Tag 8+9+10 K(ontakt-er)L(eichterungen mit) M(aske)

Maiglöckchen
Foro: (c) Pixabay

Wohin führt der (Corona-)Weg?

(gew). Mittwoch: Servatius beschert kühle Luft. Er, der letzte der Eisheiligen, meinte es witterungsmäßig ebenso wenig gut wie seine beiden Vorgänger, die uns an den vergangenen mit Regen „gesegnet“ hatten. Jetzt steht noch die „Kalte Sophie“ mit maximal 14 Grad ins Haus. Das drückt in Krisenzeiten auf die Stimmung. Die ist jedoch allseits gut, denn endlich sind doch die ersehnten, erwarteten, geforderten Lockerungen da.

Die Länderregierungen haben die bisherigen Bestimmungen gelockert, alles soll wieder „normal“ werden (aber „neu normal“!). Noch am 15.04.20 hatte MP Tobias Hans von „Schritt für Schritt in die Normalität“ gesprochen. Man hat jedoch den Eindruck, viele Leute haben einen Dreisprung gemacht. Abstand wird eh nicht gemessen, der wird nur dann eingehalten, wenn er kontrolliert wird. Eine Maske muss keiner draußen im Freien tragen. Man sitzt wieder ungezwungen in Parks, auf Bänken, auf Wiesen. Also denn: Auf - der nächsten Infektionswelle entgegen!!!

In den Schulen kann zumindest bis zum Beginn der Sommerferien kein Unterricht wie vor Ausbruch der Epidemie stattfinden. So muss z. B. der Sportunterricht ausfallen. Laut Landesschülervertretung gibt das Verhalten einiger Schülerinnen, die sich nicht an Vorgaben halten, Anlass zur Kritik. So wurde vom Chronisten in St. Wendel auf einem Schulhof beobachtet: Zwei Aufsichtspersonen halten einen Plausch mit einer dritten Person, die augenscheinlich im Aufbruch war. Von vier Kindern trugen zwei eine Maske und hielten sich im abgesperrten Spielbereich ohne Abstandswahrung auf (Rutschbahn). Zwei andere Kinder ohne Maske spielten ebenfalls unbefangen ohne Abstand, saßen zeitweise einträchtig nebeneinander auf einem Stein. Weiß jemand, wie das Wort „Aufsicht“ geschrieben und umgesetzt wird? (Dem Alter der Kinder nach handelte es sich wohl um den Bereich Freiwillige Ganztagsschule.)

Seltsam mutet es an, wenn man liest, dass nicht alle Schulen an die offizielle Lernplattform angeschlossen sind. Darf man fragen: Warum? Was haben die zuständigen, aber wohl säumigen Damen und Herren der betroffenen Schulen sieben Wochen lang gemacht? Hat man gewartet, bis der Heilige Geist es richtet? Andererseits könnte es auch zutreffen, dass immer noch nicht jede Schule technisch so ausgestattet ist, dass man die Lernplattform nutzen kann. Die vorige Frage bleibt dennoch im Raum.

Immer noch Schule: Lange genug waren SchülerInnen und Lehrpersonal zu Hause. So genannte Schließtage sind bis zum Schuljahresende ausgesetzt. Im Klartext: Keine pädagogischen Tage, keine beweglichen Ferientage, keine Ausgleichstage, keine VA’s des Schulpersonals (was auch immer man darunter vorher verstehen konnte!). Damit soll den SchülerInnen mehr Zeit zum Lernen ermöglicht werden.

Lernen wofür, wozu?? Abschlussprüfungen finden auf alle Fälle statt. Ein „Corona“-Abi soll’s nicht werden. Im Saarland soll’s keine „Sitzenbleiber“ geben. Wer bei „alter Normalität“ schon ein Problemschüler war (und es noch ist), der kann, so ist aus Lehrerkreisen zu hören, derzeit abtauchen und ist für das Lernen noch weniger empfänglich. Benachteiligt sind beim Home-Learning auch solche Schüler, deren Elternhaus sich vor dem Hintergrund finanzieller Gegebenheiten technisch nicht mit PC oder Laptop hochrüsten kann.   

