Um den klimatischen Herausforderungen zu begegnen, möchte die Kreisstadt Saarlouis im Rahmen des Projektes „LiveableCities“ Anpassungsmaßnahmen treffen, um die Bevölkerung
und die kritische Infrastruktur bestmöglich vor potenziellen Schäden zu schützen. Ministerin Petra Berg hat der Stadt dazu bei einem Vor-Ort-Termin einen Zuwendungsbescheid mit der Kofinanzierung des Umweltministeriums in Höhe von 170.201,61 Euro übergeben.
„Der Klimawandel ist bei uns angekommen – das haben wir alle in diesem Sommer mit seinen Hitzerekorden nur allzu deutlich gespürt. Umso wichtiger sind Maßnahmen zur Klimaanpassung,
wie sie hier in Saarlouis vorgestellt wurden, um Menschen, Tiere und Natur zu schützen. Die mobilen Pflanzkübel können dabei eine wertvolle und ortsflexible Unterstützung leisten“, sagt Umweltministerin Berg.
„Die Europastadt Saarlouis ist stolz darauf, Teil dieses internationalen Forschungsprojektes ‚LivableCities‘ zu sein. Der Austausch mit Kommunen in Westeuropa wie Utrecht, Antwerpen,
Cork oder Straßburg bietet uns die große Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse zur blau-grünen Infrastruktur mit konkreten Erfahrungen aus der kommunalen Praxis zu verbinden. Gleichzeitig geht es uns ganz ausdrücklich um die Umsetzung vor Ort: In Saarlouis
entwickeln und erproben wir mobile Begrünungslösungen für besonders hitzebelastete Bereiche, in denen klassische Baumpflanzungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich sind. Dabei untersuchen wir auch, welche Pflanzen mit Hitze und Trockenheit
besonders gut zurechtkommen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur Saarlouis zugutekommen, sondern auch recht leicht auf andere Kommunen übertragbar sein“, ergänzt Gerald Purucker, Beigeordneter der Europastadt Saarlouis.
Saarlouis übernimmt innerhalb des Projekts einen besonderen Schwerpunkt bei der Erprobung mobiler Begrünungselemente. Diese ermöglichen zusätzliches Grün auch an Standorten, an
denen eine klassische Entsiegelung oder bodengebundene Bepflanzung beispielsweise aufgrund baulicher oder unterirdischer Nutzungskonflikte schwierig ist. Die mobilen Grünelemente sollen insbesondere hitzebelastete Aufenthaltsbereiche begrünen, mit bestehenden
Grünstrukturen vernetzen und als ökologische Inseln zur Artenvielfalt beitragen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die wissenschaftliche Auswertung der Auswirkungen des mobilen Grüns auf Mikroklima und Luftqualität. Gleichzeitig sollen Erfahrungen zu blau-grüner
Infrastruktur, Biodiversität und Klimaanpassung im internationalen Projektverbund gesammelt und anschließend an Wissenschaft, Lehre, Verwaltung, Planung, Politik und Zivilgesellschaft weitergegeben werden.
Das Projekt läuft vom 18. November 2025 bis zum 30. Juni 2029. Das Gesamtbudget beträgt rund 8,25 Millionen Euro. Für Saarlouis stehen rund 851.000 Euro zur Verfügung, davon 510.604,81
Euro EFRE-Fördermittel, 170.201,61 Euro Kofinanzierung des Saarlandes und 170.201,61 Euro Eigenanteil der Europastadt Saarlouis.
Hintergrund:
Die Europastadt Saarlouis ist Partnerin des internationalen Forschungsprojekts „LivableCities“, das gemeinsam mit fünf weiteren Städten aus Nordwest-Europa sowie Partnern aus Forschung,
Bildung und Lehre Lösungen für eine grünere, gesündere und klimaangepasste Stadtentwicklung entwickelt. Im Mittelpunkt steht der Ausbau und die Vernetzung blau-grüner Infrastruktur – beispielsweise durch Entsiegelung und Begrünung, Dach- und Fassadenbegrünung,
Regenwasserspeicherung oder bepflanzte Versickerungsmulden.
Ziel des Projekts ist es, den Folgen des Klimawandels und zunehmenden Extremwetterereignissen zu begegnen, die Biodiversität und Klimaanpassung zu stärken sowie Mikroklima und
Luftqualität zu verbessern. Dabei sollen auch sogenannte „herausfordernde Räume“ in bestehende Netzwerke blau-grüner Infrastruktur integriert werden.
Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.saarlouis.de/rathaus/stadtentwicklung/klima/projekt-livablecities/
Fotohinweis:
v.l.n.r.: Charlotte Lay (SPD-Stadtratsfraktion), Nicola Saccà (Umweltministerium), Andreas Sauder (SPD-Stadtratsfraktion), Andreas Kelich (SPD-Stadtratsfraktion), Lisa Geimer-Klein
(SPD-Stadtratsfraktion), Ministerin Petra Berg, Beigeordneter Gerald Purucker, Bürgermeister Carsten Quirin, Anne Steuer (Mitarbeiterin im Projekt, Kreisstadt Saarlouis) und Horst Rupp (Amtsleiter Amt für Transformation und Klimaschutz, Kreisstadt Saarlouis);