Donnerstag, 6. Oktober 2022
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    Meer­schwein­chen, Mär­chen, Mädels und Män­ner bei der St. Ing­ber­ter Pfanne

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    Saarland Today Redaktionen

    Die „Küche“ in der Alten Schmelz war vor­be­rei­tet. Zwölf Klein­kunst-Köche zer­leg­ten an vier Aben­den die aktu­el­le poli­ti­sche Lage, gesell­schaft­li­che Trends und tie­fe Emo­tio­nen. Dazu misch­ten sie unzäh­li­ge Zuta­ten wie dia­bo­li­sche Jon­gla­ge, hym­ni­sche oder swin­gen­de Gesän­ge, bekann­te und selbst gefer­tig­te Instru­men­te, phi­lo­so­phi­sche Über­le­gun­gen und akro­ba­ti­sche Übun­gen. Als Wür­ze kamen scharf­zün­gi­ge Bestands­auf­nah­men, fra­gi­le Männ­lich­keit, blu­ti­ge Tage­bü­cher oder rach­süch­ti­ge Ideen, mär­chen­haf­te Ana­ly­sen, außer­ge­wöhn­li­che Fer­tig­kei­ten und viel­deu­ti­ge Mimik hin­zu. So prä­sen­tier­ten die Künst­ler den Zuschau­ern und Juro­ren des St. Klein­kunst-Wett­be­werbs „Die Pfan­ne“ ein bun­tes, humor­vol­les und inspi­rie­ren­des Menü. „Ober­kell­ner“ und Per­for­mance-Poet Phil­ipp Schar­ren­berg ser­vier­te die „Spei­sen“ – nun schon zum zwölf­ten Mal – mit char­mant ver­pack­ten Ger­ma­nis­tik­kennt­nis­sen und sub­ti­len Reimen.

    „Nach vier Tagen ist man schon ein biss­chen müde“, erzählt ein Klein­kunst­lieb­ha­ber und Stamm­be­su­cher, „aber so viel und viel­sei­ti­gen Humor bekommt man sonst nir­gend­wo.“ Genau das war auch Tenor vie­ler Vor­trä­ge: Humor hilft, auch in schlech­ten Zei­ten stark zu blei­ben. Dar­auf, dass die letz­ten Jah­re vor allem für Klein­künst­ler schlech­te Zei­ten waren, ver­wies neben den meis­ten Künst­lern auch Mode­ra­tor Schar­ren­berg. Sei­ne deut­li­che Bit­te an das Publi­kum: Sie nicht auf dem Bild­schirm im Wohn­zim­mer, son­dern gemein­sam mit ande­ren Men­schen im Thea­ter, denn nur hier sei sie wirk­lich erleb­bar. Ingo Niet­ert, Lei­ter der Kul­tur­ab­tei­lung der Stadt St. Ing­bert, unter­streicht das Anlie­gen. Vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Lage sei er zufrie­den mit den Besu­cher­zah­len in die­sem Jahr, wie er betont, obwohl vie­le Plät­ze im Saa­le frei geblie­ben sei­en. „Außer­dem bin ich stolz dar­auf, dass wir die Coro­na­pan­de­mie ohne Unter­bre­chung über­stan­den haben, weil wir immer eine Lösung gefun­den haben, die den Vor­ga­ben ent­sprach.“ Dar­an, dass eine sol­che Ver­an­stal­tung statt­fin­den und das Publi­kum erfreu­en kann, sind vie­le Hän­de und Köp­fe betei­ligt. „Ich bedan­ke mich bei allen Künst­lern, Orga­ni­sa­to­ren, Hel­fern und Mit­ar­bei­tern für ihren Ein­satz. Die Pfan­ne ist eine Insti­tu­ti­on in Deutsch­land – und das soll sie auch in Zukunft bleiben.“

    Kochen und Ser­vie­ren ist abge­schlos­sen – nun gilt es, auf das Urteil der Jury zu war­ten. Die Stadt St. Ing­bert drückt allen Künst­lern fes­te die Daumen!

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