Tag 13 der Ausgangsbeschränkungen

Mund-Nasenschutz
Foto: (c) Saarland Today/Gerald Wind

(gew). Die „13“ ist heute hoffentlich kein böses Omen für die heutigen Impressionen. Am Morgen, eher Vormittag, kitzelt die warme Sonne manchen Langschläfer später wach als sonst. Ein Blick nach draußen beschämt den Müßiggänger, denn die Mülltonnen sind inzwischen geleert. Danke, Ihr Werktätigen, bald gehöre ich auch wieder zu den fleißigen Bienen.

06:45 Uhr: Behörden melden Run auf Soforthilfen
07.01 Uhr: Hygieniker: Mund-Nase-Schutz mit Damenbinde sinnvoll. (Ging vor wenigen Tagen noch als Scherz-Gif durch’s Netz, jetzt Realität.)

08:42 Uhr: Saarland 1.073 Infizierte, 15 Tote
12:02 Uhr: Berliner Polizei musste seit 14. März bereits Hunderte Kneipen schließen, 898 Straftaten. Des Berichterstatters zweite (u. a. karnevalistische) Heimat ist ein Moloch, der schwer in den Griff zu bekommen ist. Auch ich wüsste Ausweichstellen, wo mich (vorerst) keiner antreffen würde. (Z.B. bei Wolle im Garten, lach, oder im Wald vor der Templiner Braumanufaktur, nur: Die haben geschlossen, ginge nur als Eigenversorger. Außerdem gibt’s ja aus DDR-Zeiten noch so viele stillgelegte Fabriken, ruinöse Gebäude, Hinterlassenschaften der Russen …
13:34 Uhr: 57 Prozent der Deutschen für Mund-Nasen-Schutz
14:00 Uhr: Zeit zum Radeln…bekanntlich auf meiner Hausstrecke, der ehemaligen Bahntrasse zwischen St. Wendel und Tholey. Schon zwischen einem Geschäftszentrum und der Bahnstrecke sitzt ein (ausländisches) Pärchen auf einem Stein und süffelt sein Bierchen. Abstand – Fehlanzeige. Wenige hundert Meter weiter neben der Musikschule steht ein junges (einheimisches) Pärchen in kaum 50 Zentimeter Abstand und turtelt – sie hält dabei einen Hund an der Leine.

 

Knapp 500 Meter weiter, dort wo quasi der Start des Radweges ist, sitzen drei Zeitgenossen, mit zwei Hunden an der Leine. Diese Gruppe frequentiert auch in Nicht-Corona-Zeiten diese Sitzbänke, bewaffnet mit reichlich Bölkstoff.

Ich gewinne den Eindruck, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner zur Tarnung mitnehmen, wenn sie sich in Gruppen zusammenrotten.

Nach weiteren 500 Metern des Weges - ja, der Tacho funktioniert – radele ich an zwei (nicht erschöpften) Middle-Age-Skaterinnen vorbei, die es sich rauchend auf einen Bank gemütlich gemacht haben. Abstand – Fehlanzeige.

Unterwegs überhole ich ach so verliebte, händchenhaltende, untergehakte Pärchen jeglicher Altersgruppe. Abstand – Fehlanzeige. Wie heißt’s so schön: „Bis dass der Tod Euch scheidet“, sorry, möchte nicht makaber werden, aber Corona könnte Euch diese derzeit falsch gelebte Zweisamkeit vermiesen, nicht vergessen.    

 

Übrigens: Auf dem Rückweg (nach 90 Minuten) sitzen die Skaterinnen noch immer und auch die Hundebesitzer-Gruppe an Ort und Stelle. Letztere haben sich etwas auseinander dividiert, eine Person geht zumindest mal in gebührendem Abstand umher – Tarnung?
Kinderwagen Schiebende haben auch ein gestörtes Verhältnis zu Distanzen.

 

15:43 Uhr: Studie bestätigt Geruchs- und Geschmacksverlust als Symptom
Der Chronist gerät ins Grübeln….da gab es „im früheren Leben“ mal Leute, die meinten, es sei geschmacklos, was ich da täte….vor 35 Jahren dachte noch keine S.. an Corona….seltsam.
16:05 Uhr: In diesem und im nächsten Monat dürfen insgesamt 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach einer Gesundheitsprüfung einreisen. Haben wir wirklich so wenig eigene Leute? Mit Studenten geht das nicht?
17:08 Uhr: 2300 Ärzte und Pfleger in Deutschland infiziert, Dunkelziffer liegt weit darüber.
17:50 Uhr: Bundesagentur für Arbeit warnt vor falschen Kurzarbeit-E-Mails. Sofort löschen!
19:01 Uhr: Laut einer ZDF-Blitzumfrage fürchtet die Mehrheit der Deutschen um ihre Gesundheit und begrüßt alle Maßnahmen. Ich fühle mich bestätigt! Noch wenige Minuten vorher las ich einen Kommentar mit der Forderung „Am 19. April muss Deutschlands Zwangskoma enden!“
Ich bin kein Ökonom, der Kommentator hat zu Recht auf Risiken, auf schwerwiegende Folgen verwiesen. Trotzdem: „Mir fällt de Kopp ab!“  
19:45 Uhr: 79.4500 Infizierte, Saarland 1.252, 1002 Tote, Saarland 16, 21.400 Genesene, Saarland 120.
Zu guter Letzt: Formel-1-Piloten, Fußballer wollen teilweise auf ihr Gehalt verzichten. Hat jemand eine Meldung vernommen, dass ein Politiker auf sein Salär verzichtet? Ich denke da besonders an die Hinterbänkler und parteipolitischen Mitläufer. Habe nix gehört, obwohl ich seit jüngster Zeit eine Hör-Hilfe habe.
P.S.: Alles Impressionen. „Ich fass et net“, wie man die Infektionskette unterbrechen will.

 

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