Gelockert die Ferien genießen – aber wo?

Gelockert die Ferien genießen – aber wo?
foto (C) Pixibay und gerald Wind

Gelockert die Ferien genießen – aber wo?

(gew). Das hören, lesen und machen wir doch letztlich gerne: Mit Beginn der zweiten Ferienwoche, also ab kommenden Montag (13.07.20, 00:00 Uhr)  kommt die saarländische Bevölkerung in den Genuss weiterer Lockerungen der bisherigen Einschränkungen, die ab 24. August dann wiederum gelockert werden. Wir dürfen uns auf Veranstaltungen im Freien mit bis zu 500 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 250 Personen tummeln. Trainings- und Tanzgruppen können mit bis zu 25 TeilnehmerInnen zugange sein. Kontaktsport ist bis zu 25 Personen erlaubt.

Ab dem 24. August sind Veranstaltungen im Freien mit bis zu 1000 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 500 Personen möglich. Voraussetzungen: -Anmeldung, vollständige Erfassung der TeilnehmerInnen, Einhaltung des Mindestabstands. Für Besucher von Pflegeeinrichtungen und  Krankenhäusern gibt’s ebenfalls weitere Erleichterungen

Ferienzeit – Reisezeit – Baustellenzeit …. alles auf einmal zusammen. Da war doch noch was? Ein Fremdwort, Lateinisch klingend, wie hieß das noch mal? Ach jaaa: C-o-r-o-n-a. War sowas wie eine Epidemie, Pandemie sogar, hat das öffentliche Leben irgendwann mal lahmgelegt, oder irre ich mich?  Nee, war doch erst kürzlich, so etwa nach Faasend, als einige Faasendmuffel aus den Skiferien mit einem (Corona-)Souvenir zurückkamen, als alle Faasebooze sich demaskierten und kurze Zeit danach einen so genannten Nase-Mundschutz in Form einer Maske tragen und wir alle Abstand halten mussten. Sieht man ja allenthalben immer noch, hm, Faasend ist lange vorbei, die Maskenpflicht gilt in verschiedenen Situationen noch, mit dem Abstandhalten haben es die meisten nicht mehr so, vom Virus selbst spricht kaum noch jemand.

Hierzulande wurde kürzlich über die Aufhebung der Maskenpflicht diskutiert. Ein Minister aus Mäc-Pomm wollte da wohl populistisch vorpreschen, braucht sein zweifelsohne schönes Küstenland an der Ostsee doch den Tourismus, ebenfalls zu lockern – aber Fehlanzeige! Schon hatten andere Bundesländer auch gezuckt, die aktuellen Auflagen aber beibehalten.

Ohne Maske geht derzeit manches nicht, manches aber doch. Für den Bürger/die Bürgerin schwer zu verstehen, weshalb ich als Kunde eine Maske tragen muss, die Verkäuferin jedoch inzwischen maskenfrei ist. Weiß ich, was beim Sprechen aus ihrem Mund an Tröpfchen auf mein Brot, meinen Streuselkuchen oder die Roschwurschd bzw. de Fleischkäsweck fällt?

Leute, beobachtet Euch mal selbst! Sprecht mit einer Person, haltet dabei Euer Handy mal in ca. 25 bis 30 Zentimeter Abstand so, als wolltet Ihr was schreiben oder auf’s Display schauen. Was seht Ihr auf dem Panzerglas, auf der Handyoberfläche? Richtig! Vielleicht zwei, drei kleine Tröpfchen – obwohl Ihr gar nicht „gespautzt“ habt, wie man im Saarland zu sagen pflegt. Und genau solche Tröpfchen sind (vielleicht) auf den Waren, die mir, dem „Maskierten“  über die Theke von den mittlerweile „Demaskierten“ gereicht werden.

Immerhin sprechen sich nach einer Umfrage 76% der Befragten für die Beibehaltung der Maskenpflicht aus.

