne Impressionen – die kommen zuhauf von der Leserschaft.
In Fraulautern plagen Mona starke Kopfschmerzen (alle kennen den Song „…und am Abend, hab‘ ich Kopfweh‘…“), nein, hier verhält es sich anders: Der Hausherr hat den Flur gestrichen, im Treppenbereich renoviert, es wurde lackiert, was der Dame des Hauses schwer auf’s Gemüt ging, hat sie doch all‘ die Tage vorher in beschaulicher Ruhe Masken für Hinz und Kunz genäht – ganz zu schweigen vom Lackgeruch. (Anmerkung: Inzwischen strahlt die Wohnung, der Geruch schwebt jedoch noch im Haus.)

 

Was den einen ihr Home-Office ist, ist den anderen ihr Home-Training – jedoch nicht auf einem Home-Trainer. (Übrigens sollen in Fraulautern ab nächster Woche Radarkontrollen durchgeführt werden – die zuständigen Polizisten machen das in Home-Office.)

Monas Tochter Veronique, die in einer Garde des LiGeKa  Lisdorf tanzt, füllt ihre „Freizeit“ mit Online-Training für einen Showtanz aus. „So machen das übrigens alle Vereine, die auf Showtanz-Turniere gehen wollen, auch ohne Corona-Zwang. Das Training wird gefilmt und an die Trainerin geschickt.“ ergänzt Mona, die selbst aktiv war und noch sportlich unterwegs ist.

Die LiGeKa-Trainer Nadja Sisinio, Mirko Wirbel und Elisa Geilenkirchen machen die entsprechenden Vorgaben, die Mädels zeichnen sich das Ganze auf und üben selbständig. Derzeit findet die Show als Solodarbietung zu Hause statt – vom Aufwärmen über Kraftübungen bis hin zur Schrittfolge für die neuen Tänze – komplett über Video. Trainiert wird zweimal pro Woche, Trainingsrückstand gibt’s also nicht - da macht auch „Corona“ keinen Strick durch die Planung. Die meisten Showtänzerinnen müssen derzeit wie auch Trainerin Nadja (Fitnesstrainerin) notgedrungen zu Hause bleiben, Zeit für’s Training haben sie also allemal, da verdoppelt manche ihre Trainingseinheiten. Wer außerhalb der Krisenzeit seiner Berufstätigkeit nachgehen muss, der muss sich schon die Zeit für den Trainingsaufwand abzwackeln: Allein schon das Aufwärmprogramm dauert 20 Minuten, hinzu kommen mehrere andere Übungseinheiten, dann erst werden die Beinchen geschwungen.

 

Sie üben und üben und üben…..Der BDK (Bund Deutscher Karneval)  hat reagiert: Bundesweit sind alle Regional-Meisterschaften und auch die Deutsche zunächst abgesagt. Noch weiß man nicht, wie es weitergeht, der BDK fordert vom Bund Unterstützung. Viele Vereine, die intensive Jugendarbeit im Gardetanzsport betreiben,  stehen, wie wir gestern bereits erwähnten, vor dem Aus.

Bei Ilenia Sisinio wurde zu Hause aus der „Corona-Not“ heraus oder im „Corona-Wahn“ ein eigenes Trainingsgerät gebaut, auf dem sie nunmehr unbeschwert trainieren kann. Sehen wir da etwa eine Rolle wertvollen Klopapiers wie oben bei Veronique? Aha, deshalb der Engpass!)

Vor dem Hintergrund vieler häuslicher Aktivitäten, über die uns per Mail berichtet wird, haben wir das Erscheinungsbild draußen fast ganz vergessen.
In St. Wendel ist gelegentlich verstärktes Verkehrsaufkommen zu registrieren, öde ist’s um den Busbahnhof herum.

 

In Saarlouis sichtet Willi (Lebt denn der alte …. Noch? Hurra, er ist unterwegs!) einen schwach beparkter Großer Markt.
Zu guter Letzt: Mein Briefzusteller macht jetzt Home-Office und liest die an mich adressierten Briefe. Wenn was Wichtiges dabei ist, ruft er mich an. (Text: gew/Fotos: gew/RMT-Photography, Willi, LiGeKa)

 

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