Donnerstag, 29. September 2022
11.6 C
Saarbrücken
MEHR

    Grü­ne Saar­land erwar­ten von der Minis­ter­prä­si­den­tin kla­re Aus­sa­gen zum ÖPNV

    Saarland Today - das Mediennetzwerk aus dem Saarland

    Saarland Today Redaktionen

    Die Grü­nen Saar­land ver­mis­sen einen kla­ren Kurs der Minis­ter­prä­si­den­tin zur Wei­ter­ent­wick­lung des ÖPNV. Wäh­rend Anke Reh­lin­ger im Wahl­pro­gramm noch ein 365-Euro-Ticket zu einer ihrer zen­tra­len Ankün­di­gun­gen gemacht hat, hat das Saar­land jetzt nach Aus­sa­ge der Minis­ter­prä­si­den­tin angeb­lich an kei­ner Stel­le mehr Geld für eine Tarif­re­form des ÖPNV übrig. Aktu­ell befürch­ten die Grü­nen Saar­land, dass an der saar­län­di­schen Blo­cka­de­hal­tung die Nach­fol­ge des belieb­ten und unkom­pli­zier­ten 9‑Eu­ro-Tickets schei­tern könnte.

    Laut Regie­rungs­pro­gramm der SPD sol­len die Inves­ti­tio­nen in den Nah­ver­kehr in den nächs­ten 10 Jah­ren ins­ge­samt zwei Mil­li­ar­den Euro betra­gen. Neben den Bun­des­zu­schüs­sen und den Regio­na­li­sie­rungs­mit­teln sol­len hier­für die Lan­des­mit­tel auf­ge­stockt wer­den. Gleich­zei­tig ver­wei­gert sich die Minis­ter­prä­si­den­tin der Kos­ten­über­nah­me des Lan­des­an­teils eines ein­heit­li­chen 49-Euro-Tickets. Dazu die Lan­des­vor­sit­zen­de Uta Sul­len­ber­ger: “Im Regie­rungs­pro­gramm redet die SPD von der Visi­on eines auf lan­ge Sicht kos­ten­lo­sen ÖPNV. Aber schon beim ers­ten Schritt leis­tet die Minis­ter­prä­si­den­tin einen Offen­ba­rungs­eid. Das ver­wun­dert umso mehr, weil hier­durch zusätz­li­che Mit­tel für eine Tarif­re­form vom Bund kämen. Teil­wei­se könn­ten dann auch Lan­des­mit­tel an ande­rer Stel­le ein­ge­spart wer­den.” Die Aus­gleichs­zah­lun­gen zur Tarif­re­form im Saar­land betra­gen aktu­ell rund 15 Mil­lio­nen Euro im Jahr, wovon 10 Mil­lio­nen Euro vom Land und der Rest aus den Regio­na­li­sie­rungs­mit­teln kommt. 

    Der Lan­des­vor­sit­zen­de der Grü­nen Dr. Ralph Non­nin­ger erkennt die bis­he­ri­gen Fort­schrit­te bei­spiels­wei­se beim Job-Ticket Plus für Lan­des­be­diens­te­te an. Aller­dings zwei­felt er an den wei­ter­ge­hen­den Ver­spre­chun­gen der SPD. “Wenn jetzt schon nach eini­gen Mona­ten die Luft bei die­ser Regie­rung raus ist, wie soll sie dann in den nächs­ten vier Jah­ren die Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen im Saar­land stem­men? Es braucht jetzt drin­gend kla­re Aus­sa­gen nicht nur zum Gestal­tungs­wil­len, son­dern auch zur Gestal­tungs­fä­hig­keit die­ser Lan­des­re­gie­rung. Die jet­zi­ge Sala­mi­tak­tik, mit immer wie­der neu­en For­de­run­gen an den Bund bei gleich­zei­ti­gem Ein­ge­ständ­nis des nicht vor­han­de­nen eige­nen Gestal­tungs­spiel­raums, kos­tet das Saar­land Glaub­wür­dig­keit”, so Dr. Ralph Nonninger.

    Quelle:

    Weitere Artikel dieser Redaktion