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Saarbrücken
Podiumsdiskussionen, Argumentationstraining und Ausstellung

Saar­loui­ser Toleranztage

Tag für Tag erleben zahlreiche Menschen Hass, Diskriminierung und Gewalt – mitten in Deutschland.

Die Kreis­stadt Saar­lou­is möch­te mit den 2023 erst­ma­lig statt­fin­den­den „Saar­loui­ser Tole­ranz­ta­gen“ ein Zei­chen set­zen für Tole­ranz und Respekt. Das Kul­tur­amt der Euro­pa­stadt Saar­lou­is und sei­ne Ein­rich­tun­gen in Zusam­men­ar­beit mit den Saar­loui­ser Schu­len und wei­te­ren Part­nern grei­fen die­ses gesell­schaft­lich rele­van­te The­ma in einer Rei­he von Ver­an­stal­tun­gen auf.

Den Auf­takt der Saar­loui­ser Tole­ranz­ta­ge macht die Aus­stel­lung „Die Kin­der von Aus­schwitz“ des Jour­na­lis­ten und Kura­tors Alwin Mey­er im Städ­ti­schen Muse­um Saar­lou­is, die am 19. Janu­ar um 19 Uhr eröff­net wird. Seit 1972 wid­met sich der Autor in zahl­rei­chen Büchern, Aus­stel­lun­gen, Vor­trä­gen und einem Film die­sem dun­kels­ten Kapi­tel der Geschich­te. Seit über 45 Jah­ren sucht er welt­weit nach den weni­gen über­le­ben­den Kin­dern von Ausch­witz. Ein­fühl­sam hat er mit ihnen gespro­chen und ihr Ver­trau­en gewon­nen. Vie­le erzähl­ten ihm zum ers­ten Mal vom Lager­le­ben, von einer Kind­heit, in der Tod immer prä­sent und nie natür­lich war. Auf 38 Tafeln erzählt er von dem Leben und Ster­ben der Kin­der und ihren Müt­tern mit ein­drucks­vol­len Doku­men­ten, Fotos und Texten.

Zu Sehen ist die Aus­stel­lung im Städ­ti­schen Muse­um in der Kaser­ne VI wäh­rend des­sen Öff­nungs­zei­ten: Diens­tag bis Frei­tag von 10–13 und 14–17 Uhr, Sams­tag und Sonn­tag 14–17 Uhr. Der Besuch ist kostenlos.

Am 27. Janu­ar, dem Tag des Geden­kens an die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus, wer­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler des MPG und des SGS die in Saar­lou­is ver­leg­ten Stol­per­stei­ne rei­ni­gen und an das Schick­sal der dort geehr­ten Opfer erin­nern. „Stol­per­stei­ne“ heißt eine Akti­on des Köl­ner Künst­lers Gun­ter Dem­nig, mit der an die Opfer der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Gewalt­herr­schaft erin­nert wird. In Saar­lou­is wur­den 2010/2011 11 Stol­per­stei­ne und 2015 15 Stol­per­stei­ne ver­legt. 2023 wird Gun­ter Dem­nig am 11. Mai 2023 ab 9 Uhr an ver­schie­de­nen Orten in Saar­lou­is neue Stol­per­stei­ne verlegen.

Am 31. Janu­ar um 19 Uhr stel­len wir im Rah­men einer Podi­ums­dis­kus­si­on im Thea­ter am Ring die Fra­ge „Tole­ranz oder doch bes­ser Respekt — Wie resi­li­ent ist unse­re Gesell­schaft gegen­über Spal­tung und Ras­sis­mus?“ Die hoch­ka­rä­tig besetz­te Dis­kus­si­ons­run­de geht der Fra­ge nach, wo Spal­tung bereits im Klei­nen im all­täg­li­chen Sprach­ge­brauch, in ver­meint­lich harm­lo­sen Hand­lun­gen und im zwi­schen­mensch­li­chen Umgang beginnt. Hen­ri Juda berich­tet als Zeit­zeu­ge, die bekann­te und mehr­fach aus­ge­zeich­ne­te Fil­me­ma­che­rin, Autorin und Mode­ra­to­rin Mo Asumang als Betrof­fe­ne und Moha­med Mai­ga als Prä­si­dent des Forums für inter­kul­tu­rel­le Begeg­nung e.V. Ramesch. Der Jour­na­list Peter König mode­riert die Runde.

Der Ein­tritt ist frei.

Auch die VHS Saar­lou­is lädt zu Ver­an­stal­tun­gen ein: Der christ­lich-jüdi­sche Dia­log wird am Diens­tag, 14. März um 19.00 Uhr im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus Saar­lou­is fort­ge­setzt. Im Mit­tel­punkt des Vor­trags von Pfar­rer Jörg Beckers ste­hen Andre­as Osi­an­der und sei­ne Ver­tei­di­gungs­schrift „Ob es wahr und glaub­lich sei — Eine Wider­le­gung der juden­feind­li­chen Ritu­al­mord­be­schul­di­gun­gen“. Die Teil­nah­me ist kostenfrei.

Die nächs­te The­men­füh­rung zum jüdi­schen Leben in Saar­lou­is bie­tet die VHS für Don­ners­tag, 30. März um 15.00 Uhr an. Gil­bert Jaeck zeigt bedeu­ten­de Plät­ze in Saar­lou­is und auf dem Fried­hof, die für das jüdi­sche Leben in Saar­lou­is eine gro­ße Bedeu­tung hat­ten. Hier­zu zählt auch der Gedenk­raum am Ort der frü­he­ren Syn­ago­ge am Esther-Beja­ra­no-Platz. Der Bei­trag beträgt 5 Euro.

Zum kos­ten­frei­en Argu­men­ta­ti­ons­trai­ning gegen Stamm­tisch­pa­ro­len lädt die VHS am Sams­tag, 22. April um 10.30 Uhr ins Dona­tus­zen­trum Saar­lou­is-Roden ein. Uwe Albrecht vom Adolf-Ben­der-Zen­trum zeigt, wie man in Situa­tio­nen, in denen über Juden, Geflüch­te­te oder Min­der­hei­ten her­ge­zo­gen wird, ange­mes­sen reagiert.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Anmel­de­mög­lich­kei­ten zu die­sen Ver­an­stal­tun­gen hält die Volks­hoch­schu­le (VHS) der Stadt Saar­lou­is über die Inter­net­sei­te vhs-saarlouis.de und tele­fo­nisch unter 06831 6989030 bereit.

Quelle:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kreisstadt Stadt Saarlouis

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