Digitales Saarland 2035: Landesregierung legt ressortübergreifende Strategie für die digitale Transformation vor
Die saarländische Landesregierung legt mit „Digitales Saarland 2035“ einen ressortübergreifenden strategischen Rahmen für die digitale Transformation des Landes vor.
Wirtschafts- und Digitalminister Jürgen Barke präsentierte die Strategie am 18. August in der Landespressekonferenz.
Die Strategie bündelt die Aktivitäten der Landesregierung unter einem gemeinsamen Zielbild und legt fest, in welchen Bereichen die Digitalisierung Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung in den kommenden Jahren voranbringen soll. Ziel ist es, das Saarland bis 2035 zu einer der innovativsten Regionen Europas zu entwickeln und digitale Technologien verantwortungsvoll und gewinnbringend einzusetzen.
Die Digitalisierung verändert nahezu alle Bereiche unseres Lebens – wie wir arbeiten und lernen, wie Unternehmen produzieren, wie wir uns fortbewegen oder wie der Staat seine Aufgaben erfüllt. Unser Anspruch ist, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Sie muss einen konkreten Mehrwert schaffen: für die Menschen, unsere Unternehmen, unsere Kommunen und einen modernen und handlungsfähigen Staat.
Wirtschafts- und Digitalminister Jürgen Barke
Die Strategie wurde in einem rund einjährigen, mehrstufigen Prozess erarbeitet. Auf eine Bestandsaufnahme folgten ressortübergreifende Workshops, die Einbindung von Expertinnen und Experten sowie eine Bürgerbeteiligung. „Digitalisierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb trägt diese Strategie viele Handschriften und ist ein gemeinsamer Orientierungsrahmen für das Saarland“, so Barke.
„Digitales Saarland 2035“ definiert neun Wirkungsfelder. Drei davon schaffen die grundlegenden Voraussetzungen für die digitale Transformation:
- sichere digitale Infrastruktur
- digitale Mündigkeit
- Forschung, Technologietransfer und Innovation im Digitalbereich.
Darauf bauen sechs anwendungsbezogene Bereiche auf:
- moderne Arbeitswelt
- innovative Unternehmenswelt
- resiliente öffentliche Ordnung
- intelligente Versorgung
- nachhaltige Lebensräume
- lebendiger gesellschaftlicher Zusammenhalt
Das Spektrum der Maßnahmen reicht vom Ausbau der Gigabit-, Cyber- und Dateninfrastruktur über die Stärkung digitaler Kompetenzen bis zum Transfer aus der saarländischen Spitzenforschung in die wirtschaftliche Anwendung. Projekte wie TUMO Saar, das Pflichtfach Informatik oder das Zentrale Technologieprogramm Saar tragen bereits heute dazu bei. Hinzu kommen neue Vorhaben wie die Stärkung der KI-Kompetenzen von Lehrkräften oder perspektivisch ein KI-Reallabor. Auch in Gesundheitsversorgung, Mobilität oder Katastrophenschutz sollen digitale Lösungen stärker zum Einsatz kommen.
Barke: „Digitalisierung und Künstliche Intelligenz entscheiden zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit, Innovationen und neue Geschäftsmodelle. Das Saarland verfügt über eine exzellente Forschungslandschaft. Unsere Aufgabe ist es, daraus noch häufiger Wertschöpfung, Unternehmen und Arbeitsplätze im Saarland entstehen zu lassen.“
Die Strategie verbindet die Vision für 2035 mit konkreten Etappenzielen bis 2029 sowie laufenden und geplanten Maßnahmen. Die Umsetzung erfolgt ressortübergreifend, das Wirtschaftsministerium übernimmt die zentrale Koordination. Die Fortschritte werden systematisch nachgehalten und transparent gemacht. 2029 wird die Strategie umfassend evaluiert und anschließend für den Zeitraum 2030 bis 2035 fortgeschrieben.
„Eine gute Strategie misst sich nicht an schönen Überschriften, sondern daran, was von ihr umgesetzt wird“, so Barke. „Wir wollen transparent machen, wo wir stehen, welche Maßnahmen wirken und wo wir nachsteuern müssen. Deshalb verstehen wir die Strategie als lernendes und dynamisches Instrument.“
Ergänzt wird „Digitales Saarland 2035“ durch vertiefende Fokusstrategien. Mit der 2025 veröffentlichten Strategie zur Digitalisierung der saarländischen Landesverwaltung liegt die erste bereits vor. Bis Sommer 2027 sollen weitere Strategien zu Künstlicher Intelligenz, Daten und Quantentechnologien folgen.
Barke: „Das Saarland hat hervorragende Voraussetzungen: eine international anerkannte Forschungslandschaft, innovative Unternehmen und kurze Wege zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Diese Stärken wollen wir nutzen. Unser Anspruch ist, Digitalisierung so zu gestalten, dass sie wirtschaftliche Stärke schafft, staatliches Handeln verbessert und vor allem den Saarländerinnen und Saarländern zugutekommt. Das Saarland kann Wandel.“
Die vollständige Strategie „Digitales Saarland 2035“ ist unter www.saarland.de/digitalstrategie abrufbar.