Maskenpflicht gilt zum Beispiel noch in Fahrschulen. Saarland Today besuchte die Academy-Fahrschule Zimmer in St. Wendel. Im vorderen Eingangsbereich ist eine kleine Kundentheke mit Plexiglas, dort werden Anmeldungen abgewickelt. Bedarf es einer Beratung, so bietet ein Tisch genügend Abstand zum persönlichen Gespräch – mit Maske natürlich. Der Theorie-Unterricht fand bis vor Kurzem noch im Home-Office statt, jetzt ist wieder Präsenz-Unterricht angesagt. Aber die Zukunft, so meint der Chronist, gehört dem virtuellen Unterricht. “Im Fahrlehrerverband wird da rege diskutiert“, meint Fahrschul-Chef Michael Zimmer, mal sehen, was kommt, wir sind gerüstet.“ Das hat er beeindruckend auch während des Pandemie-Höhepunkts gezeigt. Fahrlehrer-Kollege Mario (wir berichteten) konnte mehrere FahrschülerInnen aus dem Fahrschul-„Studio“ virtuell unterrichten „und dabei war die Qualität gleichbleibend gut wie im Präsenzunterricht“, verriet uns Janosch, damaliger Theorie-Fahrschüler und inzwischen nach bestandener Praxis-Prüfung frischgebackene Führerscheininhaber.

Das Virus ist zurückgedrängt, es lauert, unsichtbar wie eh und je, nicht greifbar, anscheinend unausrottbar. Was in den USA abgeht, führt uns vor Augen, was Ignoranz bewirkt. Was sich teilweise in anderen Ländern tut, kann und darf nicht dazu ermuntern, Freizügigkeit an den Tag zu legen. Auch der brasilianische Präsident, hartnäckiger Leugner der Pandemie, hat die „Quittung“ bekommen.

Veranstalter scharren mit den Füßen. Volks-, Dorf-, Straßen- und Stadt-, Schützen- und Weinfeste können nicht stattfinden, Traditionen sind unterbrochen.

Wohin denn eigentlich reisen? Im eigenen Land bleiben oder auf Balkonien (wie schon in den Osterferien) sonnen?

Vielerorts gibt es attraktive Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche. Denn sechs Wochen sind die Kids jetzt wieder zu Hause. Aber wir haben inzwischen ja Übung darin, über einen längeren Zeitraum das muntere Umherspringen des unbändigen Nachwuchses zu „ertragen“ – Corona macht es möglich!

Wer unbedingt reisen möchte, sollte sich vorher informieren, ob und wie sein Reiseziel zugänglich ist.

Saarland Today hat recherchiert, wo man derzeit vielleicht sein Haupt nicht niederlegen sollte, heißt: wo man kein Hotel buchen sollte. (Alle Meldungen vom 08.07.2020). Oder, wo es Einschränkungen gibt, die den Urlaubsgenuss mindern würden.

Ägypten: Reisewarnung. Argentinien: hat ein Notstandsgesetz zur „verpflichtenden sozialen Isolierung“! (Dort demonstriert keiner wegen „Freiheitsberaubung“!) Australien: verhängt sechswöchige Ausgangssperre. Bulgarien: Maskenpflicht, in Discos gibt’s nur eingeschränkten Zugang. Chile:  meldet ansteigende Infektionszahlen. Griechenland: Man muss sich 48 Stunden (!) vorher elektronisch anmelden. Iran: verbietet sämtliche Hochzeitsfeiern (nun, keiner von uns möchte derzeit dort heiraten, oder?). Irland: Einreisende müssen sich 14 Tage in Selbstisolation begeben – da kann man sich kistenweise mit Guiness „desinfizieren“. Israel: meldet so viele Neuinfektionen wie nie zuvor. Kärnten: setzt auf abendliche Maskenpflicht in den Touristen-Hotspots. Katalonien: führt strenge Maskenpflicht ein. Katar: Wird vom Coronavirus überrollt. Trotz drastischer Strafen, Maskenpflicht und High-Tech-App breitet sich Covid-19 unaufhörlich aus. Kroatien: befürchtet einen GAU vor dem Hintergrund der anstehenden Tourismuswelle. Luxemburg: Zahl der neuen Coronafälle wieder gestiegen, vor allem Partys führten zu diesem Anstieg. Norwegen: Mindestabstand! Russland:  meldet ansteigende Infektionszahlen. Schweden: Mindestabstandsregel. Türkei: Mindestabstandsregel. USA: Corona-Fälle übersteigen Drei-Millionen-Marke.

