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Verarbeiten von Trauer in der Malerei

Moni­ka Scholz-Bau­er erhält Bundesverdienstmedaille

„Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Auszeichnung.

Jeder kennt es, trau­rig zu sein. Ganz beson­ders, wenn man einen Schlag im Leben hin­neh­men muss, einen lie­ben Men­schen ver­liert oder einen Ster­ben­den beglei­tet. Trau­er tut weh, macht Angst und wird dar­um gern ver­drängt. Doch wie jede Emo­ti­on will und muss Trau­er gelebt wer­den, sie gehört zum Leben dazu und muss ihren ange­mes­se­nen Platz in der Gesell­schaft bekom­men. Dies zeig­te Moni­ka Scholz-Bau­er Men­schen in den Ange­bo­ten des Trau­er­ca­fés in St. Ing­bert, mit dem sie die Trau­er­ar­beit im Saar­pfalz-Kreis über­haupt erst begon­nen, stets wei­ter­ent­wi­ckelt und sehr geprägt hat. Für die­se wich­ti­ge Arbeit und ihre Tätig­keit im Vor­stand des Hos­piz­ver­eins Saar­pfalz e. V. hat Moni­ka Scholz-Bau­er im Juli 2022 die Bun­des­ver­dienst­me­dail­le erhal­ten. „Herz­li­chen Glück­wunsch zu die­ser groß­ar­ti­gen Aus­zeich­nung. Ich habe höchs­ten Respekt vor Ihrer Leis­tung. Sie set­zen sich mit einem The­ma für Ihre Mit­men­schen ein, vor dem sich die meis­ten Men­schen lie­ber ver­ste­cken“, lobt er die enga­gier­te Seniorin.

Seit mehr als 25 Jah­ren beklei­det die St. Ing­ber­te­rin Ehren­äm­ter in der Bera­tung und Beglei­tung trau­ern­der Men­schen. Sie führt Semi­na­re durch, berät Men­schen in Ein­zel­ge­sprä­chen, hat das Trau­er­ca­fé im Cari­tas-Zen­trum St. Ing­bert ein­ge­führt, das sie aus gesund­heit­li­chen Grün­den im Jahr 2018 auf­ge­ben muss­te. Seit zehn Jah­ren ist sie Vor­stands­mit­glied im Hos­piz­ver­ein Saar­pfalz e. V. „Für mich gehö­ren Leben und Tod unmit­tel­bar zusam­men“, erzählt sie in aller Beschei­den­heit. „Das Ster­ben sieht häu­fig ganz anders aus, als man sich vor­stellt, sowohl aus Sicht des Ster­ben­den als auch aus Sicht der Beglei­ter. Für bei­de Sei­ten ist Unter­stüt­zung wich­tig, häu­fig ent­ste­hen damit völ­lig neue Gesprä­che und Bezie­hun­gen.“ Dank ihrer Aus­bil­dung als Gestalt­the­ra­peu­tin und einer mal­the­ra­peu­ti­schen Qua­li­fi­zie­rung setzt sie auch ihr künst­le­ri­sches Talent in der Trau­er­ar­beit ein. So ver­brach­te sie bei­spiels­wei­se gemein­sam mit ihrer Künst­ler­grup­pe „Stein­berg“ ein Wochen­en­de im Klos­ter Tho­ley, wo sich die Künst­ler mit dem The­ma Tod und Trau­er aus­ein­an­der­setz­ten. Ent­stan­den ist dabei eine Rei­he von Bil­dern, in denen die Künst­ler ihre Gefüh­le und Dis­kus­si­ons­er­geb­nis­se ver­ar­bei­te­ten. Die teils far­ben­fro­hen und in jedem Fall aus­sa­ge­kräf­ti­gen Bil­der sol­len im nächs­ten Jahr in einer Aus­stel­lung im Rat­haus in St. Ing­bert gezeigt werden.

Neben der Kunst ist ihr die Arbeit im Hos­piz­ver­ein sehr wich­tig. „Wir unter­stüt­zen die Men­schen, manch­mal bei All­tags­auf­ga­ben wie Ein­kau­fen oder Kochen, mit Vor­le­sen, bei der Besor­gung von medi­zi­ni­scher Aus­rüs­tung und häu­fig ein­fach nur mit Gesprä­chen“, erzäh­len sie und die Ver­eins­vor­sit­zen­de Meta Ler­mann. Die aus­ge­bil­de­ten Hos­piz­hel­fer des Ver­eins sind immer dann vor Ort, wenn sie gebraucht wer­den. Dar­über hin­aus wer­den Infor­ma­ti­ons­ta­ge z. B. mit Dis­kus­sio­nen und Vor­trä­gen, Kon­zer­ten, Got­tes­diens­ten usw. veranstaltet.

In die­sem Rah­men wird am Sonn­tag, 13. Novem­ber 2022 um 15 Uhr, in der Kino­werk­statt der Kino­film „Zum Tode mei­ner Mut­ter“ gezeigt. Da per­sön­li­che Kon­tak­te in der Coro­na-Pan­de­mie so stark ein­ge­schränkt waren, hat der Ver­ein das Buch „Web­fä­den“ mit trös­ten­den, lus­ti­gen und anre­gen­den Geschich­ten zum The­ma, Fotos sowie Kunst­wer­ken von Moni­ka Scholz-Bau­er und ande­ren Künst­lern her­aus­ge­bracht. Die Finan­zie­rung der gesam­ten Arbeit erfolg­te aus­schließ­lich über Ver­eins­mit­glied­schaf­ten und Spenden.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Hos­piz­ver­ein Saar­pfalz e. V., Akti­vi­tä­ten und Ter­mi­ne, Ansprech­part­ner sowie Details zum Spen­den­kon­to sind unter https://www.hospizvereinsaarpfalz.de/ zu finden.

Quelle:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt St. Ingbert

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