Tag 14 der Ausgangsbeschränkungen

Blüten an einem Baum
Foto: (c) Ramona Müller-Titeux

„Einkauf an Ostern möglich“ und „Eins, zwei, drei im Sauseschritt …

….eilt die Zeit, wir eilen mit.“ So schrieb einst Wilhelm Busch über das gute Julchen. Nun, wir wollen uns heute nicht mit Julchen befassen, sondern uns mehr lieben Mitmenschen widmen, die uns geschrieben haben, was sie in diesen „harten Zeiten“ zu Hause machen, wie sie den eingeschränkten Alltag verbringen.

Die Zeit eilt dahin. 14 Tage (!) an Ausgangsbeschränkungen haben wir - hoffentlich unbeschadet - gepackt. Wir sind weder verhungert noch verdurstet. Wir haben weder mehr an Küchenrollen noch an Toilettenpapier verbraucht, obwohl wir mehr als sonst gekauft und irgendwo im Haus gehortet haben – geben wir es doch zu! Wir haben ein paar Gramm oder Kilo zugenommen, sofern wir die viele freie Zeit nicht zum Spazierengehen, Laufen, Walken, Skaten oder Radeln genutzt haben. Unserem Hund sind auch die Füße auf Stiftgröße geschrumpft, weil er statt dreimal nunmehr bis zu siebenmal am Tag Gassi gehen soll.

Wir von Saarland Today haben genug leere Regale (sind gar nicht mehr so leer), verödete Straßen und Plätze fotografiert, genug haben wir über Verstöße gegen die Ausgangsbestimmungen berichtet. Allerdings wollen wir auch heute die Entwicklung der Fallzahlen im Auge behalten, bevor wir zu den Aktivitäten unserer Leser/innen kommen.
Während wir alle friedlich schlummerten, kamen über den Ticker folgende Meldungen:

02:25 Uhr: Deutscher Lehrerverband erwartet lange Ausnahmesituation an Schulen. „Die Schulen werden auf absehbare Zeit nicht mehr so sein wie vor Corona.“ (Anmerkung: Vielleicht reduziert man im Saarland endlich mal die Schulklassengröße von bis zu 28 auf 15 Schüler/innen!)
04:51 Uhr: Kaum jemand fährt noch Bus und Bahn.
06:20 Uhr: Paketmengen auf „Vorweihnachtsniveau“. (Anmerkung: Der Versandhandel blüht also….oder was wird sonst versendet?)

Der Tag ist schon lange erwacht. Teile der Arbeitswelt gehen ihrer geregelten Tätigkeit nach, die „Zwangsurlauber“ und Eingeschränkten machen ihren Tagesplan und verwerfen ihn gleich wieder. Keine Sonne wie am Vortag, aber zumindest für die Gartenbesitzer unter uns ist die Auftragslage gut. Marlene in Marpingen mäht den Rasen, „der hatte es nötig“. „Mir wird’s nicht langweilig“, meint die verwitwete, rüstige Siebzigerin. Zu den Enkeln und den Kindern könne sie derzeit nicht fahren, aber die Großen arbeiten alle im Home-Office, da haben die Kinder Betreuung genug. Andere Sorgen plagen hingegen Renate: Deren Sohn lebt auf Mallorca, ist krebskrank – die Familie sorgt sich um die medizinische Betreuung.  

08:22 Uhr: Stärkster CO“-Rückgang seit Zweitem Weltkrieg möglich. (Anmerkung: Greta wird’s freuen. Ach ja, wo tummelt die sich denn herum?)
09:22 Uhr: Außenminister Maas („unser Heiko“) betont „wir müssen erst mal national handlungsfähig sein, um uns international gegenseitig zu helfen“. (Anmerkung: Ein wahres Wort – Germany first also. Klapp aber nur dann, wenn uns keine Schutzmasken geklaut werden, Mister Trump!)

