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Saarbrücken

Schnel­les Inter­net und Fern­se­hen per Glasfasernetz

Der zustän­di­ge Aus­schuss für Umwelt, Pla­nung und Bau­en im Rat­haus hat dem Abschluss eines Koope­ra­ti­ons­ver­tra­ges zwi­schen der Stadt Blie­skas­tel und der Deut­schen Glas­fa­ser Who­le­sa­le GmbH zur Errich­tung eines Glas­fa­ser­net­zes auf Grund­la­ge einer vor­aus­ge­gan­ge­nen Markt­er­kun­dung zuge­stimmt. Rund 40 Pro­zent aller Haus­hal­te müs­sen nun Ver­trä­ge abschlie­ßen, damit die Ver­sor­gung in die Umset­zungs­pha­se kom­men kann.

Auch wenn der Breit­band­aus­bau im länd­li­chen Raum all­mäh­lich Fahrt auf­nimmt, so hinkt er doch hier und da noch etwas. Gera­de wäh­rend des coro­nabe­dingt häu­fi­ge­ren mobi­len Arbei­tens mit Home­of­fice und Home­schoo­ling wur­de das vie­ler­orts spür­bar. Hin­zu kom­men höhe­re Daten­men­gen, da Fern­se­hen und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on inzwi­schen weit­ge­hend über das Inter­net ver­sorgt wer­den. In Bal­lungs­zei­ten sind die Daten­net­ze häu­fig mas­siv aus­ge­las­tet. Eine unzu­rei­chen­de digi­ta­le Anbin­dung bedeu­tet ins­be­son­de­re für Unter­neh­men und Selb­stän­di­ge gra­vie­ren­de Wett­be­werbs­nach­tei­le und für die Regi­on somit ver­pass­te Zukunfts­chan­cen. Selbst klei­ne­re Unter­neh­men wie Inge­nieur­bü­ros müs­sen heut­zu­ta­ge gro­ße Daten­pa­ke­te über­mit­teln oder emp­fan­gen kön­nen. Daher spielt nicht zuletzt auch die Fra­ge nach dem Vor­han­den­sein von schnel­lem Inter­net bei der Stand­ort­fra­ge für vie­le Unter­neh­men inzwi­schen eine ent­schei­den­de Rol­le. Gemäß Grund­ge­setz ist der Aus­bau der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­ze pri­vat­wirt­schaft­lich orga­ni­siert. Wenn aller­dings kei­ne Unter­neh­men für den Aus­bau sor­gen, kann der Staat ins Spiel kom­men. Über das soge­nann­te Bun­des­för­der­pro­gramm Breit­band­aus­bau erfährt der flä­chen­de­cken­de Netz­aus­bau neue Chan­cen. Im Glas­fa­ser-Netz wer­den die Daten über opti­sche Signa­le über­tra­gen und rei­sen qua­si per Licht­ge­schwin­dig­keit durch die Lei­tun­gen. Damit las­sen sich schon heu­te Geschwin­dig­kei­ten von bis zu 1 Gbit/s rea­li­sie­ren, zukünf­tig sind sogar noch deut­lich höhe­re Daten­ra­ten mög­lich, die Glas­fa­ser-Tech­no­lo­gie hält die not­wen­di­gen Breit­band­ka­pa­zi­tä­ten bereit.

Pascal Münz, Manager Kommunale Kooperation der „Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH“ (2. v.l.) und Bürgermeister Bernd Hertzler (3. v.l.) mit involvierten Mitarbeitern aus dem Rathaus II bei der Kooperationsunterzeichnung im Rathaus. Foto: Uwe Brengel
Pas­cal Münz, Mana­ger Kom­mu­na­le Koope­ra­ti­on der „Deut­sche Glas­fa­ser Who­le­sa­le GmbH“ (2. v.l.) und Bür­ger­meis­ter Bernd Hertzler (3. v.l.) mit invol­vier­ten Mit­ar­bei­tern aus dem Rat­haus II bei der Koope­ra­ti­ons­un­ter­zeich­nung im Rat­haus. Foto: Uwe Brengel

Auch in Blie­skas­te­ler Stadt­tei­len gibt es noch Auf­hol­be­darf. „Die nun­mehr zwi­schen Stadt­ver­wal­tung und der Deut­schen Glas­fa­ser Who­le­sa­le GmbH abge­schlos­se­ne Koope­ra­ti­on soll die­sem Umstand jedoch wir­kungs­voll ent­ge­gen­tre­ten“, so Bür­ger­meis­ter Bernd Hertzler über die aktu­el­le Ent­wick­lung. „Das Unter­neh­men, eine Fusi­on aus ‚Deut­sche Glas­fa­ser‘ und dem bereits für die Stadt Blie­skas­tel akti­ven Unter­neh­men Inexio, hat bereits mit den meis­ten saar­län­di­schen Kom­mu­nen Koope­ra­ti­ons­ver­trä­ge zur Errich­tung von Glas­fa­ser­net­zen abgeschlossen.“

Die kom­men­den Wochen wer­den nun­mehr ent­schei­dend sein im Hin­blick auf Nach­fra­ge und Rea­li­sie­rung des geplan­ten Glas­fa­ser­net­zes. In Kür­ze erhal­ten alle Ein­woh­ner dazu schrift­lich wei­te­re Infor­ma­tio­nen. Kommt im gesam­ten Aus­bau­ge­biet ins­ge­samt eine posi­ti­ve Rück­mel­dung mit abge­schlos­se­nen Vor­ver­trä­gen von etwa 40 Pro­zent der Haus­hal­te zustan­de, so wer­den alle Poly­go­ne im Ver­trags­ge­biet aus­ge­baut, unab­hän­gig davon, ob im ein­zel­nen Poly­gon der Min­dest­wert erreicht wur­de. Nur bei extrem nied­ri­ger posi­ti­ver Rück­mel­dung könn­te im Ein­zel­fall von einem Aus­bau abge­se­hen wer­den. Der räum­li­che Umfang des Ver­ein­ba­rungs­ge­bie­tes beinhal­tet aktu­ell die Stadt­tei­le Alsch­bach, Aßwei­ler, Ball­wei­ler, Laut­z­kir­chen, Bier­bach, Bie­sin­gen, Blick­wei­ler, Blie­skas­tel, Breit­furt, Mim­bach, Nie­der­würz­bach, Seel­bach, Weben­heim sowie die Gewer­be­ge­bie­te Auf Schar­len, Aßwei­ler, Blie­skas­tel-Blick­wei­ler­stra­ße, Indus­trier­ing, Breit­furt und Nie­der­würz­bach. Der geplan­te Aus­bau bezieht sich jeweils auf sämt­li­che Stra­ßen im Stadt­teil. Aus­ge­nom­men von dem „Deal“ sind Böck­wei­ler, Alt­heim, Pin­nin­gen, Bren­schel­bach (mit Bahn­hof und Ries­wei­ler). Hier wäre ein Aus­bau laut der Deut­schen Glas­fa­ser Who­le­sa­le GmbH sehr unwirt­schaft­lich. Bür­ger­meis­ter Bernd Hertzler will ver­su­chen, den­noch Abhil­fe zu schaf­fen: „Die Pla­nun­gen der Stadt­ver­wal­tung sehen jetzt vor, in die­sen Tei­len Blie­skas­tels die Ver­stär­kung der Inter­net­an­bin­dung über Zuschüs­se des Lan­des abzu­wi­ckeln und dazu ent­spre­chen­de Mit­tel zur Auf­rüs­tung aus dem För­der­pro­gramm länd­li­cher Raum zu bean­tra­gen“, erklärt der Ver­wal­tungs­chef. Posi­ti­ves gebe es hier indes­sen bereits im Hin­blick auf die Mobil­funk­netz­ver­sor­gung zu berich­ten – Bren­schel­bach sol­le in abseh­ba­rer Zeit zwei neue Funk­mas­te mit 4G- oder sogar 5G-Anbin­dung erhal­ten – sowohl zur Ver­sor­gung von Tele­kom- wie auch Voda­fone-Emp­fän­ger. Und even­tu­ell wer­de dann auch noch zwi­schen Böck­wei­ler und Pin­nin­gen ein neu­er Funk­mast errichtet.

Die der­zei­ti­gen Kos­ten für einen Glas­fa­ser­an­schluss wer­den von der Deut­schen Glas­fa­ser bereits benannt: Bei Vor­ver­trags­ab­schluss im Rah­men der nun­mehr lau­fen­den Markt­er­kun­dung bzw. bis zum tat­säch­li­chen Bau­be­ginn wer­de der Haus­an­schluss kos­ten­frei zur Ver­fü­gung gestellt, danach kos­te er ein­ma­lig 750 € brut­to. Bei früh­zei­ti­ger Bestel­lung spa­ren Pri­vat­kun­den also die Anschluss­ge­bühr. Die monat­li­chen Tarif­kos­ten glie­dern sich dann nach vier Geschwin­dig­keits­an­ge­bo­ten: 300 Mbit/s (44,95 €/Monat), 400 Mbit/s (49,95 €/Monat), 600 Mbit/s (79,95 €/Monat) und 1000 Mbit/s (89,95 €/Monat), eine Mobil­funk-Flat­rate ist dabei teils bereits inklu­diert. Im ers­ten Bezugs­jahr belau­fen sich die Kos­ten für alle Tari­fe auf 24,95 € monat­lich, für Fern­seh­emp­fang in HD fal­len zusätz­lich jeweils wei­te­re 15 Euro an. Das Inter­net-TV-Paket bie­tet eine gro­ße Sen­der­aus­wahl, abruf­bar per Fern­se­her, Brow­ser oder per App auf Smart­phone und Tablet. Bis zum Abschluss aller Bau­ar­bei­ten kön­nen aller­dings etwa 2–3 Jah­re ver­ge­hen. (ub)

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