5 M(askenpflicht)

Bollerwagen und Hängematte
Foro: (c) Pixabay

Wäre der Maifeiertag nicht so trist gewesen …..  

(gew). Mit Bangen begibt sich der Chronist vor die Haustür. Hexen sollen vergangene Nacht ihr Unwesen getrieben haben. Ein Rundumblick, begleitet von befreiendem Aufatmen, legt Zeugnis davon ab, dass weder der Briefkasten verkleistert, noch der Außenspiegel am PKW abgerissen noch der Gullideckel angehoben ist. Lediglich vom Regen fast aufgelöstes (unbenutztes) Toilettenpapier klebt auf dem Autodach, liegt in der Straßenrinne. Aha, also auch hier waren Klopapier-Hamsterer unterwegs!
Nach dieser weltbewegenden Erkenntnis widmet sich der Chronist einer Rad-Rundfahrt durch die City Richtung Friedhof. Ein Bitt-Blick nach oben zu Petrus – der ist gnädig und lässt alle Himmelsschleusen für die nächsten 45 Minuten zu.

Normalerweise wÜrde die Nation ein langes WE genießen. Doch gleich in doppelter Hinsicht sind die drei (für die meisten) freien Tage verhunzt: Einmal haben wir noch immer Auflagen zu beachten wegen Corona. Zum Anderen regnet es aus allen Knopflöchern, mal viel, mal wenig, nur wenig Regenpausen (wie am Morgen) rufen zufriedene Gesichtsminen hervor. Das schlägt natürlich auf’s Gemüt. Wohin man hört: Die Leute sind müde, träge, haben zu nix Lust; wo sonst Initiativen zu beobachten sind, ruht alles. Weder ist daran allein Corona noch der Regen schuld. Fünf Wochen sind viele zum Nichtstun verdammt und haben einen kleinen Bewegungsradius: Bad – Küche – Kühlschrank – Esstisch – Couch – Bad – Kühlschrank – Couch – Bett. Mit dieser selbst auferlegten und auch von keinem Gericht der Welt per Eilantrag zu revidierenden Bewegungseinschränkung wird nicht nur die Einhaltung bestehender Regeln offen zur Schau getragen, sondern auch ganz im Sinne von Greta die Umwelt geschützt.     

11:00 Uhr: Erstmals hat eine DGB-Mai-Kundgebung online stattgefunden. Drei Stunden (!) sprachen PolitikerInnen und FunktionärInnen zur aktuellen Arbeitsmarktsituation, Kurzarbeit und Verbesserungsmöglichkeiten der finanziellen Situationen einzelner Berufsgruppen.

Auf dem St. Johanner Markt hatten Gastronomen mit leeren Stühlen und Tischen auf ihre angespannte Situation aufmerksam gemacht. Bei dieser Wetterlage wÄre das Mobiliar  auch ohne Corona einige Tage leer geblieben.
 
Heute ist ja auch Konjunktiv-Tag. Für alle, die es mit Grammatik nicht so haben: Der Konjunktiv drückt die Möglichkeit aus … war wir gerne hÄtten, kÖnnten, wÜrden …. eine optische Hilfe, ihn zu erkennen, sind die Umlaute in einem Verb (=Tuwort) …. beim Ö nicht unbedingt ( keiner sagt: „Ich kömmte.“
Beispiele:

„Ich hätte gerne ein Eis!“ – „Ich auch!“ (Aber ich habe keins, Du auch nicht.)   / „Ich würde gerne verreisen.“ „Geht nicht, bedank Dich bei Corona!“ / „Oh, wäre ich doch Millionär!“ „Dann musst Du Dich bei Jauch bewerben.“ / „Ich kÖnnte schon wieder!“ – „Angeber!“ (Wir wollen das nicht vertiefen. Es war aber gemeint: …. ein Bier trinken.“ Honi soit qui mal y pense!)
Das Beispiel „Hätte der Hund nicht gesch….., hÄtte er den Hasen gekriegt“ zeigt uns: Wäre das natürliche Bedürfnis des Wauwaus nicht eingetreten (da treten andere dann rein), so hätte er sein Ziel (den Hasen zu fangen) erreicht. Spätestens jetzt wissen wir auch die Beschimpfung „Dummer Hund“ einzuordnen, was wieder in den Bereich der Diskriminierung fiele (= fallen wÜrde), denn keiner sagt „dumme Hündin“, eher „dumme/blöde Kuh“.