Vergangenen Freitag wird gemeldet: Den vierten Tag in Folge weist die Infektionskarte für Deutschland keine roten Flecken mehr auf. Das heißt nicht, dass es keine Infizierten mehr gibt, sondern dass die Obergrenze derzeit deutlich unterschritten wurde. Das ist doch schon was!

Dazu passt der Appell unseres MiPrä’s Tobias Hans: „Nicht mit Kindern in Risikogebiete fahren und direkt danach die Kinder in die Schule schicken!“ Das gilt aber auch für alle ArbeitnehmerInnen: Nicht im Risikogebiet „Jäbs“ machen, sich eventuell infizieren und dann direkt an den Arbeitsplatz zurückkehrten.

Noch mal zurück zum Thema „Reisen“: Wer reist, benötigt für einige Länder einen Pass. Jedoch öffnet der bundesdeutsche Pass nicht jede (Länder-)Tür, wie der „Henley Passport Index“ jüngst herausgefunden hat. In 189 Länder kann man visafrei reisen – mit bundesdeutschem Reise-Dokument. Dies ist im Ranking jedoch nur der dritte Platz – hinter Japan und Singapur. Corona-Einschränkungen sind jedoch nicht berücksichtigt. Reisende aus den USA können weiterhin nicht in die EU reisen.

 

Wer reist, braucht gutes Wetter. Damit können die Wetterfrösche in ihren Prognosen nur teilweise dienen. Der Sommer erhält einen Dämpfer, zumindest in den nächsten Tagen. Ein Hochsommer ist nicht in Sicht, eher ein „Schaukelsommer“ war irgendwo zu lesen, was nicht heißt, dass man wegen der hohen Temperaturen in der Schaukel sitzen kann, sondern dass es ein Auf und Ab mit hohen Temperaturen und Abkühlung geben wird. Selbst die sogenannten „Hundstage“ (vom 23. Juli bis 23. August) sind nicht hitzig.

Es ist mal wieder „bescheuert“. Der Bundesverkehrsminister ist erneut in den Fokus der Kritik geraten. Dieser Minister - gescheitert mit groß angekündigten, von „Experten“ schlecht vorbereiteten und schließlich von unseren Nachbarstaaten juristisch zerlegten Mautplänen - gibt nicht nur karnevalistischen Büttenrednern Stoff wegen des neuen und wahrscheinlich bald überholten Bußgeldkataloges. Wer ein Knöllchen wegen „Rasens“ in den letzten Wochen erhielt, soll nach Erhalt eines Bescheides nicht voreilig zahlen. Das ist die StVO eher eine „Straßenverkehrs-Unordnung“, wie die Tagesschau richtig titelte. Dabei geht es nur um einen Formfehler, der dazu führte, dass die Bundesländer härtere Strafen für Raser kippten. Tausende Knöllchen dürften null und nichtig geworden sein.

Der Bayer wäre vielleicht doch besser Realschullehrer geworden, schließlich hat er dazu das Erste Staatsexamen. Sein Magisterstudium in Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft weisen ihn nicht unbedingt als Experten in Sachen Straßenverkehr aus. Aber dazu hat er ja seine Ministerialbeamten. Übrigens muss der Gesundheitsminister ja auch kein Arzt von Hause aus sein.

War doch vor einigen Tagen in der Zeitung zu lesen: „Bordell gewinnt gegen Saarbrücken“. Seltsam – es finden doch derzeit weder Freundschafts- noch Ligaspiele statt.

Apropos Sport, Fußball: Der FCS hat sich bekanntlich verstärkt, erhielt die Lizenz für die Dritte Liga und darf dank aller Fehlplanungen und Kostenerhöhungen rund um das Ludwigspark-Stadion in der kommenden Saison im Stadion des FSV Frankfurt, der PSD Bank Arena, spielen. Erinnert ein wenig an alte Zeiten, als der FCS in der französischen Division, also auch im Ausland spielte.  Start ist am Wochenende 18. bis 21. September. In der Regionalliga beginnt die SV Elversberg am 13. Juli (Montag) mit dem Dauerkartenverkauf. In den Amateurligen wird erst dann wieder der Spielbetrieb aufgenommen, wenn Zuschauer zugelassen sind.

 

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