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Physiker gewinnt Landespreis „Hochschullehre“
Dienstag, 23. März 2021 - 14:57
Pressemitteilung der Universität des Saarlandes

Physiker gewinnt Landespreis „Hochschullehre“

Christian Hoffmann ist von der Staatskanzlei des Saarlandes mit dem Landespreis Hochschullehre ausgezeichnet worden. Der Physiker lehrt und forscht seit 1998 an der Universität des Saarlandes. Dabei engagiert er sich mit seinen Lehrveranstaltungen, beispielsweise in den „Grundlagen der Informationstechnik“ oder im „Physik-Zirkel“ sowie zahlreichen interdisziplinären Angeboten, weit über das Normalmaß hinaus. Ihn treibt vor allem der Ehrgeiz an, dass seine Studentinnen und Studenten die Dinge wirklich durchdringen, unter anderem durch vernetztes Denken. Christian Hoffmann studierte Physik, Mathematik und Informatik an der Universität des Saarlandes. Nach dem Studium begann der beinahe vollständig erblindete Wissenschaftler 1998 eine Laufbahn an der Universität des Saarlandes, zuerst in den Wirtschaftswissenschaften, bald darauf in der Physik. In seinen Lehrveranstaltungen geht er weit über das übliche Maß hinaus, nicht zuletzt aus seinem eigenen hohen Anspruch an sich selbst. Christian Hoffmann möchte die Technologie, die uns umgibt, vollständig durchdringen und verstehen. Dieses Selbstverständnis ist auch sein Hauptziel in seinen Lehrveranstaltungen: Seine Studentinnen und Studenten sollen wirklich verstehen, wie zum Beispiel ein Computer funktioniert, und vor allem auch, wie die Programme funktionieren, die darauf laufen. „Heute gibt es für alles eine App“, sagt er beispielsweise. „Aber die Schüler und Studenten wissen gar nicht mehr, wie die Technik wirklich funktioniert.“ In seiner Veranstaltung „Grundlagen der Informationstechnik“ zum Beispiel bringt er den Studentinnen und Studenten der Physik unter anderem bei, nach welchen Grund-prinzipien diese schicken Smartphones, die jeder heutzutage selbstverständlich nutzt, überhaupt funktionieren. „Meine Erfahrungen zeigen, dass die notwendigen Grundkenntnisse der IT von Jahr zu Jahr sinken“, stellt Christian Hoffmann fest. „Smartphones und Tablets sind absolut kontraproduktiv, weil sie den Schülern keine Fähigkeiten vermitteln, sondern nur die Benutzung fertiger Werkzeuge ermöglichen.“ Plakativ fasst er es in die Formel zusammen: „Jemand, der eine Mikrowelle bedienen kann, ist ja auch noch lange kein Koch.“ Deshalb ist es ihm ein großes Anliegen, den vermeintlichen „Digital Natives“ die technischen Grundlagen zu vermitteln, die sie überall umgibt. Die Veranstaltungsreihe fasst er in einem fortlaufenden Skript zusammen, das er beinahe tagesaktuell auf seiner Webseite zum Download anbietet. Aktuell umfasst es 653 Seiten. Darüber hinaus bietet er den so genannten „Physik-Zirkel“ an. In freiwilligen Veranstaltungen dieser Art diskutieren die Studentinnen und Studenten interessante Denkaufgaben und Rätsel aus Physik, Mathematik und Informatik, aber auch tagesaktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Fragestellungen. Der Physik-Zirkel erfreut sich großer Beliebtheit, da er das logische Denken schärfe und Studentinnen und Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammenbringe und somit der Vernetzung auf dem Campus diene, so die Fachschaft Physik in ihrem Nominierungsschreiben. In der Fachrichtung Physik ist sein außerordentliches Engagement in der Lehre bereits auf fruchtbaren Boden gefallen. Seit 2014 vergibt die Fachschaft Physik den Preis für die beste Lehre. Christian Hoffmann wurde damit 2014, 2015, 2016, 2018 und 2020 ausgezeichnet. In der Evaluation seiner Lehrveranstaltungen heißt es unter anderem, diese seien „extrem informativ und umfangreich“, es gebe eine „gute Einbeziehung der Studenten“, der „Dozent ist sehr engagiert“ und „sehr motiviert“, es herrsche eine „angenehme Atmosphäre“, und nicht zuletzt schätzten die Kursteilnehmer „Christians Humor“. Den teilt auch sein langjähriger Chef, Professor Frank Wilhelm-Mauch. Dieser schreibt in seinem Begleitschreiben zur Nominierung an die Staatskanzlei: „Die Grundausbildung im Bereich Computernutzung ist traditionell eine unerfreuliche Veranstaltung, muss sie doch den Spagat zwischen den Interessen sehr computerinteressierter Studierender mit denen von nur oberflächlichen Anwendern überbrücken. Herrn Hoffmann gelingt dieser Spagat (…)“. Auch Professor Rolf Pelster sandte der Nominierung durch die Fachschaft ein Begleitschreiben mit, in dem er unter anderem feststellt: „Seine hervorragend evaluierte Lehre und sein unermüdliches Engagement für die Studierenden sind beeindruckend. Hinzu kommt, dass er diese Leistungen trotz einer fast vollständigen Erblindung erbringt.“ Der Landespreis Hochschullehre honoriert nun über die Fachgrenzen hinweg Christian Hoffmanns großes Engagement und seine Leidenschaft für die Lehre. Ausdrücklich motivieren möchte Christian Hoffmann Studieninteressierte, sich nicht von einer akademischen Karriere abhalten zu lassen, ob sie nun in irgendeiner Form behindert seien oder nicht. "Gerade die akademische Ausbildung bietet behinderten Menschen viele Möglichkeiten. Meine Erfahrungen, insbesondere an unserer Universität und unserem Fachbereich, zeigen, dass man sehr viel erreichen kann und dass ich immer wieder diese Wahl treffen würde, insbesondere auch, weil ich von so vielen Mitgliedern des Fachbereichs immer wieder Zuspruch und Unterstützung erfahre." Lehrerinnen und Lehrer bittet er ausdrücklich darum, Schülerinnen und Schüler zum Studium zu motivieren und gerne auch Kontakt zu ihm aufzunehmen. Weitere Informationen: Dr. Christian Hoffmannchhof [at] lusi.uni-sb.de Tel.: (0681) 3024218

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