Tag 3 M(askenpflicht)

Regenbogen über St. Wendel
Foto: (c) Gerald Wind

Geschützt und trotzdem nass

(gew). Die Nacht zum Mittwochmorgen verlief zumindest für einen Mitbürger ruhig: Seinem Eilantrag war stattgegeben worden. Das Urteil des Verfassungsgerichts des Saarlandes: Das Saarland muss sofort die verfügten Ausgangsbeschränkungen sofort lockern. Das heißt: Begegnungen mit Familien sowie das verweilen im Freien unter Wahrung der notwenigen Abstände und Kontaktbeschränkungen sind ab sofort wieder möglich. Dabei hatte die Landesregierung wenige Stunden vorher angekündigt, ab 4. Mai die Beschränkungen zu lockern.
Auch in Neunkirchen besteht Anlass zum Jubel: Ein Sportgeschäft (1.600 m²)  darf ohne Einschränkung seine Verkaufsfläche öffnen.
    
09:54 Uhr: „Keine Fernreisen auf absehbare Zeit“, meint der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung.

„Is das Wetter noch so trieb‘, immer hoch die Gellerieb!“ Diese alte saarländische Weisheit müssen wir uns spätestens seit heute verinnerlichen. Der April ist vom Rekordkurs mit Sonnenschein und Trockenheit abgekommen, Regen hat die Regie übernommen. Die Gartenbesitzer wird’s freuen, die Wasserrechnung wird in den nächsten Tagen nicht steigen. Trübe Aussichten für die Hexen, deren Umtriebigkeiten morgen Nacht kommen: Kalt und regnerisch  bleibt‘s bis Samstag, da hilft auch Umbuchen des Besenstielflugs auf den Blocksberg nichts.
Hoch über den Wolken….

 

Apropos Flug: Jetzt können Sie und Sie und Sie wieder fliegen! Der BER (Berliner Flughafen) soll am 31.10.2020 öffnen. Der Spatenstich zum Jahrhundert-Bauwerk erfolgte 2006, dann wurde siebenmal der Eröffnungstermin verschoben. Immerhin wurden 6,5 Milliarden € verbuddelt, davon fast ein Drittel aus Steuergeldern – das ist eine Verdreifachung der ursprünglich geplanten Kosten. Die ehrgeizigen Mit-Verantwortlichen, Wowereit und Platzeck, sind weg vom Fenster, haben sich „entschuldigt“, das Dilemma ist geblieben: Der BER ist …. zu klein geplant. Der Flughafen Tegel hingegen soll vorübergehend geschlossen werden. Karnevalskollege Bernd wird’s wegen des dann wegbleibenden Fluglärms freuen, andere fanden Tegel so richtig atzelig. Der (auch in Berlin aktive) Chronist meint: Was nutzen alle Planungen, wenn keiner fliegt?

Das Outfit für den heutigen Tag bleibt ein wenig umstritten – das Wetter ist schuld. Lang- oder kurzärmelig? Mit oder ohne Jacke? Mit oder ohne Pulli? Auf alle Fälle: Mit Maske!

 

10:14 Uhr: Lohnbonus für Altenpflege beschlossen. Endlich! Diese ArbeitnehmerInnen arbeiten auch außerhalb von Corona-Zeiten hart an der Grenze der Belastbarkeit. (Was aber oft an der reduzierten Personaldecke liegt.)

In diesem Zusammenhang ist es sehr bedauerlich, dass das Krankenhaus in Ottweiler geschlossen wird  und die medizinischen Abteilungen nach St. Wendel verlagert werden. Der Träger Marienhaus begründet die Maßnahme u.a. mit einer „schwierigen baulichen Situation des Standortes“ und „neuen Personalvorgaben“ sowie „Ausgliederung des Pflegebudgets“. 365 MitarbeiterInnen  sind von der Umquartierung betroffen, die bis Ende 2021 abgeschlossen sein soll.

Auch heute bleibt die Küche nicht kalt. Auf den Tisch kommen heute eingelegte Heringe mit Pellkartoffeln, als Nachtisch kredenzen wir eine halbe Honigmelone, gefüllt mit Rosé, der „Sonnenschirm“ am Rand ist eine auf einen Zahnstocher aufgespießte Dattel. Mahlzeit!

 

12:09 Uhr: Mehr als 250 Deutsche melden sich als Tirol-Opfer. Tirol war als eine „Keimzelle des Virus‘“ in die Schlagzeilen geraten.
12:43 Uhr: Krankschreibungen per Telefon bis 18. Mai möglich.
13:05 Uhr: Zahl der akut Infizierten sinkt Tag um Tag.
13.38 Uhr: Cannstatter Wasen (Stuttgarter Volksfest), zweitgrößtes Volksfest in Deutschland, abgesagt. Der in Worms geborene Chronist wartet jetzt nur noch auf die Absage des Backfischfestes.
16:30 Uhr: Verkaufserlebnis bei Globus. Für Fleisch muss man anstehen, im Abstand von 2 Metern. Vor dem Chronisten stehen 15 Personen, die Warteschlange zieht sich von der Fleischtheke – dort bedient nur eine Verkäuferin - , vorbei an der Obsttheke in den Bereich Backwaren (Kuchen). Wenn morgen vor dem 1. Mai hier 30 Leute mehr stehen, dann steht „letzter Mann/letzte Frau“ kurz vor der Kasse. Jedenfalls kam der Chronist nach geschlagenen 42 Minuten an die Reihe. Frohes Einkaufen!

 

Zu guter Letzt: Lassen Sie sich nicht scheiden, wenn Ihre Frau nicht kochen kann….Essen Sie bei uns und behalten Sie Ihre Frau als Hobby! (Fundstück aus der Schweiz, Kassenzettel eines Gastronomiebetriebes)

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