Sehr bedauerlich ist es, dass der Arbeitsmarkt eingebrochen ist. Nicht in allen Branchen. Kurzarbeit war nicht überall hilfreich. Im Saarland ist es nicht ganz so tragisch wie in anderen Bundesländern (11% Schließungen), aber man merkt doch ein verändertes Kaufverhalten.  

 

Es fehlt einfach die Kauflaune. Leere Innenstädte zu sonst lebhaften Einkaufszeiten. Während der häusliche Nachschub für Speis‘ und Trank rollt, während es in Baumärkten brummt, hakt es bei der Bekleidungsbranche. Selbst Angebote bei den Discountern liegen wie Blei im Regal. Wochentags über ab Spätnachmittag wird kaum jemand in der St. Wendels City gesichtet, samstags sogar schon ab 14 Uhr. Lohnt es sich da, die bisherigen Ladenöffnungszeiten einzuhalten?

Anke Rehlinger hatte sich vehement für die Öffnung der Grenzen ausgesprochen. Nun ist’s soweit: Wessen Kraftstofftank wieder gefüllt werden muss, wer Nikotin-Entzugserscheinungen hat, also wieder kiloweise Tabakwaren horten möchte,  der gedulde sich bis kommenden Samstag. Dann laufen laut Bundesinnenminister Seehofer die Grenzkontrollen zum Nachbarland Luxemburg aus. An der Grenze zu Frankreich wird weiterhin bis 15. Juni weiter stichprobenartig kontrolliert. Einkaufen beim Cora? Schnell mal ein Trip zum Stockweiher? Trotz Lockerungen aus Sicht des französischen Innenministeriums alles kein triftiger Grund, um einzureisen und sich nur in einem 100-km-Radius bewegen zu dürfen. Wen es nach Österreich zieht, der kann an fünf wieder geöffneten Grenzübergangsstellen ausreisen. Touristische Reisen ins Ausland? Dahingehend sollte man noch nicht planen.

Ist’s ein Wunder, dass nix passiert oder machen Drogen bzw. Alkohol solche Kräfte frei, dass fast schon akrobatische (UN)Taten gelingen? Da fährt einer bekifft und mit 1,21 Promi der Polizei (zunächst) auf ... Felgen davon. Das schafft unsereins (Gott sei Dank!) nicht mal im nüchternen Zustand!
Szenenwechsel Völklingen: „Kriech ich den Wein…? muss sich in Anlehnung an Udo’s Song vom griechischen Rebensaft ein Radler gefragt und allzu gierig sage und schreibe vier Buddeln geleert haben. Dumm gelaufen…die Partnerin gewährte ihm zu Hause keinen Einlass, sodass er die Ordnungshüter selbst zu Hilfe rufen musste.  

Da war doch noch … der LSVS, richtig. Ganz weit nach hinten gerückt. Der zuständige Untersuchungsausschuss steht kurz vor dem Abschluss und bringt hoffentlich etwas Licht ins Dunkel der „Kneppdreherei“ – anders kann man es nicht bezeichnen, was da abging. Demütig müssten einige Ex-Verantwortliche durch’s Land laufen  

Der Chronist möchte keine Panik erwecken, es leiten ihn bei all seinen geistigen Ergüssen die Wahrnehmungen des Tages. Beispiel: Da steht an der Sparda-Bank- Filiale St. Wendel, dass sich neuerlich zwei statt vorher vier Personen im Raum der Automaten aufhalten sollen. Wie viele Leute tummeln sich drinnen? Manchmal vier, manchmal fünf, manchmal sechs … unglaublich ….. keine S.. kontrolliert das und die Kunden machen, was sie wollen. Sicher, man wartet draußen in gebührendem Abstand, aber im Innenraum sind zu viele Personen! Ein paar hundert Meter weiter in der „Mott“ (ein zentraler Platz in der Innenstadt) ist Balzzeit: Mehrere männliche Jugendliche umringen zwei junge „Dämlichkeiten“ dicht an dicht, klönen, lachen, scherzen – es gilt in jugendlicher Unbeschwertheit Eindruck zu schinden, Sch… auf Abstand und Hygienebestimmungen.

