eine Woche vor dem Start der Bundesliga-Saison wurde in Elversberg erstmals
ein ökumenischer Fußballgottesdienst gefeiert. In der vollen Evangelischen
Kirche baten 300 Menschen für eine faire Saison. Einen Tag nach den
Ausschreitungen in Mannheim stand zudem der Wunsch einer offenen,
gewaltfreien Fan-Kultur im Vordergrund.
Anbei finden Sie dazu eine Pressemitteilung sowie Bildmaterial mit der Bitte
um Berücksichtigung.
BU 1: In der vollbesetzten Evangelischen Kirche Elversberg waren Trikots,
Schals und Flaggen der SVE allgegenwärtig
BU 2: Pfarrer Uwe Schmidt (r.) und Gemeindereferentin Ursula Zewe-Petry
hatten den Gottesdienst gemeinsam entwickelt
BU 3: Die Mitwirkenden der Talkrunden (v.l.): Fan Elfi, Ursula Zewe-Petry,
Bürgermeister Bernd Huf, Fan Tanja, Pfarrer Uwe Schmidt, Fans Norbert und
Delf
Beste Grüße
Rieke Eulenstein
Öffentlichkeitsarbeit
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Ökumenischer Fußballgottesdienst zum Bundesligastart in Elversberg
"TeamGeist" für eine offene Fan-Kultur
Spiesen-Elversberg. Wenn der Pfarrer eingangs die Trillerpfeife bläst, zum
Singen alle aufspringen und Fahnen geschwenkt werden - dann wird in
Elversberg Fußballgottesdienst gefeiert.
Zum ersten Mal überhaupt hat die örtliche Sportvereinigung 07 Elversberg
(SVE) in diesem Jahr den Sprung in die erste Fußball-Bundesliga geschafft.
Der Aufstieg in die oberste Liga - der dritte in nur fünf Jahren - wirkt auf
viele immer noch wie ein einziges langes Fußballmärchen. Ein Märchen, das
die kleine Gemeinde nun vor große Herausforderungen stellt.
Ein Dorfverein in der Bundesliga - dafür braucht es Unterstützung.
Für Uwe Schmidt, Pfarrer der Kirchengemeinde Evangelisch Mittendrin in
Neunkirchen und bekennender Fußball-Fan, war schon kurz nach dem Aufstieg
klar, dass er den Fußball und seine Fans in die Kirche holen wollte. Die
Ziele: Beistand "von oben" erbitten, aber vor allem zu einem fairen
Miteinander beitragen. Inspirieren ließ sich Schmidt bei der Konzeption von
den "Fan-Andachten", die seit vielen Jahren im Kölner Dom stattfinden.
Niedrigschwellig solle das gottesdienstliche Angebot sein, offen für alle -
und natürlich ökumenisch.
So lebt dieser erste Elversberger Fußballgottesdienst dann auch von der
Stadion-Atmosphäre im kirchlichen Raum. Bälle, Schals und Banner zieren
Kanzel, Altar und die Empore. Schon eine Viertelstunde vor Beginn ist die
Evangelische Kirche in der Luisenstraße rappelvoll, schwarz-weiße Trikots
und Schals in jeder Ecke.
Die Besucherinnen und Besucher sind von Anfang an aktiv dabei, ob beim
Singen oder gemeinsamem Sprechen. Als das Lied "2022, an einem Tag im Mai"
angestimmt wird, singt die ganze Kirche inbrünstig mit.
Und gibt es mal eine Verzögerung, wird diese mit Sprechchören "SVE"
überbrückt. Der Hinweis von Gemeindereferentin Ursula Zewe-Petry von der
katholischen Pfarrei, dass auch andere Vereine willkommen seien, wirkt eher
pro forma. An diesem Nachmittag ist die Kirche schwarz-weiß.
Eine Predigt gibt es nicht, stattdessen mehrere Talkrunden. Hier wird nicht
über Fans gesprochen, sondern die Fans selbst kommen zu Wort. Im Mittelpunkt
steht "TeamGeist": eine offene und faire Fankultur. Diese müsse an erster
Stelle stehen, so Zewe-Petry. Einen Tag nach den schweren Ausschreitungen
bei einem Pokalspiel in Mannheim sind die Nachwirkungen der Gewalt noch
deutlich zu spüren. In Elversberg hat man dafür kein Verständnis. "Hass hat
im Sport gar nichts zu suchen, Gewalt war nie ein Thema bei uns", betont
Norbert, seit über vier Jahrzehnten SVE-Mitglied.
"Sie haben es in der Hand, dass so etwas in Elversberg nicht vorkommen
wird", appellierte Zewe-Petry an die 300 Menschen in der Kirche. Und auch
Uwe Schmidt sieht die Chance für den saarländischen Club, eine
Vorbildfunktion im Miteinander einzunehmen.
Auch in der Bundesliga soll die Fankultur in Elversberg erhalten werden vor,
während und nach den Spielen, hofft auch Elfi, langjährige Stadiongängerin.
"Wenn woanders ein Spieler einen Elfer verschießt, wird er noch
ausgepfiffen. Bei uns gibt es dafür Applaus, denn nächstes Mal wird es
besser." Damit gehe ein anderes Verständnis von Fan-sein einher. "Ich bin
Fan, auch wenn die Mannschaft mal schlecht spielt", betont sie - und bekommt
dafür großen Applaus in der Kirche.
Pfarrer Uwe Schmidt ist begeistert von der Bilanz des ersten
Fußballgottesdienstes. Über die Saison hinweg will er weitere Angebote an
der Schnittstelle von Kirche und Sport entwickeln und im nächsten Jahr den
Gottesdienst zur Saisoneröffnung neu auflegen - denn vom Klassenerhalt ist
man in Elversberg überzeugt.