INSM–Bildungsmonitor 2026: Saarland bundesweit Spitze bei Bildungsinvestitionen und Digitalisierung
Das Saarland ist beim Bildungsmonitor 2026 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gleich zweimal bundesweit Spitze: Bei der Priorisierung der Bildungsausgaben und der Digitalisierung
belegt es jeweils Platz 1. Im Gesamtranking steigt das Saarland auf Platz 5. Gegenüber 2013 legt es um 10,4 Punkte zu – stärker als jedes andere Bundesland.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot:
„Der Bildungsmonitor zeigt: Im Saarland hat Bildung höchste Priorität. Das ist eine bewusste politische Entscheidung, denn Bildung und die Chancen unserer Kinder sind für uns nicht verhandelbar.
Jedes Kind verdient die Chance, seine Fähigkeiten zu entfalten und seinen eigenen Weg zu gehen – unabhängig von Herkunft oder Geldbeutel der Eltern. Deshalb investieren wir konsequent in Bildung. Denn die Chancen, die wir Kindern heute eröffnen, entscheiden
über die Gesellschaft und die Demokratie, in der wir morgen leben. Dass das Saarland bei der Priorisierung der Bildungsausgaben bundesweit auf Platz 1 steht, zeigt: Wir reden nicht nur über Chancengerechtigkeit, wir handeln danach. Diesen Weg gehen wir entschlossen
weiter.“
Saarland mit stärkster Verbesserung seit 2013
Mit 51,5 Punkten erreicht das Saarland Platz 5 unter den 16 Bundesländern und verbessert sich um 5,4 Punkte von 46,1 auf
51,5 Punkte. Besonders deutlich ist die langfristige Entwicklung: Gegenüber 2013 verbessert sich das Saarland um
10,4 Punkte – stärker als jedes andere Bundesland.
Bildung hat Priorität
Die hohe Priorisierung zeigt sich konkret bei den Ausgaben: Je Grundschülerin und Grundschüler gibt das Saarland
9.200 Euro aus, im Bundesdurchschnitt sind es 9.000 Euro. Im Verhältnis zu den staatlichen Gesamtausgaben pro Kopf ist das der beste Wert aller Bundesländer. Auch bei den sonstigen allgemeinbildenden
und den beruflichen Schulen weist der Bildungsmonitor überdurchschnittliche Werte aus.
Digital gut aufgestellt
Auch bei der
Digitalisierung steht das Saarland bundesweit an der Spitze. Der Bildungsmonitor hebt den im Ländervergleich bereits hohen Umfang des Informatikunterrichts an den Schulen und die überdurchschnittliche
Verfügbarkeit von schnellem WLAN hervor. Digitale Ausstattung und digitale Kompetenzen gehören heute zu den Voraussetzungen dafür, Kinder und Jugendliche gut auf eine zunehmend digitale Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Dabei geht Digitalisierung im Saarland
über die technische Ausstattung hinaus: Mit dem Pflichtfach Informatik ab Klassenstufe 7, dem Basis-Curriculum Medienbildung, digitalen Lernangeboten, sowie der LSMS und der Qualifizierung von Lehrkräften werden digitale Infrastruktur und pädagogische Konzepte
systematisch miteinander verbunden, rechtliche abgesichert durch unser bundesweit einzigartiges Digitale-Bildung-Gesetz
Weniger Klassenwiederholungen
Bei der
Zeiteffizienz erreicht das Saarland Platz 2. Die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I liegt mit
2,1 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 2,6 Prozent. In den Grundschulen wiederholen lediglich
0,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Klasse, bundesweit sind es 0,5 Prozent. Das Saarland setzt dabei bewusst auf frühe individuelle Förderung statt auf das Wiederholen
eines ganzen Schuljahres. Lernstände und Förderbedarfe werden weiterhin kontinuierlich erfasst, damit Lernrückstände früh erkannt und gezielt aufgearbeitet werden können.
Damit erreicht das Saarland den besten Wert aller Bundesländer. Auch werden vergleichsweise wenige Kinder verspätet eingeschult.
Gute Betreuungsbedingungen
Bei den
Betreuungsbedingungen belegt das Saarland Platz 5. In Kindergärten, Grundschulen und der Sekundarstufe I ohne Gymnasien sind die Betreuungsrelationen besser als im Bundesdurchschnitt.
An den Grundschulen kommen rechnerisch 14,8 Schülerinnen und Schüler auf eine Lehrkraft, bundesweit sind es 15,9. In den Kindertageseinrichtungen liegt die Betreuungsrelation
bei 4,7 Kindern je Betreuungskraft gegenüber 5,2 im Bundesdurchschnitt. Auch bei den wöchentlichen Unterrichtsstunden je Klasse erreicht das Saarland an Grundschulen
und in der Sekundarstufe I ohne Gymnasien überdurchschnittliche Werte.
Gute Ergebnisse bei Integration – aber weiter Handlungsbedarf
Auch im Bereich
Integration erreicht das Saarland Platz 5. Positiv bewertet der Bildungsmonitor, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Mathematik im Saarland
vergleichsweise geringer ausfällt. Bei ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen liegt die Studienberechtigtenquote bei
9,9 Prozent gegenüber 6,2 Prozent im Bundesdurchschnitt – der beste Wert aller Bundesländer. An allgemeinbildenden Schulen liegt sie mit
12,8 Prozent ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 8,0 Prozent.
Gleichzeitig zeigt der Bildungsmonitor, wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Der Anteil ausländischer Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss
liegt mit 26,3 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 20,0 Prozent. Auch bei der Bildungsarmut muss das Saarland besser werden: Der Anteil der Neuntklässlerinnen und
Neuntklässler mit geringen mathematischen Kompetenzen ist überdurchschnittlich hoch; in den Naturwissenschaften liegt die Risikogruppe im Bundesdurchschnitt.
Basiskompetenzen weiter stärken
Deshalb bleiben
Basiskompetenzen und Bildungschancen zentrale Schwerpunkte der saarländischen Bildungspolitik. Mit „Startklar Deutsch“ werden sprachliche Förderbedarfe bereits vor der
Einschulung erkannt und gezielt gefördert. In der Schule bekommen Lesen, Schreiben und Rechnen mit Lese- und Matheband verbindlich Zeit zum Üben. Zugleich stärkt das Saarland die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung: Lernstände werden genutzt,
um Förderung gezielter zu machen und Unterricht weiterzuentwickeln. Aus Daten wird Handeln.
Gute finanzielle, personelle und digitale Rahmenbedingungen schaffen dafür die Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass sie im Unterricht und damit
bei den Kindern ankommen. Ziel bleibt, den Bildungserfolg stärker von der sozialen Herkunft zu entkoppeln und mehr jungen Menschen einen erfolgreichen Bildungsabschluss zu ermöglichen.
Hintergrund
Der INSM-Bildungsmonitor wird seit 2004 jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW)