Montag, 15. August 2022
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Trotz Hitze, Trockenheit und kaum Niederschlag – 

Symbolfoto - © Pixabay
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Umweltministerin Berg: Es gibt derzeit keine Wasserknappheit im Saarland

Die aktuell hohen Temperaturen und wenigen Niederschläge sowie Nachrichten über Rationierung von Wasser aus Frankreich geben vielen Menschen Anlass zur Sorge: Herrscht vielleicht bald Wasserknappheit im Saarland? Umweltministerin Petra Berg gibt Entwarnung: „Es gibt derzeit keine Grund- bzw. Trinkwasser-Knappheit im Saarland. Jedes Jahr bildet sich deutlich mehr Grundwasser nach als verbraucht wird. Das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert.“

Die Grundwasserneubildung liegt in den wasserwirtschaftlich genutzten Grundwasserleitern (insgesamt gibt es 16 Grundwasserkörper) im Saarland bei ca. 180 Mio. m³/a. Davon sind ca. 135 Mio. m³/a technisch auf Dauer nutzbar, somit gewinnbares Grundwasserdargebot. Unter Beachtung der ökologischen Randbedingungen reduziert sich das gewinnbare Dargebot auf ca. 100 Mio. m³/a. „Die Wasserförderung lag in den letzten Jahren im Durchschnitt bei knapp 70 Mio. m³ im Saarland“, so die Ministerin. „Davon gehen ca. 53 Mio. m³ in die öffentliche Wasserversorgung, der Rest verteilt sich auf Brauchwasserentnahmen und die Entnahmen für sonstige Zwecke wie z.B. Mineralwassergewinnung.“ 

Doch wie sieht es mit der Regenerationsfähigkeit der Grundwasserkörper in trockenen und heißen Sommern aus? „Die Niederschläge im Sommer tragen kaum zur Grundwasserneubildung bei. Gerade bei Sommergewittern kann das Regenwasser nicht tief in den trockenen Boden eindringen und fließt dann größtenteils oberirdisch ab“, sagt Berg. Insoweit ist ein Absinken der Wasserspiegel in den Sommermonaten natürlich gegeben, was jedoch in der Regel im darauffolgenden Winterhalbjahr wieder ausgeglichen werden kann. Insofern belastet auch eine längere Trockenperiode im Sommer die Grundwasserneubildung kaum, im Gegensatz zu ausbleibenden Niederschlägen im Winter.

Der sich abzeichnende Klimawandel kann allerdings grundsätzlich auch Auswirkungen auf das Wasserdargebot mit sich bringen, z.B. durch veränderte Grundwasserneubildung, verlängerte Verdunstungsphasen oder den verstärkten Wasserverbrauch. 

Im Saarland werden zum Glück bisher keine Änderungen des gespeicherten Grundwasservolumens beobachtet, die auf eine klima- oder entnahmebedingte Abnahme der in den Grundwasserkörpern gespeicherten Grundwasservolumina schließen lassen. Der private Wasserverbrauch seit den achtziger Jahren hat sich kaum verändert. Er lag 2020 bei 125 Liter pro Einwohner und Tag. Der Gesamtverbrauch hingegen, d.h. der Verbrauch inklusive des industriell verwendeten Grundwassers, ist von knapp 100 Millionen Kubikmetern in den Achtziger Jahren auf etwa 67 Millionen Kubikmeter zurückgegangen, also um etwa ein Drittel. Nach der Statistik des Ministeriums hatten auch die Entnahmen in den trockenen, heißen Sommer der letzten Jahre keinen messbaren Einfluss auf unser Grundwasser. 

Anders als andere Bundesländer hat im Saarland die Versorgung der Bevölkerung absolute Priorität zu, das hat das Bundesverfassungsgericht 1981 hervorgehoben.„Dies ist im Saarländischen Wassergesetz auch explizit festgehalten. Die Grundversorgung mit Trinkwasser ist die zentrale gesellschaftliche, generationenübergreifende Aufgabe im Sinne der Daseinsvorsorge“, so Berg. „Im Hinblick auf die zu erwartenden zentralen Herausforderungen infolge des Klimawandels sind in den nächsten Jahren einige herausragende Aufgaben zu erfüllen. Diese werden aktuell in einem Masterplan Wasserversorgung konkretisiert. Dabei sind dann auch Lösungen zu entwickeln, um die saarländische Wasserwirtschaft auf Dauer nachhaltig gestalten zu können.“ 

Weitere Informationen zum saarländischen Grundwasser finden Sie in der kostenlos bestell- und downloadbaren Broschüre: „Quell der Freude – Das Grundwasser im Saarland“ unter http://www.saarland.de/grundwasserbroschuere

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