 

Eiszeit – nicht nur während der Eisheiligen, sondern auch danach. Eisdielen, wie z.B. das Eiscafé Cortina in St. Wendel, haben schon seit Wochen geöffnet, aber nur für den Outdoor- und To-Go-Bereich. Sollten die Lockerungen für die Gastronomie greifen, dann müssen Eis-Schlecker nicht mehr auf Treppenstufen oder Blumenkübeln sitzen. Der Eisgenuss kann hoffentlich bald wieder auf Stühlen und an Tischen stattfinden. Denn ein schöner Schwarzwald-oder Krokantbecher lässt sich eben besser am Tisch löffeln.

Gastronomiebetriebe bereiten sich auf die Öffnung vor. Man darf gespannt sein, wie die Hygiene- und Abstandsbestimmungen umgesetzt werden. Wie werden die Gäste sich verhalten? Können Abstände eingehalten werden? Wie läuft‘s beim Bezahlen ab? Spätestens beim Erfassen der Daten, um eventuelle Infektionsketten nachvollziehen zu können, wird’s Palaver geben. Oder frühestens?

Beim Stadtgang fand der Chronist am Eingang einer Arztpraxis obigen Aushang. Bei allem Ernst zur Einhaltung der Abstandsregeln … ein Lacheffekt wäre gewiss, würde im Zeitalter der Emanzipation auf dem Aushang zusätzlich noch stehen: „… Abstand zur Vorder- und Nebenfrau!“

Das „leidige“ Geld zum Ersten: Die VSE beklagt Säumigkeit beim Zahlen der Stromrechnung. Stromsperrungen drohen nicht. Es ist aber auch allzu verständlich, die VSE als Unternehmen auch ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen muss … das geht jedoch nur dann, wenn die Haushalte zahlen.
Auch gibt es Haushalte, die können den TV-/Rundfunk nicht mehr zahlen. Die Zahl derer, die sich davon befreien lassen wollen, wird steigen. Chancenlos ist das übrigens nicht. Der Beitrag ist ja schon immer in der Diskussion gewesen. Wundert es beim Angebot dessen, was in der „Glotze“ zu sehen ist? Im einen Kanal wird einer erstochen, im anderen einer erschossen, im nächsten einer erwürgt, Explosionen, Zerstörungen, Infernos auf anderen Kanälen – fragwürdige Unterhaltung. Dann schon lieber „Dating hautnah“ … da geht’s wenigstens nicht um Leben oder Tod....eher um's Gegenteil.

Das „leidige“ Geld zum Zweiten: In Bussen und Bahnen wird ab sofort auf Schwarzfahren kontrolliert. Die Pandemie war für zu viele Zeitgenossen ein Freibrief, ohne Ticket von A nach B zu kommen. Dies und die nachlassende Passagierfrequenz während der Pandemie haben ein Loch (1,5 Mio. €) in die Kasse des ÖPNV gerissen. Da müssen aber viele Leute schwarz fahren, damit die Finanzlücke durch Bußgelder gestopft wird.

Das „liebe“ Geld zum Dritten: Jetzt ist’s perfekt -  ab 1. Juni steigen die Diäten der saarländischen Abgeordneten von bisher 5.943 € auf 6.133 € monatlich. Anträge auf Aussetzung oder Kürzung der Erhöhung wurden abgelehnt. Begründung: Die SL-Abgeordneten (zuständig für nur ca. 900.000 Einwohner!)  würden deutlich schlechter bezahlt als Abgeordnete anderer Landesparlamente.

 

Zu guter Letzt: Appell eines Mitbürgers, der sich auf die Öffnung von Kneipen und Biergärten freut: Ich mache keinen Sport, um die Profisportler nicht zu stören. Ich bitte allerdings darum, sobald die Kneipen mit 30% der Plätze wieder öffnen, dass die Leute, die dort nur Cola Light, alkoholfreies Bier, Wasser oder gar Tee trinken wollen, dies zuhause zu tun …. und die begrenzten Plätze den Profis zu überlassen. Danke!

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