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Blick in innere Struktur von Verbindungen
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Blick in innere Struktur von Verbindungen
Dienstag, 23. März 2021 - 14:57
Pressemitteilung der Universität des Saarlandes

Röntgenstrahlen ermöglichen nicht nur Einblicke in den menschlichen Körper, sondern auch in Materialien bis auf atomare Ebene. Die neu eingerichtete Servicestelle Röntgenbeugung stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber auch Industrievertretern die Methoden der Einkristall- und Pulverdiffraktion zur Verfügung. Diese erlauben es, Eigenschaften der untersuchten Stoffe zu verstehen und im Nachgang gegebenenfalls gezielt zu verändern. Die Servicestelle besitzt eine herausragende Ausstattung. Zwei Einkristalldiffraktometer ermöglichen die Aufklärung der Struktur von Festkörper- und Molekülkristallen. Die Bestimmung der Positionen von Atomen kann mit dieser Methode bis auf 0,1 Pikometer genau erfolgen. Das ist ein Tausendstel des Atomdurchmessers. Damit kann ein Bild eines Moleküls wie eine „molekulare Photographie“ erstellt werden. Diese lässt viele Rückschlüsse auf die Eigenschaften und die Reaktivität zu. Mit den vier Pulverdiffraktometern der Servicestelle können – wie der Name sagt – pulverförmige kristalline Proben untersucht werden. Durch besondere Messvorrichtungen gelingt es damit auch, luftempfindliche Proben, Proben bis zu 1200 °C und Proben unter verschiedenen Gasatmosphären während der Reaktion zu beobachten. Die Einrichtung der Servicestelle Röntgenbeugung ist eine gemeinsame Initiative der Anorganischen Chemie und der Universität des Saarlandes, die – mit finanzieller Unterstützung des Landes und des Bundes – neben dem Einsatz in Forschung und Lehre auch regionalen Industrieunternehmen zugute kommen soll. „Die Methoden der Röntgenbeugung sind nicht nur ein wichtiges Instrumentarium in der Forschung, sondern sind auch in der Industrie bedeutend in der Analyse und Qualitätskontrolle von Materialien“, erläutert der geschäftsführende Professor der Servicestelle, Guido Kickelbick. Insbesondere spielen diese Methoden in der chemischen Industrie, der Baustoffindustrie, bis hin zur pharmazeutischen Industrie eine wichtige Rolle. „Die Servicestelle möchte die hochmodernen Methoden, die teilweise auch eine Beobachtung der Veränderung der Materie während eines Heiz- oder Kühlvorgangs zulassen, allen interessierten Wissenschaftlern auf dem Campus zur Verfügung stellen“, so Professor Kickelbick weiter. Die Servicestelle wird durch zwei wissenschaftliche Mitarbeiter betreut, die sowohl die technische Betreuung der Geräte als auch die Betreuung von wissenschaftlichen Fragestellungen übernehmen. Diese Unterstützung soll auch zu einem verbesserten Austausch mit Partnern aus der Industrie führen. „Nur mit personeller Expertise in der Betreuung dieser Hochleistungsinstrumente gelingt Forschung auf hohem Niveau. Dies muss bereits bei der Anschaffung der Geräte Berücksichtigung finden“, so Guido Kickelbick.

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