Ramona in Fraulautern ist (zwangsläufig schon früh auf den Beinen. „Heute streicht mein Mann den Flur.“, teilt sie uns mit. Da der Flur aber nicht jeden Tag gestrichen werden kann, schwant der agilen Hausfrau, dass in den nächsten Tagen mancher Eimer Farbe geleert werden wird.

 

„Ich widme mich dem Garten und genieße die Natur.“, meint sie ergänzend. Welch eine Blütenpracht derzeit in ihrem Garten zu sehen ist, mailt Ramona uns postwendend. Und nebenbei näht sie noch Masken (Kostprobe davon haben wir in unserem gestrigen Tagesbericht gezeigt.)

„Ich widme mich dem Garten und genieße die Natur.“, meint sie ergänzend. Welch eine Blütenpracht derzeit in ihrem Garten zu sehen ist, mailt Ramona uns postwendend. Und nebenbei näht sie noch Masken (Kostprobe davon haben wir in unsrem gestrigen Tagesbericht gezeigt.)

10:39 Uhr: Berlins Innensenator rechnet mit Einschränkungen bis Jahresende. „Infektionsgeschwindigkeit so verringern, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten und Zustände wie in Spanien oder Italien verhindern.“ (Anmerkung: Das hat der (nicht allwissende) Autor schon vor zwei Wochen seinen Mit-Karnevalisten prognostiziert, als diese in Euphorie verharrten, dass bis zum 11.11. die (Narren-)Welt wieder in Ordnung sei.
10:52 Uhr: Einzelhandel bitte darum keine Hamsterkäufe für Ostern zu tätigen. „Vorausschauend, allein, zügig kaufen! Je weniger Menschen sich im Markt aufhalten, desto besser!“ (Anmerkung: Am Abend kommt dazu Entwarnung aus dem saarländischen Verbraucherministerium.)

In Merchweiler kommt bei Schülerin Cosi keine Langeweile auf. Die 13jährige hat sich kurzerhand aus der Nachbarschaft eine Nähmaschine ausgeliehen und schneidert Schutzmasken fast wie am Fließband. (Morgen dazu mehr.)

 

11:21 Uhr: RKI: Maßnahmen zeigen Wirkung, aber keine Entwarnung!
13:48 Uhr: 200.000 Genesene weltweit.

In St. Wendel sind am Nachmittag erwartungsgemäß wieder viele Sauerstoff Tankende unterwegs. Salwa wählt für ihren Spaziergang den Weg zum Konversionsgelände. Unterwegs hat die Pädagogische Fachkraft (sie arbeitet derzeit täglich nur 2 Stunden in der Kinderbetreuung) noch Zeit für ein Foto-Späßchen vor dem Hallenbad.

16:21 Uhr: Für Aufruf zur „Corona-Party“ stellt Polizei Einsatz in Rechnung.     

18:00 Uhr: Kanzlerin: Noch kein Stichtag für Ende der Maßnahmen in Sicht

20:52 Uhr: 85.439 Infizierte. 1.153 Tote

22:00 Uhr: 1.318 Infizierte, 20 Tote, 139 Genesene im Saarland

23:00 Uhr: Mehrheit im Saarland hält die bestehenden Regeln zu Corona ein.

 

Ostern wirft langsam seinen Schatten voraus. Wie sagte die Kanzlerin: „Wir werden alle eine ganz andere Osterzeit erleben als je zuvor.“ Viele Annehmlichkeiten würden die  Bürger/innen an Ostern „normalerweise“ erleben wollen.  „Aber nicht in diesem Jahr.“

22:00 Uhr: Lebensmittelbranche darf vor dem Hintergrund einer Sondererlaubnis an Karfreitag und den Osterfeiertagen öffnen. Dies diene der Versorgungssicherheit, so das Verbraucherschutzministerium.  

„Eins, zwei, drei im Sauseschritt…“ – die nächsten Tage bis zum 20. April werden ebenso geschwind vergehen. (Text: gew/Fotos: gew/Mona/Nicole)  

 

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