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1. Tarifverhandlung im Gebäudereiniger-Handwerk ohne Ergebnis

Von Redaktion Institutionen | 09.09.2026 17:18 | Lesedauer: 3 Minuten

Die erste Tarifverhandlung Gebäudereiniger endete ohne Ergebnis, da Arbeitgeber keine Lohnerhöhung bieten wollen. Die IG BAU fordert zwei Euro mehr pro Stunde, um die niedrigen Löhne und die geringe Wertschätzung im Beruf auszugleichen. Die Verhandlungen werden fortgesetzt, um bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen.
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Gewerkschaftsvertreterinnen und Gewerkschaftsvertreter im gemeinsamen Gespräch

Headerimage Gewerkschaften – Symbolfoto

Arbeitgeber lehnen Lohnerhöhung wegen wirtschaftlicher Bedingungen ab

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Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Bundesvorstand – Pressestelle Olof-Palme-Straße 35 60439 Frankfurt am Main Verantwortlich:

Frank Tekkiliç

Medieninfo

Telefon 069 95737-135 Mobil 0151 1755 3706 frank.tekkilic@igbau.de presse@igbau.de www.igbau.de

9. September 2026

Gebäudereinigung: Arbeitgeber legen kein Angebot vor

IG BAU: „Reinigungsarbeit wird unter Wert verkauft“ Die erste Tarifverhandlung für die rund 700.000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ist am Mittwoch, den 9. September 2026, in Düsseldorf ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor. Die Verhandlungen wurden vertagt.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Lohngruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Damit würde der Branchenmindestlohn in der Lohngruppe 1 von derzeit 15 auf 17 Euro steigen. Glas- und Fassadenreiniger*innen in der Lohngruppe 6 würden künftig 20,40 Euro statt 18,40 Euro pro Stunde erhalten.

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Die Arbeitgeber erklärten in der ersten Verhandlungsrunde, die Forderung sei angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht finanzierbar. Die Kunden seien nicht bereit, entsprechend höhere Preise für Reinigungsleistungen zu zahlen.

„Die Arbeitgeber verstecken sich hinter ihren Kunden. Sie sagen, unsere Forderung sei nicht finanzierbar, weil die Auftraggeber höhere Preise nicht bezahlen würden. Aber damit benennen sie das eigentliche Problem selbst: Reinigungsarbeit wird zu billig verkauft. Die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen ist mehr wert“, sagt Ulrike Laux, im Vorstand der IG BAU zuständig für die Gebäudereinigung.

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Für die Gewerkschaft steht deshalb nicht allein die Höhe des Tarifabschlusses zur Debatte, sondern grundsätzlich die Wertschätzung der Arbeit in der Branche. Viele Reinigungskräfte kommen trotz ihrer Arbeit mit ihrem Einkommen kaum über die Runden und sind auf ergänzende staatliche Leistungen angewiesen.

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„Es kann nicht sein, dass Menschen jeden Tag für Sauberkeit und Hygiene in Schulen, Krankenhäusern, Büros oder Industriebetrieben sorgen und von ihrem Lohn trotzdem nicht vernünftig leben können. Wer gute Arbeit will, muss bereit sein, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen“, so Laux.

Kritik übt die IG BAU auch an der Haltung der Arbeitgeber zum gesetzlichen Mindestlohn. In der Verhandlung hätten diese erklärt, der Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn spiele unter den veränderten Bedingungen des Marktes nicht mehr die gleiche Rolle.

„Das ist ein fatales Signal. Tariflöhne müssen sich spürbar vom gesetzlichen Minimum abheben. Wer den Abstand zum Mindestlohn für unwichtig erklärt, stellt die tarifliche Aufwertung der Arbeit infrage. Für uns ist klar: Der Mindestlohn ist die unterste Haltelinie und nicht der Maßstab dafür, was gute Arbeit wert ist“, sagt Laux.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung rechtfertigt aus Sicht der IG BAU keine pauschale Absage an höhere Löhne. Aktuelle Marktdaten zeigen Wachstum bei großen Facility-Service-Unternehmen. Die 25 führenden Unternehmen in Deutschland steigerten ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr im Durchschnitt um 6,3 Prozent. Zum Facility-Service-Markt gehört auch die Gebäudereinigung. Viele Unternehmen rechnen auch für die kommenden Jahre mit weiterem Wachstum.

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Gleichzeitig beobachtet die IG BAU in den Betrieben eine hohe Fluktuation. Niedrige Stundenlöhne treffen auf hohen Zeit- und Leistungsdruck. Für die Gewerkschaft ist deshalb klar: Wer Beschäftigte gewinnen und in der Branche halten will, muss die Arbeit attraktiver machen.

„Die Branche braucht die Beschäftigten. Aber Respekt zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern auf dem Lohnzettel. Zwei Euro mehr pro Stunde sind ein notwendiger Schritt, damit die Menschen spüren: Diese Arbeit hat einen Wert“, sagt Laux.

Die IG BAU hält deshalb an ihrer Forderung nach zwei Euro mehr pro Stunde für alle Lohngruppen und einer Laufzeit von zwölf Monaten fest. Der derzeitige Tarifvertrag läuft zum 31. Dezember 2026 aus.

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