Der/Die (nicht nach vorne) geneigte Leser/in sieht: Der gute Konjunktiv drückt etwas aus, was nicht ist, aber vielleicht, eventuell möglich wÄre …. die Irrealität.

Realität hingegen ist, dass das Corona-Virus uns alle nach wie vor noch im Griff hat, auch wenn wir gesundheitlich nicht angeschlagen sind. Realität wÄre es gewesen, wenn wir am 1. Mai ohne Corona hÄtten draußen demonstrieren können, wenn wir das lange WE zu einer kleinen Reise oder einem Ausflug hÄtten nutzen können. Wir wÄren dann ohne Auflagen unterwegs, würden uns mit Verwandten, Bekannten, Freunden treffen, manche/r wÜrde sich die Kanne geben, wir würden uns freier bewegen als es uns (noch) auferlegt ist.

So hätten auch die Karnevalsfreunde der RiRaRutsch Schwalbach-Griesborn gestern traditionell den Maibaum setzen können, das Fass Mai-Bier wÄre angeschlagen worden. Es wÄre ein lustiger Übergang aus der Hexennacht in den Mai-Feiertag geworden – wie immer.

Die „Freunde des Frohsinns“ hätten in Werder/Havel (Brandenburg) ihr traditionelles (seit 140 Jahren) Baumblütenfest (Blütenmucke) gefeiert. Sie hatten sich so darauf gefreut, denn gerade dieses Fest hÄtte beinahe nicht mehr wie bisher stattfinden können – die Stadt wollte erst eine Pause von zwei Jahren, dann ein völlig verändertes und vereinfachtes Konzept. Aufschrei bei Obstbauern, Gastronomie und Bevölkerung, dann Sinneswandel.  Die „FdF“, gestandene Karnevalisten, hatten es sich sogar zur Aufgabe gemacht „Wir retten das Blütenfest!“ und (unter aktiver Mitarbeit des Chronisten) einen Karnevalsorden kreiert. Jetzt durchkreuzt die Pandemie die alternativen Pläne und Wünsche aller –kein Einzelfall in der Republik.

 

Es wÄre schön gewesen, wenn der Fassanstich in Schwalbach hÄtte stattfinden können. Und in Werder hÄtten sich alle gefreut, wenn sie das Blütenfest hÄtten feiern können. „HÄtte, hÄtte, Fahrradkette…“ Zeitverschwendung, darüber zu sinnieren, wie alles verlaufen wÄre, wie alles hÄtte sein können. „WÄre alles nicht so kompliziert, wÜrden alle es besser verstehen. Es bleibt beim „Was - wÄre –wenn - Gespräch…

17:18 Uhr: Ansteckungsrate liegt bei 0,79, d. h. ein Wert unter eins gibt an, dass die Zahl der Neuinfektionen zurückgeht.
18:24 Uhr: Erwartungsgemäß Demos in Berlin.

Nicht versäumen! Samstag, 02.05.2010, 12:30 Uhr im SR Fernsehen/Livestream: Man darf gespannt der PK von (Tobias) Hans und Anke (Rehlinger)  lauschen. Dann werden die SaarländerInnen (die es hören und sehen wollen)  über Änderungen der Corona-Maßnahmen informiert. Zoos, Museen, Gedenkstätten und Spielplätze sollen geöffnet werden. Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte waren schon ab Freitag geduldet. Gibt es ein Konzept für die Gastronomie?  

 

Unsere geneigten Stamm-Leser*Innen haben sicher das (virtuelle) Mittagessen vermisst. Der Chronist hat heute einen Fastentag eingelegt. (Hätte er gestern nicht soviel gegessen, hÄtte er heute auch Hunger gehabt.) Dies sei dem/der Einen oder Anderen aus der Lesergemeinde vielleicht auch empfohlen. Kann nix schaden. Wenn gutes Wetter gewesen wÄre, hÄtte es eine vollen Teller und anschließend einen vollen Magen gegeben.
Auch hÄtte die Abendstimmung vielleicht so ausgesehen wie auf unserem Foto, wenn schönes Wetter gewesen wÄre.
Wir bemühen deshalb ein altes schwedisches Sprichwort.

Zu guter Letzt: Was man nicht kann haben, kann einen nicht laben.

 

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